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Tischtennis

07.01.2018

Borussia Düsseldorf verteidigt den Tischtennis-Pokal

Der alte und neue Pokalsieger heißt Borussia Düsseldorf. Deren Endspielgegner Saarbrücken hatte das Nachsehen. Für die Nordrhein-Westfalen ist es der sechste Pokalerfolg hintereinander. Insgesamt gewann das Team von Superstar Timo Boll (rechts) den Titel schon 26 Mal.
Bild: Horst Hörger

Die Ratiopharm-Arena liegt den Spielern der Borussia, zum sechsten Mal in Folge holen sie hier den Titel. Routinier Timo Boll muss dabei nur phasenweise zaubern.

Borussia Düsseldorf bleibt im deutschen Tischtennis weiterhin das Maß aller Dinge. Am Samstag holte sich der Rekordmeister vor fast 4000 Besuchern in der ausverkauften Ratiopharm-Arena zum sechsten Mal in Folge den Pokalsieg, den 26. übrigens und den 69. Titel auf nationaler Ebene insgesamt. Allerdings wirkten die Ergebnisse deutlicher als die tatsächliche Überlegenheit.

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„Es waren schon einige knappe Spiele dabei, aber die gibt es immer“, befand Borussen-Trainer Danny Heister. Jedenfalls freuten sich seine Schützlinge nach dem Siegpunkt ausgelassen wie Schulbuben, hüpften nach der Pokalübergabe vom Champagner triefend auf dem Podest bis die Kulisse kippte.

In den beiden Spielen zuvor wackelte der Titelverteidiger zwar gelegentlich, aber er fiel nicht. „Wir haben einige brenzlige Situationen gut überstanden“, räumte denn auch Deutschlands Tischtennis-Idol Timo Boll ein. Der aktuelle Weltranglisten-Dritte verlor im Finale gegen den portugiesischen Ex-Europameister Tiago Apolonia den ersten Satz und gewann den zweiten nur knapp.

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Düsseldorf gewinnt mit Timo Boll Tischtennis-Pokal

„Wenn man in solchen Momenten nicht den Schalter umlegen kann, kann ein Spiel auch ganz anders laufen“, resümierte der 36-Jährige. Aber er konnte es eben, begann im dritten Satz quasi aus dem Stand zu zaubern und ließ bis zum Siegpunkt serienweise aufblitzen, warum er unlängst vom Weltverband zum „Tischtennis-Spieler des Jahres“ gekürt wurde.

Vor dem der für Werder Bremen spielende rumänische Meister Hunor Scöcs im Auftakt-Einzel des Halbfinales wohl nicht nur deswegen fast in Ehrfurcht erstarrte. Schon der Jubelsturm bei der Begrüßung des absoluten Publikumslieblings in der Arena könnte ihm den letzten Funken Mut aus der Halle geblasen haben. Timo Boll seinerseits holte sich am Samstag allenfalls einen Muskelkater vom Autogramme Schreiben.

Nicht nur seine fest eingeplanten Punkte indes unterstreichen die Bedeutung des „Faktors Boll“ für sein Team. Bastian Steger, sein gleichaltriger Nationalmannschaftskollege, haderte nach seiner denkbar knappen Niederlage gegen Düsseldorfs jungen Schweden Anton Källberg (20): „Damit war unser Plan gescheitert. Ich sollte gegen ihn ausgleichen und Omar uns dann in Führung bringen.“

Aber auch dem Ägypter Omar Assar fehlten gegen Kristian Karlsson nach einer spektakulären Aufholjagd im Entscheidungssatz gerade mal zwei Punkte. Und vielleicht in eben dieser Phase auch die Sicherheit und Ruhe, die ein Punktegarant auf der Bank vermittelt.

Ochsenhausen ohne Führungsspieler

Was nach dem Finale zumindest indirekt Saarbrückens Nationalspieler Patrick Franziska ebenfalls bestätigte: „Ich wusste, dass ich gegen Kristian Karlsson gewinnen muss, damit wir eine Chance haben. So wurde es danach gegen Timo umso schwerer.“ Gleichwohl sei das nicht unbedingt der Grund für seine ebenfalls äußerst knappe Niederlage gewesen: „Er war in der entscheidenden Phase einfach einen Tick besser und schneller.“

Die Wirkung eines fehlenden Führungsspielers schmerzlich erfahren mussten derweil die mit hohen Erwartungen angereisten TTF Ochsenhausen, nicht zuletzt eines leichten Heimvorteils wegen. Aber ihr französischer Spitzenmann Simon Gauzy, derzeit Neunter der Weltrangliste, war wegen Rückenproblemen nicht einsatzfähig. Und seine jüngeren Kollegen begeisterten im Halbfinale zwar über weite Phasen mit Weltklasse-Tischtennis, vor allem aber Jakub Dyjas (22) und Hugo Calderano (21) vergaßen in den entscheidenden Momenten ihre Qualitäten.

„Jakub hat gegen Apolonia schon 2:1 und 9:5 geführt, das muss er eigentlich nach Hause bringen“, bedauerte TTF-Präsident Kristijan Pejinovic, der sozusagen „in unserem Vorgarten“ zumindest auf einen Finaleinzug gehofft hatte. Stattdessen feierte dort die auswärtige Verwandtschaft.

Halbfinale:

Düsseldorf – Werder Bremen 3:0

Timo Boll – Hunor Scöcs 3:0

Anton Källberg – Bastian Steger 3:2

Kristian Karlsson – Omar Assar 3:2

Saarbrücken – Ochsenhausen 3:1

Tiago Apolonia – Jakub Dyjas 3:2

P. Franziska – H. Calderano 3:1

Patrick Baum – Y. Muramatsu 1:3

Tiago Apolonia – H. Calderano 3:1

Finale:

Düsseldorf – Saarbrücken 3:0

K. Karlsson – P. Franziska 3:2

Timo Boll – Tiago Apolonia 3:1

Anton Källberg – Patrick Baum 3:0

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