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Fußball

22.12.2020

DFB-Pokalsensation des SSV Ulm 1846 Fußball gegen Schalke bleibt aus

Schalkes Kilian Ludewig (rechts) und Marcel Schmidts vom SSV Ulm 1846 Fußball kämpfen im DFB-Pokal um den Ball.
Bild: Guido Kirchner/dpa

Die Rollenverteilung ist klar zwischen den Ulmer Spatzen und den Schalker Bundesligisten. Doch der Spielverlauf überrascht.

In zwei Bussen mussten die Ulmer Spatzen am Montag nach Gelsenkirchen für ihr Pokalspiel gegen Schalke 04 am Dienstagabend reisen. Aus ökologischer Sicht war das fragwürdig, aber so lauteten wegen Corona nun mal die Regeln des DFB.

Immerhin wurde dem SSV Ulm 1846 Fußball die Abreise von einem kleinen Banner am Haupteingang des Ulmer Donaustadions versüßt. „Ganz Ulm steht hinter euch! Haut sie weg!“ hatten Fans darauf geschrieben. Neben der moralischen Unterstützung gab es für das Team von Trainer Holger Bachthaler aber auch flüssige Anreize: Die Ulmer Vorglühbar hatte auf ihrer Facebookseite 100 Liter Freibier für die Mannschaft versprochen – bei einem Sieg wohlgemerkt.

Was in der reinen Spielansetzung – Viertligist gegen Bundesligateam – nach einer sicheren Wette klang, entpuppte sich im Spiel allerdings als nicht so eindeutig. Trotzdem verloren die Spatzen mit 1:3 (0:1).

Viel war im Voraus ja gesagt und geschrieben worden über die Schalker, die aufgrund ihrer bemerkenswerten Sieglosserie in der Bundesliga mit dem Rücken zur Wand stehen, im Pokal aber wenigstens für etwas Licht in ihrer dunklen Phase sorgen konnten.

Am eindrücklichsten formulierte Interimstrainer Huub Stevens die Lage seiner Spieler. „Die Jungs sind am Boden“, sagte er am Montag auf einer Pressekonferenz. Stevens, der vor seinem wohl vorerst letzten Spiel als Schalker Trainer stand, hatte also eine verunsicherte Mannschaft anzuleiten. Personell kam dazu, dass S04 einige Ausfälle verdauen musste.

Und Ulm hatte immerhin eine enttäuschende Niederlage gegen Hessen Kassel zu verarbeiten, die etwas Missmut zur Folge gehabt hatte.

DFB-Pokal: Schalke 04 besiegt SSV Ulm 1846 Fußball

Die schien allerdings mit dem Anpfiff am Dienstag vergessen gewesen zu sein. Ulm, das auf drei Positionen verändert worden war, hatte den wesentlich besseren Start in die Partie. Überrumpeln schien die Taktik des SSV zu sein. Das sah gut aus, Ertrag sollte es aber noch keinen einbringen. Trotzdem war damit die erste Duftmarke der Gäste gesetzt, ehe Benito Raman die erste Chance des Spiels für S04 aufs Ulmer Tor abgab – die aber kein Problem für Keeper Maximilian Reule darstellte.

Was Ulm in der ersten Halbzeit zeigte, war wie schon im DFB-Pokal-Erstrundenspiel gegen Erzgebirge Aue beeindruckend. Die Spatzen waren ballsicher, kreativ und mitunter frech. So versuchte es Nicolas Jann in der 13. Minute mit einem schlitzohrigen Schuss, doch Schalkes Torhüter Ralf Fährmann ließ sich davon nicht beeindrucken.

Bei den Königsblauen funktionierte im Spiel nach vorne dafür noch nicht allzu viel, was auch an der kompakten Ulmer Defensive lag. Nur einen kleinen Makel erlaubte sie sich in den ersten 45 Minuten und die führte prompt zum 0:1. In der 27. Spielminute bekam Suat Serdar rund 25 Meter vor dem SSV-Tor etwas viel Platz gewährt und schloss mit einem starkem Distanzschuss ab.

Es war nur eine kleine Nachlässigkeit der Spatzen, doch die reichte schon aus bei einem der besten Spieler im Kader von S04. Verdient war die Führung nicht. Sie zeigte aber, dass auch ein angeschlagener Bundesligist eben immer noch ein Bundesligist ist, der mit seiner individuellen Klasse punkten kann, wenn es fußballerisch mal nicht so läuft.

Ulmer Spatzen scheitern in zweiter Runde des DFB-Pokals

Das wussten die Spatzen natürlich im Voraus, trotzdem waren sie mit „sehr, sehr großem“ Selbstvertrauen in die Arena auf Schalke gereist, wie Holger Bachthaler vor der Partie auf Sky gesagt hatte.

Mit einem längeren Spaziergang und dem Studium von Videoszenen der Schalker hatte er sein Team am Dienstag auf die Partie vorbereitet. „Wir haben nichts zu verlieren“, sagte er. So spielte sein Team schließlich auch in Halbzeit zwei. Robin Heußer gab in der 47. Minute einen nicht sonderlich gefährlichen Schuss in Richtung Fährmann ab, der ohne Ertrag blieb. Dann allerdings machten die Ulmer einen Fehler, den sie schon vor dem 0:1 begangen hatten. Dieses Mal ließen sie Amine Harit vor dem Strafraum zu viel Platz, dem nächsten Hochbegabten bei den Gastgebern. Seinen Schuss parierte Maximilian Reule zwar, ließ den Ball aber nach vorne abprallen und legte ihn so unabsichtlich Raman auf, der nur noch einzuschieben brauchte.

Mit dem 2:0 kam dann etwas Ruhe ins Schalker Spiel. Und noch ruhiger wurde es nach dem 3:0 durch Raman. Die Höhe der Führung war etwas schmeichelhaft, auch wenn von den Spatzen nun deutlich weniger kam als zuvor. Sie konnten sich aber doch noch wenigstens etwas freuen, weil Johannes Reichert in der 82. Minute per Elfmeter zum 1:3 traf.

Steffen Kienle war angeblich gefoult worden, so ganz eindeutig war die Sache aber nicht. Reichert war es egal und sein Treffer leitete schließlich eine kleine Schlussoffensive seines Teams ein. Allerdings blieb die ohne einschneidenden Erfolg. Trotzdem musste sich das Team von Holger Bachthaler nicht grämen. Denn verkauft hat sich der Regionalligist äußerst teuer. Dieser Meinung war auch sein Trainer: "Die Leistung verdient Respekt", sagte er nach dem Spiel ins Mikrofon von Sky.

SSV Ulm 1846 Fußball: Reule – Stoll, Reichert, Geyer (79. Krebs), Schmidts – Coban, Gashi (79. Heilig), Sapina (68. Beck), Heußer, Jann (72. Kienle) – Rühle (72. Higl).

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