Frisbee

07.07.2015

Das Spiel mit der Scheibe

Frisbee ist für Carina Conzelmann viel mehr als ein Freizeitvergnügen. Die Ulmer Studentin nimmt in der kommenden Woche mit der deutschen U23 an der Weltmeisterschaft in London teil.
Bild: VfB Ulm

Die Ulmerin Carina Conzelmann wirft nicht im Freibad, sondern mit der Mannschaft bei Wettkämpfen. Und das so gut, dass sie bei der Weltmeisterschaft in London dabei ist

Frisbee wird meistens im Park und bei den derzeitigen Temperaturen auch gern im Freibad gespielt. Worin unterscheidet sich der Wettkampf vom Freizeitsport?

Wir spielen in Teams gegeneinander, zu jeder Mannschaft gehören sieben Spielerinnen. Es geht darum, die Scheibe in die gegnerische Endzone zu spielen, die Gegner versuchen die Pässe natürlich abzufangen und ihrerseits Angriffe zu starten. Das ist alles ein bisschen wie beim American Football.

Wie kommt man zu dieser eher ausgefallenen Sportart?

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Ich war früher Leichtathletin und bin vorwiegend die 400 und 800 Meter gelaufen. Im Training haben wir schon damals Frisbee gespielt. Als ich dann in Ulm mein Studium der Biochemie begonnen habe, bin ich über den Hochschulsport endgültig beim Frisbee und damit bei der Abteilung beim VfB Ulm gelandet.

Ihre Beschreibung dieses Sports klingt ziemlich anstrengend. Eine leichtathletische Vergangenheit und eine entsprechende Grundkondition schaden da sicher nicht, oder?

Kondition bracht man beim Frisbee auf alle Fälle. Das Feld ist 100 Meter lang und damit ungefähr so groß wie ein Fußballplatz, ein Spiel geht bei der Weltmeisterschaft über 100 Minuten und an manchen Tagen stehen bei der WM in London für uns gleich zwei Spiele auf dem Programm. Also ich bin hinterher immer ziemlich platt.

Wie oft trainiert eine Nationalspielerin?

Zweimal die Woche mindestens mit der Mannschaft. Dazu kommen natürlich spezielle Einheiten für Kondition, Kraft und Wurfübungen.

Tennismatches werden bei Regen unterbrochen, Frisbeespiele wahrscheinlich bei Wind, oder?

Bei Regen ist es auch für uns schwierig, weil die Scheibe rutschig wird. Aber deswegen wird kein Spiel unterbrochen, zur Not trägt man Handschuhe. Auch bei Wind wird weiter gespielt. Man muss diese Einflüsse eben bei den Würfen einkalkulieren und die Scheibe anders anstellen.

In einer Woche beginnt die WM. Was ist möglich für die deutsche U23?

In Europa ist Deutschland auf alle Fälle ganz vorne dabei. Weltweit sind die USA, Kanada, Japan und Kolumbien führend. In London spielt jeder gegen jeden und wenn wir eine dieser Mannschaften schlagen, dann sind wir ja schon in Medaillennähe.

Werden Frisbeesportler eigentlich gefördert und wie groß ist das Zuschauerinteresse?

Von einer Förderung weiß ich nichts. Ich bezahle meine Fahrt zur Weltmeisterschaft komplett selber, das sind schon so an die 1000 Euro. Viele Zuschauer werden in London wohl auch kaum kommen. Frisbee ist eben immer noch eine Randsportart, aber vielleicht können wir sie ja mit einem erfolgreichen Abschneiden bei der Weltmeisterschaft ein bisschen populärer machen. Interview: Pit Meier

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an digital@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
ila002.jpg
Kommentar

Noch gibt es Fragen in der Ulmer Trainerfrage

ad__web+mobil@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Zugang zu allen Inhalten, mtl. kündbar, 4 Jahre Abopreis-Garantie.
So attraktiv waren Heimatnachrichten noch nie!

Zum Web & Mobil Starterpaket