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Schwäbische Grafikausstellung in Senden: „Die Grafik ist eine leise Kunst, sie flüstert“

Senden

Schwäbische Grafikausstellung: „Die Grafik ist eine leise Kunst, sie flüstert“

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    Bei der 40. Schwäbischen Grafikausstellung in Senden gewann der Sendener Dietmar Herzog mit seinem zweiteiligen Bild "Lost Teddy 34" den Grafikpreis der Stadt.
    Bei der 40. Schwäbischen Grafikausstellung in Senden gewann der Sendener Dietmar Herzog mit seinem zweiteiligen Bild "Lost Teddy 34" den Grafikpreis der Stadt. Foto: Stefan Kümmritz

    Die Eröffnung der 40. Schwäbischen Grafikausstellung in Senden stieß wieder auf großes Interesse, wobei im Mittelpunkt der Vernissage die Preisträgerinnen und Preisträger standen. Den Grafikpreis der Stadt Senden hat die Jury dem in Senden lebenden Dietmar Herzog für seine Kohlezeichnung „Lost Teddy 34“ zugesprochen. Den Grafiksonderpreis des Kunstvereins Senden erhielt die Augsburgerin Monika Maria Schultes für ihre Mischtechnik auf Papier „Bachnelkenwurz“ und der Sendener Fabian Julian Kolb freute sich über den Förderpreis für junge Kunstschaffende der Sparkasse Neu-Ulm/Illertissen für seine Handzeichnung mit dem Titel „Il fascinodella vita“.

    Insgesamt waren von 61 Künstlern und Künstlerinnen aus der Region sowie von weiter weg, 108 ganz verschiedene Arbeiten eingereicht worden, von denen in der Ausstellung nun 95 zu sehen sind. Es wurden relativ wenig Werke ausjuriert, was zum einen daran liegt, dass man den Besucherinnen und Besuchern eine gewisse Anzahl an Kunstwerken präsentieren will.

    Der Sendener Preisträger Herzog beschäftigte sich seit etwa zweieinhalb Jahren mit Teddys

    Zum anderen daran, dass die Qualität der Bilder, wie auch die Vorsitzende des Kunstvereins Senden, Dorothea Grathwohl, erfreut feststellte, durchgängig sehr gut ist. Allerdings meinte sie wie schon im Vorjahr etwas sorgenvoll: „Die Anzahl der eingereichten Arbeiten hat im Vergleich zu früheren Jahren abgenommen.“ Was aber vor allem zählt, ist die Qualität und nicht die Quantität, und die stimmt.

    Preisträger Herzog beschäftigt sich nach eigener Aussage bei seiner künstlerischen Arbeit seit rund zweieinhalb Jahren mit Teddys. Auf dem preisgekrönten Bild sieht man einen Teddy, der offensichtlich im Müll verloren ist. „Die Bären sollen mit dem Betrachter auf Augenhöhe sein“, sagt Herzog, was bei seinem anderen Bild „Lost Teddy 26“ noch deutlicher wird. Zum Siegerbild sagt der Künstler: „Mit ihm will ich die verlorene Kindheit zeigen, was man dann auch im Laufe des Lebens verliert, was man nicht geschafft hat.“ Der Teddy liegt danieder, ein einziges Elend.

    Monika Maria Schultes, die den Grafiksonderpreis der Stadt Senden bekam, war im Vorjahr schon dabei, aber ohne Prämierung. „Jetzt habe ich Glück gehabt“, sagte sie bei der Vernissage. „Ich habe auf meinem Bild ein dichtes, feines Netzwerk geschaffen und dann Farbe draufgesetzt.“ Auch an ihrem Bild sieht man, dass Grafikarbeiten sehr unterschiedlich sein können.

    Herzog wartete in seiner Eröffnungsrede mit einer Liebeserklärung an die Grafik auf, sagte unter anderem: „Die Grafik ist eine leise Kunst, sie flüstert, sie drängt sich nicht auf.“

    Diese Werke stechen bei der Grafikausstellung in Senden heraus

    Gezeigt werden in der Ausstellung schwarz-weiße, aber auch farbige Werke, so wird die gesamte Bandbreite der Grafik deutlich. Auffällig der von Max Biller mit Permanentstift bemalte Fahrradhelm mit dem Titel „Changes“. Sehr grazil trotz der Dichte die mit Nähten auf Leinwand erstellte Arbeit der Neu-Ulmerin Brigitte Perzl-Reinhard „Schichtungen“. Zeichnerisch wunderbar der Frauenakt „Venus“ von Petra Starzmann.

    Etwas aus dem Rahmen fallend, weil in mehrere kleinformatige Bilder im großen Rahmen aufgeteilt, die Zeichnungen von Gabriele Scherer „Flussgeflüster“ und „Wellengang“. Und ganz ausgefallen die Kalligramme des Illertissers Horst Reul, der mit schwarzer Farbe auf weißem Papier in geschwungener Form das „Paternoster“ geschrieben hat und im zweiten Rahmen das Wort „Frieden“.

    Demgegenüber fällt ein anderer Schwung auf, nämlich leichtfüßige Tänzerinnen in fünf kleinformatigen Tuschezeichnungen der Neu-Ulmerin Lydia Supritz, um hier eine der vielen betrachtenswerten Arbeiten als Beispiel herauszugreifen. 

    Info: Die Ausstellung im Sendener Bürgerhaus geht bis Sonntag, 3. Mai. Die Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag, jeweils von 15 bis 18 Uhr.

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