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Bezirk Donau/Iller

16.02.2021

Das meinen die Vereine zu den Neustart-Plänen im Amateurfußball

Niko Berchtold, der Spielertrainer des Bezirksliga-Neulings SGM Ingstetten/Schießen würde sich freuen, wenn es demnächst weiter geht. Unter seinen Kollegen gibt es aber durchaus auch andere Meinungen.
Bild: Roland Furthmair

Plus Es gibt Vereine, die freuen sich, wenn wenigstens die Vorrunde beendet wird. Von anderen kommt deutliche Kritik und die Forderung nach einem Abbruch der Saison.

Die Chefetage des Württembergischen Fußball-Verbands (WFV) hat ihre Saisonplanung in der Corona-Pandemie noch einmal überarbeitet und dabei ist das herausgekommen: Wenn spätestens am 9. Mai wieder gespielt werden darf, dann wird die Vorrunde beendet, es gibt Auf- und Absteiger und eine Relegation. Wenn nicht, dann wird die Saison annulliert. Wir haben bei Vereinen im Bezirk Donau/Iller nachgefragt und festgestellt: Nicht überall lösen die Verbandspläne helle Begeisterung aus.

Harald Haug, der Langzeit-Trainer des TSV Buch, spricht etwa von einer Ungerechtigkeit und sagt: „Ein Abbruch der Saison wäre die einzig faire Lösung. Mir fehlt jedes Verständnis dafür, dass man auf Gedeih und Verderb noch Auf- und Absteiger ermitteln will.“ Haug vergleicht das Verbandsmodell mit einem Lauf über 10.000 Meter: „Der wird auch nicht nach ein paar Runden abgebrochen und gewertet.“ Der Landesligist aus dem Rothtal ist sportlich von Corona besonders hart betroffen. Als im vergangenen Herbst wochenlang in Württemberg gespielt werden durfte, in Bayern aber nicht, da hat der TSV Buch mehrfach das Heimrecht getauscht – immer in der nunmehr fälschlichen Annahme, dass in der Rückrunde erneut getauscht wird und sich somit alles wieder ausgleicht.

TSV Buch hat erst zweimal zuhause gespielt

Von den zwischen dem 23. August und dem 25. Oktober des vergangenen Jahres hat Buch elf Punktspiele ausgetragen, nur zwei davon im heimischen Felsenstadion und nur diese zwei hat die Mannschaft von Haug gewonnen. Das reicht derzeit nur zum (Abstiegs-) Platz 15. Wird nach der Vorrunde abgebrochen, dann hat der TSV Buch noch vier Heim- und drei Auswärtsspiele vor der Brust. Das würde in der Summe zwölf Partien auf eigenem Geläuf und sechs auf fremden Plätzen bedeuten. Man muss nicht parteiisch sein, um so etwas als ungerecht zu empfinden. Harald Haug sagt: „Auch der TSV Buch würde gerne weiterhin in der Landesliga spielen. Ich hätte trotzdem kein Problem mit einem Abstieg – aber nur am Ende einer kompletten und sportlich fairen Saison mit 36 Spieltagen, an denen wir 18 Mal Heimrecht haben.“

Der Kollege Christoph Schreglevom Bezirksligisten SV Tiefenbach plädiert ebenfalls für einen Abbruch der Saison und eine Fortsetzung im Herbst – das ist genau das Modell, für das sich zuletzt der Bayerische Fußball-Verband (BFV) entschieden hat. Wegen des späteren Starts musste Tiefenbach längst nicht so oft auf das Heimrecht verzichten wie der Landesligist Buch. Mit Blick auf den Nachbarn sagt Schregle: „Was man mit dem macht, das geht gar nicht.“ Aber der Tiefenbacher Trainer gibt auch zu: „Die Meinungen sind bestimmt ein Stück weit abhängig vom Tabellenstand. Wer mit sieben Punkten Vorsprung Erster ist, der spielt gern weiter. Wer wie wir hinten drin hängt, der würde gerne abbrechen.“ Aber einen dringenden Wunsch hat er, sollte es tatsächlich nach einer Pause von bis zu einem halben Jahr weiter gehen: „Der Verband muss wissen, dass eine Vorbereitung von zwei Wochen dann viel zu wenig wäre. Wir brauchen vier, sonst ist die Verletzungsgefahr zu groß.“

SGM Ingstetten/Schießen will auch auswärts gewinnen

Die SGM Ingstetten/Schießen hängt in der Bezirksliga ebenfalls unten drin, derzeit belegt die Roggenburger Spielgemeinschaft den Relegationsplatz. Spielertrainer Nikolas Berchtold freut sich trotzdem auf die verbleibenden zehn Spiele in der Hinrunde, sollten sie denn ausgetragen werden: „Ich bin richtig motiviert, die Spieler sind es auch und ich bin optimistisch, dass wir den Klassenerhalt schaffen.“ Auch der Aufsteiger hat im Herbst vereinzelt das Heimrecht getauscht, ein entscheidendes Kriterium ist das für Berchtold aber nicht: „Wir spielen unheimlich gern in Ingstetten und wir spielen unheimlich gern in Schießen. Aber gewinnen wollen wir immer – ob daheim oder auswärts.“

Relativ weit oben steht im Gegensatz zum TSV Buch, dem SV Tiefenbach und der SGM Ingstetten/Schießen der FV Weißenhorn: auf Platz drei des Tableaus der Kreisliga A Iller, punktgleich mit dem Zweiten SV Beuren. Der Vereinschef Rene Räpple wittert die Chance, über die Relegation den Durchmarsch in die Bezirksliga Donau/Iller perfekt zu machen und er freut sich über die Perspektive auf einen Neustart. Christoph Schregle hat es ja gleich gewusst: Die Interessen der Vereine sind nicht unbedingt deckungsgleich.

Lesen Sie auch: Werden im Jugendfußball die Bundesligen abgeschafft?

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