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Neuer Polizei-Chef für Neu-Ulm: Thorsten Ritter folgt auf Michael Keck

Neu-Ulm/Memmingen

Neuer Polizei-Chef für Neu-Ulm: Thorsten Ritter folgt auf Michael Keck

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    Thorsten Ritter, aktuell noch Leiter der Memminger Kripo, folgt voraussichtlich zum 1. Juli auf Michael Keck, der bei einer Feierstunde am 24. Juni in den Ruhestand verabschiedet wird.
    Thorsten Ritter, aktuell noch Leiter der Memminger Kripo, folgt voraussichtlich zum 1. Juli auf Michael Keck, der bei einer Feierstunde am 24. Juni in den Ruhestand verabschiedet wird. Foto: Kaya / Lienert (Archivbilder)

    Bei der Neu-Ulmer Polizei steht ein Wechsel an der Spitze bevor: Michael Keck, seit 2023 zum zweiten Mal Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Neu-Ulm, verabschiedet sich bei einer Feierstunde am 24. Juni offiziell in den Ruhestand. Bereits zwischen 2010 und 2014 hatte der dann 63-Jährige dieses Amt schon einmal inne. Voraussichtlich zum 1. Juli wird sein Nachfolger übernehmen: Kriminaloberrat Thorsten Ritter, derzeit noch Chef der Kriminalpolizei in Memmingen, kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück. „Das macht es sehr interessant“, sagt der 51-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion.

    Neu-Ulms Polizeichef Michael Keck geht Ende Juni in den Ruhestand.
    Neu-Ulms Polizeichef Michael Keck geht Ende Juni in den Ruhestand. Foto: Alexander Kaya (Archivbild)

    Keck, der aus dem Landkreis Neu-Ulm stammt, hat die polizeiliche Arbeit von der Pike auf erlernt und war bereits während seiner Zeit als Streifenbeamter bei der Polizeiinspektion Neu-Ulm eingesetzt. Nach erfolgreichem Studium an der Deutschen Hochschule der Polizei stieg Keck in die höchsten Führungsämter der Bayerischen Polizei auf. Acht Jahre lang führte er die Polizeiinspektion Kempten, bevor er 2010 erstmalig die Leitung der Neu-Ulmer Polizei übernahm.

    Von 2014 bis 2018 war er Leiter der Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben in Neu-Ulm. Die KPIZ ist für die Bekämpfung der Organisierten Kriminalität zuständig. Anschließend folgte die Leitung des Sachgebietes E2, Ordnungs- und Schutzaufgaben/Verkehr, beim Polizeipräsidium Schwaben Süd/West. Hier war Keck federführend für alle Grundsatzfragen im Einsatzbereich, für die Bewältigung von Großereignissen und Sonderlagen im Schutzbereich sowie für die Belange der Verkehrssicherheitsarbeit zuständig.

    Michael Keks Vorgängerin ist die Ehefrau vom neuen Neu-Ulmer Polizei-Chef Thorsten Ritter

    Dass er im Februar 2023 erst kommissarisch und ab 1. Mai 2023 dann offiziell wieder zum Leiter der Neu-Ulmer Polizeiinspektion wurde, hat in gewisser Weise auch mit seinem jetzigen Nachfolger Thorsten Ritter zu tun. Dessen Ehefrau Michaela Baschwitz war nämlich Kecks Vorgängerin. Sie erwartete zu diesem Zeitpunkt jedoch ihr zweites Kind. Und um nach der Geburt für ihre beiden Kinder da zu sein, ging die damals 42-Jährige für einige Zeit in Elternzeit. Keck sprang ein – bis heute.

    Mittlerweile sind die beiden Kinder drei beziehungsweise fünf Jahre alt und Baschwitz arbeitet auch wieder in Teilzeit bei der Memminger Kriminalpolizei. Doch nicht sie, sondern ihr Ehemann wird nun nach Neu-Ulm zurückkehren. Ritter ist gebürtiger Günzburger und lebt mit seiner Familie seit etwa fünf Jahren in Balzheim. „Es war einfacher da ein Haus zu finden.“

    1992 trat er seine Ausbildung zum Polizeibeamten bei der Bereitschaftspolizei in Dachau an. Nach der knapp dreijährigen Ausbildung leistete er für mehr als ein Jahrzehnt Dienst bei der Polizeiinspektion Neu-Ulm, ehe er 2004 für das Studium an der Beamtenfachhochschule in Fürstenfeldbruck zugelassen wurde.

    Thorsten Ritter wird neuer Leiter der Polizeiinspektion Neu-Ulm.
    Thorsten Ritter wird neuer Leiter der Polizeiinspektion Neu-Ulm. Foto: Ralf Lienert (Archivbild)

    Thorsten Ritter war nach seiner Ausbildung schon bei der Polizei in Neu-Ulm

    Mit dem erfolgreichen Prüfungsabschluss wechselte Ritter von der uniformierten zur Kriminalpolizei. Sein Weg führte ihn über die Kripo Neu-Ulm ebenfalls zur KPIZ Neu-Ulm. Ritter zog es weiter in den Stab des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, wo er unter anderem als Pressesprecher arbeitete. Ein weiteres Studium an der Hochschule in Münster und dem damit verbundenen Aufstieg in den höheren Polizeivollzugsdienst hatte er 2016 erfolgreich abgeschlossen. Mit der Ernennung zum Kriminalrat übernahm Ritter zunächst die Leitung des Sachgebiets Sonderermittlungen beim Bayerischen Landeskriminalamt (LKA), ehe er in eine Arbeitsgruppe auf Bundesebene berufen wurde. Seit November 2017 leitet er die Kriminalpolizeiinspektion Memmingen. Zum Jahresanfang übernahm er kommissarisch die Leitung des Sachgebietes E3, Kriminalitätsbekämpfung, beim Kemptener Polizeipräsidium.

    Thorsten Ritter, aktuell noch Memmingens Kripo-Chef, mit einem Plakat, das über die Gefahren im Internet aufklärt.
    Thorsten Ritter, aktuell noch Memmingens Kripo-Chef, mit einem Plakat, das über die Gefahren im Internet aufklärt. Foto: Thomas Schwarz (Archivbild)

    Die Rückkehr nach Neu-Ulm als Inspektionsleiter sei für ihn „das Sahnehäubchen“. Doch größere Veränderungen habe er nicht auf seiner Agenda stehen. Die Neu-Ulmer Dienststelle, zu deren Schutzbereich neben der Stadt Neu-Ulm auch Nersingen, Elchingen sowie Senden gehört, läuft „sehr gut“. Etwas mehr als 100 Stellen hat Ritter fortan zu leiten, in den kommenden Jahren sollen es bis zu 140 werden. Er wolle sich ab voraussichtlich 1. Juli die Sachlage anschauen und in Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden entscheiden, wo es etwas zu tun gibt. Ritter will ein Chef des „Miteinanders“ sein: kein Einzelkämpfer, sondern ein Teamplayer.

    Nachfolge innerhalb der „Polizei-Familie“

    An der Spitze des für den Landkreis Neu-Ulm zuständigen Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West mit Sitz in Kempten hatte es schon einmal einen ähnlichen familieninternen Führungswechsel gegeben. Der frühere Polizeipräsident Werner Strößner ging im Oktober 2020 in Ruhestand. Auf ihn folgte seine Ehefrau Claudia Strößner. Sie ist seither Polizeipräsidentin. „Die Leitung des Präsidiums bleibt damit in bewährter Familienhand“, erklärte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) damals mit einem Augenzwinkern. Herrmann zeigte sich stolz, dass bei der Bayerischen Polizei Familie, Kinder und Spitzenkarriere so gut unter einen Hut gebracht werden können: „Auf eine bestmögliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf legen wir größten Wert!“

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