Messerangriff Media Markt Ulm: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen versuchten Mordes
Ulm
Anklage nach Messerangriff im Media-Markt: Täter stach aus „Wut und Frustration“ zu
Nach dem Messerangriff im Ulmer Media-Markt im Januar erhebt die Staatsanwaltschaft nun Anklage wegen versuchten Mordes. Der Beschuldigte schweigt weiterhin.
Im Januar griff ein Mann mehrere Mitarbeiter des Media-Marktes an.Foto: Michael Kroha (Archivbild)
Anfang des Jahres hat ein Mann einen 25-jährigen Mitarbeiter des Media-Marktes in der Blaubeurer Straße in Ulm mit einem Messer schwer verletzt. Der Beschäftigte des Elektrofachmarktes schwebte zeitweise in Lebensgefahr. Nun erhebt die Staatsanwaltschaft Ulm Anklage wegen versuchten Mordes.
Staatsanwaltschaft Ulm klagt wegen versuchten Mordes an
Wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstagmorgen mitteilte, sei der Angeschuldigte am 14. Januar um 12.25 Uhr zielgerichtet auf den ihm bis dahin unbekannten 25-jährigen Mitarbeiter zugegangen. Der Eritreer habe laut Anklage den Entschluss gefasst, seine „bestehende Wut und Frustration an einem beliebigen Menschen“ abzureagieren, diesen Menschen zu attackieren und ihn dabei auch zu töten.
Dem Tatverdächtigen wirft die Staatsanwaltschaft versuchten Mord aus niedrigen Beweggründen und in heimtückischer Begehungsform vor. Nach vorläufiger Einschätzung eines Gutachters dürfte bei dem mittlerweile 30-jährigen Beschuldigten keine strafrechtlich relevante Einschränkung seiner Schuldfähigkeit vorgelegen haben.
Der Mann ist bereits „in erheblicher Weise“ wegen weiterer Gewaltdelikte vorbestraft und wurde erst kurz vor der Tat aus der Haft entlassen. Darum strebt die Staatsanwaltschaft neben einer Verurteilung auch die anschließende Unterbringung in der Sicherungsverwahrung an. Bis zu einer rechtmäßigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung. Bislang macht der Eritreer noch immer von seinem Schweigerecht Gebrauch. Er befindet sich seit der Tat in Untersuchungshaft.
Beschuldigter bleibt in Untersuchungshaft nach Messerattacke
Im Januar griff der damals 29-Jährige mehrere Mitarbeiter des Media Marktes an. Dabei verletzte er einen 25-Jährigen schwer und ließ laut Anklageschrift erst von ihm ab, als er „der Auffassung gewesen sei, sein Opfer getötet beziehungsweise alles dafür getan zu haben, dass dieser alsbald verstirbt“. Erst dann habe er den Elektronikfachmarkt verlassen. Weitere Mitarbeiter, die dem Opfer zur Hilfe eilten, verletzte der Angreifer ebenfalls. Das für die Tat verwendete Messer habe sich der 30-Jährige laut Anklage extra besorgt und mehrfach auf den dann bereits wehrlos am Boden liegenden Mann eingestochen.
Messerangriff im Media Markt: Die Fotos vom Polizeieinsatz in der Blaubeurer Straße
Ein 29-jähriger Eritreer soll zwei Mitarbeiter im Elektrofachmarkt in der Blaubeurer Straße mit einem Messer verletzt haben. Der Tatverdächtige wird kurz darauf in unmittelbarer Nähe von Polizisten angeschossen.
Auf der Flucht schoss die Polizei auf den Mann und verletzte ihn schwer. Er erlitt einen Bauchschuss. Nach Angaben der Polizei sollen sich die Beamten durch das Messer bedroht gefühlt haben. Der Mann habe sich geweigert, die Waffe fallen zu lassen. Eigentlich sei er laut Behörden ausreisepflichtig gewesen. Eritrea kommt seiner Verpflichtung aber nicht nach, eigene Staatsbürger zurückzunehmen. Abschiebungen in das Land sind damit nicht möglich.
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