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Handball-Interview

10.11.2015

Bloß nicht den Kopf hängen lassen

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S. Scheffold

Der Vöhringer Abteilungsleiter Siegfried Scheffold über die Gründe für die Talfahrt und warum sogar ein Abstieg keine Katastrophe für den Verein wäre

Neun Spiele, ein Sieg, letzter Tabellenplatz in der fünften Liga. Woran liegt es, Herr Scheffold?

Auch wenn es banal klingt und in solchen Fällen immer gern als Grund genannt wird: In erster Linie liegt es an der Verletzungsmisere. Das begann schon im ersten Vorbereitungsspiel, in dem sich Valentin Istoc schwer verletzt hat und anschließend drei Monate ausfiel. Das hat sich anschließend kontinuierlich fortgesetzt, und das macht natürlich auch die Arbeit im Training schwierig. Außerdem haben wir uns von unseren Neuzugängen Oliver Robotka und Roland Czari mehr versprochen. Beide sind inzwischen wieder weg, weil sie selber eingesehen haben, dass sie die erforderlichen Leistungen nicht bringen.

Welche Möglichkeiten hat denn ein Amateurverein, auf so eine Situation zu reagieren? Gerade in einer Region, in der es relativ viele Vereine und relativ wenige Handballspieler gibt?

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Genau das ist das Problem. Vor vielen Jahren gab es hier zwei Vereine, das waren Vöhringen und Langenau. So sehr wir uns darüber freuen, dass wir jetzt mehr Derbys haben, so sehr macht uns die verschärfte Konkurrenzsituation zu schaffen. Man muss eben darauf hoffen, dass es irgendwo einen Spieler gibt, der mit seinem Trainer nicht klarkommt oder mit seinen Einsatzzeiten unzufrieden ist. Oder man kann einen Ausländer holen. Aber so eine Entscheidung werden wir in Vöhringen nicht übers Knie brechen, und wir werden auch nie und nimmer einen Spielervermittler einschalten.

Wie sicher ist der Job von Trainer Vasile Stanciu?

Völlig sicher. Es hat in Vöhringen noch nie eine Trainerentlassung gegeben, und es wird nie eine geben. Stanciu kann am allerwenigsten für die derzeitige Situation. Wenn wir von Verantwortung reden, dann trage die in erster Linie ich als Abteilungsleiter. Was uns fehlt, das ist ein Spielmacher, ein sogenannter Mittelmann. Ich habe es bisher nicht geschafft, so einen Spieler zu verpflichten.

Wäre ein Abstieg in die Landesliga für den Traditionsverein SC Vöhringen eine Katastrophe oder eher ein Betriebsunfall?

Der Reaktorunfall in Fukushima war eine Katastrophe. Im Amateursport gibt es keine Katastrophen. Ein Vöhringer Abstieg wäre schade. Aber ich rede nicht von Abstiegskampf, sondern von Aufholjagd. Interview: Pit Meier

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