Der Vereinsring Gerlenhofen blickt auf ein halbes Jahrhundert zurück, in dem er das Dorfleben mit Aktionen und Projekten maßgeblich geprägt hat.
Gegründet wurde der Vereinsring am 25. November 1975 auf Einladung des damaligen Bürgermeisters Ludwig Traub, wie das Jubiläums-Papier festhält. Eine Kommission hatte zuvor die Satzung erarbeitet, die eine fünfköpfige Vorstandschaft vorsah. Zum ersten Vorsitzenden wurde Erwin Franz gewählt, der dem Vereinsring über lange Jahre das Gesicht gab.
Schon vor der eigentlichen Gründung zeigten die Gerlenhofener Vereine ihre Schlagkraft: Besonders herausgestellt wird die Organisation der 1000-Jahr-Feier, die mit der Eingemeindung nach Neu-Ulm am 1. Juli 1972 zusammenfiel. Von Ende Juni bis Anfang Juli 1973 dauerte die Festwoche. Höhepunkt war ein großer Festzug durch den Ort.
In den Folgejahren entwickelte der Vereinsring gemeinsam mit den örtlichen Vereinen ein breites Programm: Dazu gehörten regelmäßige Altpapier- und Alteisen-Sammlungen sowie die feste Präsenz beim Stadtfest auf dem Neu-Ulmer Rathausplatz. Auch Maibaumfeiern wurden zu einem Dauerbrenner – bis heute. Große Resonanz fanden zudem aufwendig gestaltete Faschingsbälle in der Mehrzweckhalle und Vorträge mit namhaften Referenten.
Ein weiterer Schwerpunkt waren Ausflüge, die viele Menschen zusammenbrachten: Sonderzugfahrten führten unter anderem nach Salzburg, Kufstein, Regensburg und später nach Rüdesheim. Kurz nach der Wende besuchten Vorstandsmitglieder die Neu-Ulmer Partnerstadt Meiningen in Thüringen.
Daneben setzte der Vereinsring auch infrastrukturelle Impulse, etwa durch Verbesserungen rund um Halle und Dorfplatz sowie durch das Erstellen und Verteilen von Informationsschriften und später Fotopräsentationen zur Ortsgeschichte.
Zu den größten Projekten zählt die Ortschronik: Ab Mitte der Achtzigerjahre wurden Ereignisse systematisch gesammelt, bis ein umfangreiches historisches Buch entstand, das im Juli 1997 vorgestellt wurde. Als „schwierigstes und aufwendigstes Vorhaben“ wird zudem der Film „Unser Gerlenhofen“ beschrieben, der im März 2002 uraufgeführt wurde und das erwartete Interesse deutlich übertraf.
Später wandelten sich die Aufgaben: Altpapiersammlungen wurden wegen sinkender Erlöse und steigender Kosten Ende 2023 eingestellt, Maibaumfeiern und der Veranstaltungskalender blieben tragende Säulen. Neu hinzu kamen Anschaffungen wie ein Defibrillator sowie erneuerte Dorfeingangstafeln. So bleibt der Vereinsring, getragen vom Ehrenamt, auch nach fünf Jahrzehnten ein Motor der Gemeinschaft. (AZ)
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