Ungewohnte Klänge waren bei der Weißenhorner Stadtratsitzung bereits lange vor Beginn im Treppenhaus des altehrwürdigen Fuggerschlosses zu hören: freudige Begrüßungen, lautes Lachen und Stimmengewirr wiesen darauf hin, dass man es in mehrfacher Hinsicht mit einem besonderen Ereignis zu tun hatte: Die Vereidigungen von Bürgermeisterin und neuen Stadtratskollegen standen an.
Mit satten 28 Punkten, bei denen es meist um die Besetzung von Gremien ging, fiel die Liste der Tagesordnungspunkte besonders umfangreich aus. Doch bevor der erste Punkt überhaupt besprochen wurde, gab es ein Gruppenfoto mitsamt den neuen Gesichtern im Rat: Katja Engelhard, Silke Heinrich und Niklas Ritter für die CSU-Fraktion, Markus Schramm und Gabriele Kunze für die Freien Wähler/WÜW. Dazu mit schwerer Amtskette die neue Erste Bürgermeisterin von Weißenhorn: Kerstin Lutz.
Das sind Weißenhorns neue Bürgermeisterinnen und Bürgermeister
„Es beginnt ein neues Kapitel der Stadtgeschichte“ sind die ersten Worte von Lutz bei der Sitzungseröffnung. Das Gremium sei nun in der neuen Zusammensetzung etwas jünger und auch „etwas weiblicher“ geworden. Mit Respekt, Ehrlichkeit und Fairness könne man gemeinsam Lösungen finden, die die Stadt voranbringen. Sie stehe für eine Politik, die verbinde und zuhöre. „Gemeinsam können wir viel bewegen. Packen wir es an – für Weißenhorn.“
Jutta Kempter nahm den Diensteid ab, da dies die Angelegenheit des jeweils ältesten anwesenden Stadtratsmitglieds ist. Kempter war bisher Dritte Bürgermeisterin, wurde aber an diesem Abend einstimmig zur Zweiten gewählt. Für die Position des Dritten Bürgermeisters standen Christian Simmnacher (CSU) und Herbert Richter (SPD) zur Wahl. Mit 13:9 Stimmen erhielt Simmnacher das Amt.
Weißenhorns Erste Bürgermeisterin Lutz hat nun ein Dienstauto
Kempter übernahm bei weiteren Tagesordnungspunkten den Vorsitz, die Lutz betrafen. Die Stadt stellt der Ersten Bürgermeisterin ein Fahrzeug für Dienstgeschäfte zur Verfügung, das auch „für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sowie sonstigen privaten Fahrten verwendet werden darf“. Dafür gibt es keine Erfahrungswerte, sodass in den ersten drei Monaten ein Fahrtenbuch zu führen ist, um den „Sachbezug zu dokumentieren und zu verifizieren“, wie es in der Sitzungsvorlage heißt.
Und eine gute Nachricht für alle Heiratswilligen stand auf dem Programm: Laut Kempter hätte man Anfang des Jahres einen Engpass im Standesamt gehabt, sodass „in Weißenhorn nicht so richtig schnell geheiratet werden konnte“. Lutz erhielt einstimmig die Befugnis, auch Eheschließungen vornehmen zu können.
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