Neu-Ulm ist Schlusslicht beim Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in Bayern. Der aktuellen Auswertung zufolge mangelt es stärker als in jeder anderen Stadt im Freistaat an Schutzmaßnahmen gegen sommerliche Hitze. In zwei der vier Kategorien erreichte Neu-Ulm demnach negative Spitzenwerte. Ulm schnitt zumindest etwas weniger schlecht ab.
Schon in den Vorjahren waren die Werte schlecht. Beim Baumschatten kommt Neu-Ulm auf den bayernweit niedrigsten Wert: Der Beschirmungsgrad liegt nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe bei 16,36 Prozent. Damit wird gemessen, welcher Anteil des Bodens durch Bäume bedeckt ist, die mindestens zweieinhalb Meter hoch sind. Bei der Versiegelungsrate ist der Zuwachs mit 1,48 Prozent seit 2018 sehr hoch. Bundesweit schneidet hier nur Euskirchen in Nordrhein-Westfalen (plus 1,62 Prozent) schlechter ab. Auch bei der Hitzebetroffenheit steht die Ampel der DUH in Neu-Ulm auf Rot. Hier werden Oberflächentemperatur, der Grad der Versiegelung, das Grünvolumen und die Bevölkerungsdichte betrachtet.
Rote Ampel für Neu-Ulm beim Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe
Die Zahl gefällter Bäume in der Stadt seit 2018 gibt die Umwelthilfe mit 1825 an. Der Wert ist eine rechnerische Annäherung. Neupflanzungen sind dabei nicht berücksichtigt. Die Stadt Neu-Ulm pflanzt seit 2024 für jedes neugeborene Kind einen Baum, jährlich sind das etwa 500 Gewächse. In der Innenstadt sind bei der Umgestaltung der Ludwigstraße weitere 21 Bäume vorgesehen, bisher ist dort kein einziger gepflanzt.
In Ulm ist der Beschirmungsgrad durch hohe Bäume größer (rund 19 Prozent) und der Grad der Versiegelung seit 2018 niedriger (knapp 0,6 Prozent). Auch bei der Hitzebetroffenheit schneidet die Münsterstadt besser ab als der kleinere Nachbar auf der anderen Donauseite (15,88). Dafür ist die Zahl der gefällten Bäume seit 2018 höher (2585). Die Ampel steht insgesamt auf Rot, auch wenn sie bei der Hitzebetroffenheit Gelb anzeigt.
Auch in Ulm ist die Belastung durch die Hitze im Sommer sehr hoch
Die Ampel der Deutschen Umwelthilfe steht vor allem bei Städten im Süden Deutschlands auf Rot. Im Norden an der Küste sind die sommerlichen Temperaturen niedriger. Unter den bundesweiten Schlusslichtern befindet sich aber keine bayerische Stadt. Untersucht wurden alle Kommunen, in denen mindestens 50.000 Menschen leben. Die DUH wertet Temperaturen sowie die Bevölkerungsdichte aus und arbeitet darüber hinaus mit Luftbildern. Der Hitze-Check bezieht sich somit auf Schätzwerte, bei denen nicht alle Faktoren berücksichtigt wurden.
Da Hitzewellen infolge des Klimawandels zunehmen, wird die Anpassung von Städten wichtiger. Die DUH fordert unter anderem eine konsequentere Entsiegelung und mehr Grünflächen. Eine große Rolle spielte somit bei der Untersuchung die Frage, wie sich die Flächenversiegelung seit 2018 entwickelt hat und welcher Anteil der Gesamtfläche mit schattenspendender Vegetation bepflanzt ist. (mit dpa)
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren