Nach Goldverkauf in Bellenberg: Verbraucherzentrale warnt vor mobilem Gold- und Pelzankauf
Landkreis Neu-Ulm
„Pelz ist oft nur der Türöffner“: Verbraucherzentrale warnt vor mobilem Goldankauf
Eine Neu-Ulmerin bereute nach einem Ankauf in Bellenberg ihr Geschäft. Verbraucherschützer warnen vor ähnlichen Fällen und spontanen Entscheidungen unter Druck.
Beim Verkauf von Goldschmuck sollten Verbraucher aktuelle Preise vergleichen und sich nicht unter Druck setzen lassen.Foto: Thomas Heckmann (Archivbild)
Alte Pelzmäntel als Türöffner, Goldschmuck als eigentliches Ziel: Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg warnt vor mobilen Gold- und Pelzankäufen. Besonders ältere Menschen würden über Flyer oder Anzeigen angesprochen, sagt Verbraucherschützer Matthias Bauer. Erst vergangene Woche hatte eine ältere Frau aus Neu-Ulm unserer Redaktion berichtet, wie sie nach einem Ankauf in Bellenberg Zweifel an dem Geschäft bekam.
„Pelz ist oft nur der Türöffner“ – schnell geht es dann zusätzlich um Schmuck und Gold
Solche Fälle seien seit Jahren bekannt und träten immer wieder auf, sagt Bauer. Viele Anbieter würden über Prospekte, in Briefkästen oder in Zeitungen werben. Teilweise sprechen Händler Menschen auch direkt an der Haustür an. „Pelz ist oft nur der Türöffner“, erklärt Bauer. Viele Menschen wollten zunächst nur alte Mäntel oder Taschen verkaufen. Im Gespräch gehe es dann aber schnell zusätzlich um Gold oder Schmuck.
Pelz- und Goldankauf: Die Verbraucherzentrale warnt vor Spontan-Verkäufen und Kleingedrucktem
Nach Beobachtung der Verbraucherzentrale treten die Händler häufig nur für wenige Tage an wechselnden Orten auf. „Das sind oft Pop-up-Läden, oft auf dem Land. Sobald Druck entsteht, ziehen sie weiter“, sagt Bauer. Besonders misstrauisch sollten Verbraucher werden, wenn im Kleingedruckten der Flyer Formulierungen wie „Pelzankauf nur in Verbindung mit Gold“ auftauchten.
Im Gespräch werde der Wert von Schmuck oder Gold häufig heruntergespielt. „Weißgold wird dann plötzlich als Silber bezeichnet oder zum Modeschmuck herabgestuft“, sagt Bauer. Oft entstehe Druck, schnell eine Entscheidung zu treffen. Die versprochenen Höchstpreise würden in der Realität kaum erreicht.
Immer mehrere Angebote einholen: Juweliere und Banken sind seriöse Anlaufstellen für Verbraucher
Die Verbraucherzentrale rät deshalb davon ab, spontan auf solche Anzeigen zu reagieren. Vor einem Verkauf sollten sich Verbraucher über aktuelle Goldpreise informieren und mehrere Angebote einholen – etwa bei Juwelieren oder Banken. „Man sollte niemals einfach Schmuck oder Gold mitgeben“, sagt Bauer. Besonders vorsichtig sollten Verbraucher sein, wenn Händler anbieten würden, Gegenstände zu Hause zu begutachten oder mitzunehmen.
Im Nachhinein sei es zudem oft schwierig, nachzuweisen, welche Gegenstände tatsächlich verkauft wurden. Häufig stehe dann Aussage gegen Aussage. Für Bauer geht das teilweise über moralisch fragwürdige Methoden hinaus. „Das ist nicht nur Abzocke, sondern teilweise auch Betrug.“
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