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Basketball

04.11.2019

Da wirkt Ratiopharm Ulm sehr klein

Der Ulmer Center Grant Jerrett (am Ball) ist 2,08 Meter groß. Gegen Bologna tat auch er sich trotzdem im Hinspiel schwer, in dieser Szene wird er von gleich drei Gegenspielern beackert.
Bild: imago-images/Nordphoto

Gegen Berlin war es schwer, gegen Bologna wird es eher noch schwerer. Was auch daran liegt, dass Ratiopharm Ulm nur noch vier Ausländer einsetzen kann

Die Aufgabe am Sonntag in der Basketball-Bundesliga bei Alba Berlin war schwer für Ratiopharm Ulm. Die im Eurocup am Mittwoch (20.30 Uhr) bei Virtus Bologna wird vermutlich noch schwerer. Was nicht nur daran liegt, dass die Mannschaft aus der Hauptstadt der Region Emilia-Romagna in Italien die ersten sieben Saisonspiele gewonnen hat und Tabellenführer der Lega A ist. Zudem hat Bologna im zweitwichtigsten europäischen Wettbewerb die beste Offensive und die höchste Effektivität vorzuweisen. Vor allem aber werden die Ulmer von personellen Problemen gebeutelt.

Das Hinspiel gegen die Italiener verlor der Bundesligist Anfang Oktober mit 79:92. Damals hatte Ulm sechs Ausländer zur Verfügung, am Mittwoch sind es im „Paladozza“ von Bologna nur noch vier. Tyler Harvey hat sich vor drei Wochen am linken Ellbogen verletzt, der für ihn nachverpflichtete Isaiah Briscoe ist wegen des Todes seines Vaters wieder in die USA geflogen und am Sonntag in Berlin hat es ausgerechnet auch noch Zoran Dragic am Oberschenkel erwischt. Der Slowene ist deswegen am Montag zurück nach Ulm geflogen, um sich untersuchen zu lassen, der Rest der Mannschaft reiste am Dienstag nach Bologna. Als Energiebündel und Anführer ist Dragic nach den bisherigen Eindrücken dieser Saison für die Ulmer eigentlich nicht zu ersetzen.

Noch ein Weltstar beim Gegner von Ratiopharm Ulm

Obendrein ist der Gegner noch besser besetzt als im Hinspiel. Damals fehlte Milos Teodosic, inzwischen ist der Mann, der drei Jahre lang für die Los Angeles Clippers in der NBA gespielt hat und mit ZSKA Moskau die Euroleague gewann, wieder fit. Zusammen mit seinem serbischen Landsmann Stefan Markovic bildet er das wahrscheinlich beste Guard-Duo im Wettbewerb. Der Ulmer Trainer Jaka Lakovic beschreibt die Mannschaft von Bologna so: „Sie ist in der Lage, sehr schnell zu spielen und mit Markovic und Teodosic das Spiel mit einer an Perfektion grenzenden Präzision zu kontrollieren.“

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Unschlagbar ist allerdings Bologna nicht. Bewiesen haben das die Griechen aus Patras bei ihrem 78:69-Heimsieg am vierten Vorrundenspieltag der Gruppe A. Die Ulmer werden ein ähnliches Wunder vollbringen müssen, wenn die ohnehin nur leise Hoffnung auf einen der vier ersten Plätze und damit das Weiterkommen am Leben bleiben soll.

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Der Ulmer Auftritt in Berlin taugt nur bedingt als Mutmacher. Einerseits war da der starke Auftritt der Schützlinge von Lakovic über drei Viertel und der knappe 75:74-Vorsprung vor dem letzten Spielabschnitt. Dann wurden die Ulmer allerdings mit 35:14 abgewatscht und verloren letztlich klar mit 89:109. Ein schwer zu erklärender Einbruch. Immerhin hatte Berlin in der Woche zuvor zweimal international gespielt, Ulm nur einmal. Vor allem dem in Halbzeit eins mit elf direkten Korbvorlagen so starken Kilian Hayes war der Kräfteverschleiß anzumerken. Fünf Mal schmiss der junge Franzose nach der großen Pause den Ball weg, Unterstützung im Spielaufbau wird er auch in Bologna kaum bekommen. Zudem warten dort mit Teodosic und Markovic auf ihn gleich zwei Gegenspieler der Kategorie Weltklasse.

Nach wie vor rätselhaft ist die Rolle, die Max Ugrai in dieser Ulmer Mannschaft spielt oder spielen soll. Zu Beginn der Saison saß er auch wegen einer Verletzung auf der Bank, bei der Heimniederlage gegen Frankfurt stand er dann plötzlich in der entscheidenden Phase auf dem Feld. Gegen Rishon Lezion und Berlin wurde Ugrai dann wieder gar nicht eingesetzt.

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