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Durch die Ausgliederung der Spatzen steigt der Erfolgsdruck

Kommentar Von Gideon Ötinger
28.01.2020

Die Kommanditgesellschaft des SSV Ulm 1846 Fußball birgt große Chancen - und Risiken. Denn wirtschaftlichen Erfolg gibt es nur in Kombination mit sportlichem. Ein Kommentar.

Es war eine klare Ansage von Sportvorstand Anton Gugelfuß auf der Mitgliederversammlung des SSV Ulm 1846 Fußball: „Die Erwartungshaltung ist in Ulm zu groß.“ Er hatte es in ähnlicher Form schon ein paar Mal geäußert und damit auch recht. Viele - nicht alle - Ulmer Anhänger schwelgen noch in den alten Bundesliga-Zeiten und sehen in ihrem Team mehr als "nur" einen Regionalligisten. Jetzt wird die Profi-Abteilung der Ulmer Spatzen ausgegliedert. Kleiner wird die Erwartungshaltung an das Team dadurch aber nicht, das Wort „Kapitalgesellschaft“ klingt schon sehr nach großem Fußball. Da wollen die Ulmer hin, daraus machen sie keinen Hehl. Die richtigen Voraussetzungen haben sie jetzt dafür geschaffen.

Auch interessant: Das sind die strukturellen Hintergründe der Ausgliederung.

In der Ausgliederung liegen große Chancen. Um die zu nutzen, sind neue Spieler nötig, aber auch neue Strukturen. Der Sprung von der vierten in die dritte Liga ist enorm, die Liga wird vom DFB organisiert, der eine ganze Reihe von Anforderungen an die Mannschaften stellt. Sportlich ist es sowieso eine ganz andere Hausnummer. Nun ist es die Aufgabe des Vorstands, in Ruhe die nötigen Vorbereitungen dafür zu treffen.

Kommentar zur Ausgliederung des SSV Ulm 1846 Fußball

Denn finanziell auf eigenen Beinen zu stehen und den Hauptverein vom Risiko des Fußballgeschäfts zu befreien, ist wichtig; trotzdem gibt es Risiken wie den Umgang mit Geldgebern. Dem aktuellen Vorstand ist es zuzutrauen, dass er den Einfluss der Investoren gering halten wird. Doch eines Tages wird es andere Vorsitzende geben und das Ziel, Aktionäre an der kurzen Leine zu halten, hatten schon andere im Fußball – mit unterschiedlichem Erfolg. Zudem wird der Druck auf die Spatzen steigen: Ziel der Ausgliederung ist der Aufstieg. Was, wenn der nicht kommt? Aktienkäufe sind Einmalzahlungen und bilden für die Spatzen nur das Fundament, um besser wirtschaften zu können. Um liquide zu bleiben, muss zusätzliches Geld reinkommen und das funktioniert am besten über Erfolge. Wenn die ausbleiben, droht eines Tages vielleicht wieder die Oberliga, da ist der Spielbetrieb billiger. Die Erwartungshaltung wird also groß bleiben. Davon sollten sich die Chefs aber nicht beeindrucken lassen.

Lesen Sie auch: Spatzen-Mitglieder stimmen für die Ausgliederung der Profiabteilung

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