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Neu-Ulm: Ärger über pfeifende Züge: Signalschild am Bahnübergang Gerlenhofen gestohlen

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Ärger über pfeifende Züge: Signalschild am Bahnübergang Gerlenhofen gestohlen

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    Am unbeschrankten Bahnübergang in Gerlenhofen kam es bereits zu mehreren tödlichen Unfällen. Neuerdings pfeifen dort nun die Züge. Das verärgert Anwohner.
    Am unbeschrankten Bahnübergang in Gerlenhofen kam es bereits zu mehreren tödlichen Unfällen. Neuerdings pfeifen dort nun die Züge. Das verärgert Anwohner. Foto: Ronald Hinzpeter (Archivbild)

    Zahlreiche Anwohner sind genervt von den Zügen, die seit vergangener Woche am unbeschrankten Bahnübergang im Neu-Ulmer Stadtteil Gerlenhofen pfeifen. Nachdem es mehrere tödliche Unfälle dort an der St.-Wolfgang-Straße gab, sind die Triebfahrzeugführer angewiesen, vor dem Bahnübergang einen Achtungspfiff abzusetzen. Eine Blechtafel auf Höhe des Bahnhofes Gerlenhofen mit einem "P" ist das Signal, dass diesen Warnpfiff vorschreibt. In der Nacht zu Samstag ist diese Signaltafel verschwunden. Die Bahn vermutet, dass verärgerte Anwohner das Schild entfernt haben. Sollte dem so sein, haben sie damit ihr Ziel nicht erreicht. Die Triebfahrzeugführer erhalten nun einen schriftlichen Befehl in den Führerstand geschickt, wo sie pfeifen müssen. 

    Pfeifende Züge in Gerlenhofen: Bahn prüft bereits andere Möglichkeiten

    Wegen der massiven Anwohnerproteste denkt die Bahn bereits darüber nach, ob es andere Möglichkeiten als den Warnpfiff gibt, um unvorsichtige Radfahrer auf den herannahenden Zug aufmerksam zu machen. "Wir werden dieses Vorgehen allerdings noch mal überprüfen, da die Beeinträchtigung für die Anwohner:innen sehr hoch ist. Wir stehen dazu in enger Abstimmung mit der Stadt", teilte eine Bahnsprecherin kürzlich auf Anfrage unserer Redaktion mit. 

    Binnen zweieinhalb Jahren war es an dem unbeschrankten Bahnübergang zu drei tödlichen Unfällen gekommen. Als provisorische Maßnahme wurden zunächst sogenannte Haifischzähne und ein "roter Teppich" auf der Fahrbahn aufgebracht, um für zusätzliche Aufmerksamkeit zu sorgen. Dennoch war es im Mai zu einem schweren Unfall gekommen. Ein Radfahrer wurde vom Zug erfasst und starb an den Folgen des Unfalls. Zwei Neu-Ulmer Stadträte aus der Fraktion der Freien Wähler stellten daraufhin Anzeige bei der Polizei wegen Unterlassung der Verkehrssicherungspflicht. Ende Juni wurden Warnschilder aufgestellt. Nach einer Sonderverkehrsschau hat die Deutsche Bahn entschieden, dass Züge dort pfeifen sollen. 

    Pfeifsignale: Neu-Ulmer CSU hat Fragen an die Bahn

    Jetzt hat sich die Stadtratsfraktion der CSU der Sache angenommen, die Anwohnerbeschwerden aufgegriffen und sich an verschiedene Verantwortliche der Bahn gewandt - unter anderem an die Beschwerdestelle - und diverse Fragen formuliert, die im Wesentlichen darauf hinauslaufen, ob es nicht andere Möglichkeiten als einen Pfiff gibt, um Verkehrsteilnehmer zu warnen. Die Fraktion bezieht sich auf kritische Stimmen von Anwohnern, die sich etwa fragen, "warum wird auf unserem Rücken, auf Kosten unserer Gesundheit das Fehlverhalten anderer im Straßenverkehr ausgetragen?" oder „geht hier Sicherheit vor Gesundheitsschutz?“. Gegenüber unserer Redaktion hatte eine Anwohnerin gesagt, die Menschen, die in der Nähe der Bahngleise wohnen, seien "sehr verzweifelt".

    CSU: Kann der Warnpfiff nachts nicht unterbleiben?

    Deshalb will die Partei wissen, warum die Bahn sich für ein solches Warnsignal entschieden hat, "obwohl der Bahnübergang direkt an der Wohnbebauung liegt und der von dem Pfeifsignal ausgehende Pfeifton Lärmbelastungen bei der Anwohnerschaft auslöst?" Es stelle sich die Frage, ob es vonseiten der Bahn spezielle Vorschriften gibt, welche die Lärmbelästigung der Anwohner betreffen. In dem von Fraktionschef Johannes Stingl und der Gerlenhofer Stadträtin unterschriebenen Brief heißt es, man habe angenommen, dass solche Signaltöne eigentlich nur an unübersichtlichen Stellen zum Einsatz kommen. Die CSU will nun wissen, ob der Warnpfiff nachts nicht ausgesetzt werden könne und ob es überhaupt noch andere Lösungen "zum Schutz der Bürger und Bürgerinnen" gebe. Und: "Aus welchen Gründen konnte die Bahn dem Vorschlag der Stadt, Streckenposten einzusetzen, nicht folgen?"

    Grundsätzlich sind die Christsozialen der Meinung, dass es nicht sinnvoll wäre, den Übergang zu schließen: "Die Erfahrung gerade aus jüngster Zeit mit dem gesperrten Friedrichsausteg an der Donau mit vielen wilden Querungen trotz Absperrung, würde im Endeffekt eine noch größere Gefahr heraufbeschwören." Der Umbau des umstrittenen Übergangs, der künftig Schranken bekommen soll, kann nach Darstellung der Bahn erst 2025 erfolgen. 

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