Sie wurden anlässlich des 1648 geschlossenen Westfälischen Friedens gepflanzt und gelten damit als die ältesten Bäume in Neu-Ulm: die sogenannten Friedenslinden am Pfuhler Kapellenberg. Zu ihrem 375. Geburtstag bekamen sie neue Schilder, was bereits bei so manchem Anwohner für Verwunderung sorgte. Nun wurden Bewohnerinnen und Bewohner stutzig, warum denn die Linden so radikal gestutzt wurden. Ist das Absicht? Drohen die Bäume womöglich gar an der Maßnahme zugrunde zu gehen?
Bei der Neu-Ulmer Stadtverwaltung nachgefragt, fällt die Antwort deutlich aus: „Das war so geplant. Und das war auch nötig“, so Stadtsprecherin Sandra Lützel. Die Linden seien bereits in der Vergangenheit in verschiedenen Etappen saniert und die Jahre dazwischen „leicht“ gepflegt worden. Die letzte große Sanierung sei im Jahr 2013 gewesen, danach habe es kleinere Pflegemaßnahmen und auch Maßnahmen gegeben, „um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten“.
Pfuhler Linden gestutzt: „Nur so können die Friedenslinden als Denkmäler auch erhalten werden“
Die Sanierung jetzt sei aufgrund des Zustands notwendig gewesen. Durchgeführt wurde diese in der Kalenderwoche 29 des vergangenen Jahres, also bereits im Juli. „Nur so können die Friedenslinden als Denkmäler auch erhalten werden“, teilt Stadtsprecherin Lützel mit.
Im Vorfeld habe es Untersuchungen einer Gutachterin und auch ein biologisches Gutachten gegeben. Die laut Gutachten empfohlenen Maßnahmen seien von einer professionellen Firma im Beisein der Gutachterin umgesetzt worden. „Auch das Landratsamt Neu-Ulm war mit im Boot – da es sich bei den Friedenslinden ja um ein Naturdenkmal handelt und eine Beteiligung daher verpflichtend ist.“
Der Eindruck, dass von den Bäumen „kaum was übrig“ ist, bestreitet die Stadtsprecherin nicht. Das „mag stimmen“, so Lützel. Doch das habe aber einen Hintergrund: Es soll der sogenannte „Grundhabitus“ erhalten werden. Von diesem aus würden sich neue Austriebe bilden. „Die Linden werden also wieder nachwachsen“, sagt Lützel. Die Untersuchungen aber hätten ergeben, dass die Stämme nur noch eine geringe Traglast haben. Daher müsse die Krone künftig kleiner gehalten werden. „Durch sogenannte Erziehungsschnitte hoffen wir aber, eine natürliche Kronenform ausbilden zu können.“
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