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E-Sports

30.11.2020

Das Ulmer Team Orange Gaming hat große Pläne

Große E-Sports-Veranstaltungen wie vor rund einem Jahr in der Neu-Ulmer Ratiopharm-Arena gibt es in diesem Jahr wegen Corona nicht. Trotzdem geht es der Branche gut.

Plus Die Gaming-Sparte von Ratiopharm Ulm läuft so gut, dass das hauseigene Team in Zukunft auf eigenen Beinen stehen will. Corona hat diese Entwicklung sogar begünstigt.

Noch vor einem Jahr sind 2500 Besucher in die Ratiopharm-Arena gekommen – und das nur, um anderen Leuten beim Spielen von Videogames zuzusehen. Ähnlich sah es auch im Ulmer Xinedome und dem Neu-Ulmer Dietrich-Theater aus. Beide Male konnten die Zuschauer Profi-E-Sportlern bei der Arbeit zuschauen. Heute sieht es aber ganz anders aus: Wegen der Corona-Pandemie dürfen solche Großveranstaltungen vorerst nicht mehr stattfinden. Dennoch sieht Darius Zähringer, Projektleiter im E-Sports bei Ratiopharm Ulm, eine positive Entwicklung. Insbesondere auch in seinem eigenen Klub.

Zähringer kümmert sich bei den Ulmern um das Team Orange Gaming (TOG), der E-Sports-Sparte von Ratiopharm Ulm, die 2018 gegründet wurde und mit der Basketballsimulation „NBA 2K“ den virtuellen Spielbetrieb startete. Mittlerweile wurden mit „Rocket League“ und „League of Legends“ zwei weitere Spiele etabliert. „Wir entwickeln uns in allen Spielen, in denen wir am Start sind, sehr gut“, sagt Darius Zähringer. Auch der seit März bestehende neue Mannschaftsname Team Orange Gaming symbolisiert den Fortschritt der Ulmer E-Sportler. Man möchte sich mit diesem ein Stück weit vom Basketball entkoppeln und eine eigene Marke kreieren, um auch neue Spiele zu integrieren, erklärt der E-Sports-Koordinator.

E-Sports-Team von Ratiopharm Ulm läuft erfolgreich

Insgesamt spielen im TOG 25 Personen, die sich in einzelne Teams aufteilen. So beschäftigen sich zum Beispiel mehrere Gruppen mit dem Spiel „League of Legends“. Diese treten an Wochenenden gegen andere Mannschaften in einem Ligabetrieb an. Ähnliches gilt für die beiden anderen Spiele, die das TOG spielt. Die Trainingseinheiten und Wettkämpfe werden aufgezeichnet und mit einem Trainer besprochen. Das ganze TOG besteht aus rund 50 Personen, viele davon sind keine Vollzeitmitarbeiter, sondern Ehrenamtliche. „Diese Zahl dürfte sich weiter steigern, denn E-Sports ist ein sehr schnelllebiges Geschäft und wir entwickeln uns sehr rasant weiter“, sagt Zähringer.

Das TOG trägt sich wirtschaftlich selbst und ist nicht von den Ulmer Basketballern abhängig. Geld kommt primär über Sponsoren und die Produktion eigener Livestreams in die Kassen. Bei solchen virtuellen Events wird Werbung der Sponsoren platziert, Gleiches gilt für Präsenzveranstaltungen. In Zukunft, so glaubt Zähringer, werden vermehrt Unternehmen auf die E-Sports-Branche zukommen, da hier eine Vielzahl an jungen, medienaffinen und gebildeten Menschen anzutreffen ist, die selbst spielt oder dem virtuellen Treiben zuschaut. Bisher gibt es aber ein zu geringes Bewusstsein bei Unternehmen, damit dieser Kanal profitabel ist. Zudem müsste sich auch die Region Ulm und Neu-Ulm diesem Trend annehmen und sich bewusst machen, was für ein Potenzial im E-Sports steckt, erklärt Zähringer.

Darüber hinaus kamen die Ulmer E-Sportler in Sachen Trainingshäufigkeit bisher gut durch die Corona-Krise. Zumal sich die einzelnen Teams in der Regel von zu Hause aus virtuell treffen und trainieren, sind hier kaum Umstellungen zu erkennen. Auch der Spielbetrieb lief normal weiter. Finanziell sei man trotz Corona ebenfalls stabil geblieben, sagt Zähringer. Problematischer ist hingegen der Wegfall der Live-Veranstaltungen, da E-Sports dadurch zum einen bekannter wird und zum anderen eine Gemeinschaft bildet. Das Image der Gamer als Kellerkinder träfe längst nicht mehr zu, sagt Zähringer. Vielmehr wollten sie sich auf der großen Bühne messen, bei Events zuschauen und sich mit anderen austauschen. Gerade in finanzieller Hinsicht sind Live-Erlebnisse wichtig, da Menschen so am besten vom E-Sports überzeugt und auch neue Mitglieder angeworben werden können.

Team Orange Gaming möchte eigene Marke sein

Außerdem ist Zähringer überzeugt: „E-Sports hat durch Corona mittelbar einen Schub bekommen.“ Zum einen sei der Gesellschaft klar geworden, wie wichtig die Digitalisierung ist, zum anderen zeige sich, wie Kommunikation und Gemeinschaft auch online betrieben werden könnten. Das Problem läge aber darin, dass E-Sports in der Gesellschaft ankommen und ein Bewusstsein entstehen müsse, dass dieser Bereich eine Plattform für Kommunikation und Gemeinschaft sei.

Über das zukünftige Ziel des TOG sagt Darius Zähringer: „Wir möchten ein eigenständiges Unternehmen sein und das Projekt auf eigene Beine stellen, aber wir wollen nicht weg von der Ulmer Basketballfamilie, weil dort unsere Identität liegt.“ Außerdem könne jeder Spielbegeisterte zum TOG kommen, denn die E-Sports-Abteilung möchte die Spieler weiterentwickeln und in das Team integrieren.

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