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Nach Goldverkauf in Bellenberg: Verbraucherzentrale warnt vor mobilem Gold- und Pelzankauf

Landkreis Neu-Ulm

„Pelz ist oft nur der Türöffner“: Verbraucherzentrale warnt vor mobilem Goldankauf

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    Beim Verkauf von Goldschmuck sollten Verbraucher aktuelle Preise vergleichen und sich nicht unter Druck setzen lassen.
    Beim Verkauf von Goldschmuck sollten Verbraucher aktuelle Preise vergleichen und sich nicht unter Druck setzen lassen. Foto: Thomas Heckmann (Archivbild)

    Alte Pelzmäntel als Türöffner, Goldschmuck als eigentliches Ziel: Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg warnt vor mobilen Gold- und Pelzankäufen. Besonders ältere Menschen würden über Flyer oder Anzeigen angesprochen, sagt Verbraucherschützer Matthias Bauer. Erst vergangene Woche hatte eine ältere Frau aus Neu-Ulm unserer Redaktion berichtet, wie sie nach einem Ankauf in Bellenberg Zweifel an dem Geschäft bekam.

    „Pelz ist oft nur der Türöffner“ – schnell geht es dann zusätzlich um Schmuck und Gold

    Solche Fälle seien seit Jahren bekannt und träten immer wieder auf, sagt Bauer. Viele Anbieter würden über Prospekte, in Briefkästen oder in Zeitungen werben. Teilweise sprechen Händler Menschen auch direkt an der Haustür an. „Pelz ist oft nur der Türöffner“, erklärt Bauer. Viele Menschen wollten zunächst nur alte Mäntel oder Taschen verkaufen. Im Gespräch gehe es dann aber schnell zusätzlich um Gold oder Schmuck.

    Besonders seit dem starken Anstieg des Goldpreises 2024 sind solche Angebote wieder deutlich häufiger geworden. Viele Menschen wüssten zwar, dass Gold aktuell hohe Preise erzielt, informierten sich aber nicht ausreichend über den tatsächlichen Wert ihres Schmucks. „Menschen verkaufen Gold nicht jeden Tag und sind deshalb oft unerfahren.“ Dadurch seien viele Verbraucher in solchen Situationen verunsichert.

    Pelz- und Goldankauf: Die Verbraucherzentrale warnt vor Spontan-Verkäufen und Kleingedrucktem

    Nach Beobachtung der Verbraucherzentrale treten die Händler häufig nur für wenige Tage an wechselnden Orten auf. „Das sind oft Pop-up-Läden, oft auf dem Land. Sobald Druck entsteht, ziehen sie weiter“, sagt Bauer. Besonders misstrauisch sollten Verbraucher werden, wenn im Kleingedruckten der Flyer Formulierungen wie „Pelzankauf nur in Verbindung mit Gold“ auftauchten.

    Im Gespräch werde der Wert von Schmuck oder Gold häufig heruntergespielt. „Weißgold wird dann plötzlich als Silber bezeichnet oder zum Modeschmuck herabgestuft“, sagt Bauer. Oft entstehe Druck, schnell eine Entscheidung zu treffen. Die versprochenen Höchstpreise würden in der Realität kaum erreicht.

    Immer mehrere Angebote einholen: Juweliere und Banken sind seriöse Anlaufstellen für Verbraucher

    Die Verbraucherzentrale rät deshalb davon ab, spontan auf solche Anzeigen zu reagieren. Vor einem Verkauf sollten sich Verbraucher über aktuelle Goldpreise informieren und mehrere Angebote einholen – etwa bei Juwelieren oder Banken. „Man sollte niemals einfach Schmuck oder Gold mitgeben“, sagt Bauer. Besonders vorsichtig sollten Verbraucher sein, wenn Händler anbieten würden, Gegenstände zu Hause zu begutachten oder mitzunehmen.

    Im Nachhinein sei es zudem oft schwierig, nachzuweisen, welche Gegenstände tatsächlich verkauft wurden. Häufig stehe dann Aussage gegen Aussage. Für Bauer geht das teilweise über moralisch fragwürdige Methoden hinaus. „Das ist nicht nur Abzocke, sondern teilweise auch Betrug.“

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