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Tischtennis

08.01.2021

Dunkles Loch statt roter Wand: Das Final Four in Neu-Ulm

Die „rote Wand“ kann am Samstag den ASV Grünwettersbach nicht unterstützen. Publikum ist bei der Endrunde um den deutschen Tischtennis-Pokal in der Ratiopharm-Arena nicht zugelassen.
Bild: Willi Baur

Plus Die Pokal-Endrunde in der Ratiopharm-Arena verspricht Spannung, aber es fehlen die Zuschauer. Das tut vor allem einem Verein weh. Im nächsten Jahr will auch der TTC Neu-Ulm dabei sein.

Kann Borussia Düsseldorf, das Team um Deutschlands Tischtennis-Legende Timo Boll, am Samstag in der Ratiopharm-Arena den 27. Pokalsieg auf nationaler Ebene feiern oder gelingt vielleicht dem ASV Grünwettersbach eine erfolgreiche Titelverteidigung? Können die TTF Ochsenhausen ihren Pokalerfolg von 2019 wiederholen oder wird ihnen der TTC Bergneustadt dieses Vorhaben mit einem Überraschungscoup vermasseln? Jedenfalls verheißt die inzwischen sechste Pokal-Endrunde in der Arena nicht weniger Spannung als in den Vorjahren.

Eine weniger schöne Premiere aber gibt es doch: Sorgten vor Jahresfrist noch begeisterte 4600 Fans für eine brodelnde Atmosphäre unter dem Hallendach, sind diesmal drei Geisterspiele angesagt. Die beiden Halbfinals (11 Uhr) finden ebenso wie das Endspiel (15.30 Uhr) wegen der Corona-Pandemie ohne Publikum statt.

Tischtennis Final-Four in der Ratiopharm-Arena

Das dürfte vor allem die Spieler des badischen Titelverteidigers schmerzen. Keine andere Mannschaft wurde im vergangenen Jahr von den Rängen so unterstützt wie der ASV Grünwettersbach von seinem stattlichen Fanklub im Einheitsdress. Dunkles Loch statt roter Wand also, doch das ist für den Karlsruher Traditionsverein mitnichten die einzige Neuerung.

Auch sportlich werden die Karten neu gemischt. Von den drei Klubs, die schon im Vorjahr die Halbfinals bestritten hatten, kommt nur Borussia Düsseldorf personell unverändert in die Arena. Und der TTC Bergneustadt als neuer Vierter am Tisch sieht sich selbst zwar als Außenseiter, dürfte jedoch von keinem Konkurrenten unterschätzt werden. Zumal die Truppe um das Eigengewächs Benedikt Duda wohl den steinigsten Weg nach Neu-Ulm hinter sich hat: In Bremen und zu Hause gegen Saarbrücken musste sich der TTC behaupten. „Ochsenhausen geht gegen uns zwar als Favorit ins Halbfinale, ich glaube aber trotzdem an unsere Chance“, sagte denn auch der 26-jährige deutsche Nationalspieler, der diesmal nur im Endspiel auf Kollegen aus dem DTTB-Kader treffen könnte.

Die stehen sich nämlich zunächst im zweiten Halbfinale gegenüber. Mit dem Grünwettersbacher Dang Qiu und Düsseldorfs Ricardo Walther pikanterweise sogar zwei Spieler, die nach der Saison die Seiten tauschen werden. Und dann natürlich Timo Boll, auch mit 39 Jahren noch das Gesicht der Borussia. Im Vorjahr konnten seine zwei Einzelsiege das Aus im Halbfinale gegen Ochsenhausen nicht verhindern. „Ein Jahr ohne Titel schmerzt“, hat der Vielfach-Meister durchblicken lassen. Aber der Renommierklub hat sich zurückgemeldet, zuletzt mit dem souveränen Gewinn der Champions League kurz vor Weihnachten. In der Bundesliga dominiert ebenfalls das Team von Trainer Danny Heister, der es in neun Jahren zu 18 Titeln geführt hat. Notfalls auch ohne Timo Boll, wie die Liga-Bilanzen seiner Kollegen eindrucksvoll unterstreichen: Die Schweden Anton Källberg und Kristian Karlsson 14:1 respektive 7:2, Ricardo Walther 6:2.

Pokal-Endrunde im Tischtennis vor leeren Rängen

Deutlich abhängiger von ihrem jeweiligen Spitzenmann sind derweil Bergneustadt (Benedikt Duda) und Grünwettersbach (Dang Qiu), während Ochsenhausen mit Hugo Calderano und Simon Gauzy zumindest zwei Spieler mit Top-Niveau aufbieten kann. Respekt vor dem ASV hat Boll gleichwohl. Die Frage nach einem Wunschgegner im Finale will er nicht beantworten: „Erst Grünwettersbach schlagen.“

Jammerschade sei es, meint Neu-Ulms TTC-Präsident Florian Ebner, „dass dieses hochklassige Turnier diesmal ohne Fans stattfinden muss“. Das, hofft er, sollte sich im nächsten Jahr wieder ändern. Und noch etwas: „Ich gehe fest davon aus, dass wir dann dabei sind.“

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