Newsticker

München überschreitet Corona-Grenzwert
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Lokalsport
  4. Die Nachbarn können und wollen doch zusammen

30.07.2010

Die Nachbarn können und wollen doch zusammen

Schulterschluss im Basketball zwischen (von links) Thomas Stoll (Ulm), Jochen Seif (Weißenhorn), Andreas Oettel (Ulm) und Wolfgang Groer (Weißenhorn). Foto: anbr
Bild: anbr

Ulm/Weißenhorn Nun wächst also doch zusammen, was nach Überzeugung von großen Teilen der regionalen Basketball-Gemeinde sowieso zusammengehört. Bundesligist Ratiopharm Ulm und Zweitligist BG Illertal/Weißenhorn haben eine Kooperation vereinbart. Mit dieser nach einigen Sticheleien und Eifersüchteleien in der Vergangenheit unerwarteten Nachricht gingen beide Vereine gestern gemeinsam an die Öffentlichkeit.

In der Region gibt es damit Mannschaften in der Bundesliga, Pro B, zweiten Regionalliga, Landesliga, Bezirksliga, Kreisliga, Jugend- und Nachwuchs-Bundesliga unter einem Kooperationsdach. Nach Überzeugung beider Partner die idealen Bedingungen für die Ausbildung von Nachwuchsspielern. "Beide Seiten haben davon einen Vorteil", stellt Jochen Seif fest, der Vorsitzende der BG Illertal/ Weißenhorn.

Dessen Verein löst mit den Nachwuchskräften aus Ulm sein Personalproblem. Mehrfach musste Weißenhorn in der vergangenen Saison mit sieben Mann antreten, auch vernünftige Trainingsarbeit war mit einer Handvoll Spielern nur eingeschränkt möglich. Für den Ulmer Manager Thomas Stoll wiederum ist die Option Pro B ein starkes Argument in Verhandlungen mit jugendlichen Nationalspielern, die bisher nicht in der zweiten Regionalliga versauern wollten. Der Ulmer Manager stellt den Weißenhorner Zuschauern in Aussicht: "Sie werden den nächsten Robin Benzing oder den nächsten Dirk Nowitzki drei Jahre vor allen anderen sehen."

Innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen soll nun auch das Weißenhorner Trainerproblem gelöst werden. Uwe Sauer ist nach wie vor ein Kandidat, aber wohl nicht mehr unbedingt allererste Wahl. Der Trainer eines Teams in Kooperation muss schließlich bereit sein, diese Kröten zu schlucken: Er findet eine Mannschaft vor und die sportliche Verantwortung tragen letztlich Bundesliga-Coach Mike Taylor und Bundesliga-Manager Thomas Stoll.

Trotzdem bleibt die BG Illertal/Weißenhorn ein auch wirtschaftlich unabhängiger und eben nicht von Ulm subventionierter Verein. "Es wird kein Verein aufgekauft und keiner verkauft", sagt Stoll. Die Ulmer sind sogar sehr daran interessiert, dass der Nachbar eine "eigenständige Marke" bleibt. Entsprechend wurden für beide Vereine gesonderte mittelfristige Ziele formuliert: Ulm will mithilfe der Kooperation zur nationalen Spitze aufschließen. Und Weißenhorn soll in die Pro A aufsteigen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren