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Basketball-Bundesliga

28.01.2019

Eine Legende mit der Nummer sechs bei den Ulmer Basketballern

Für die Fans von Ratiopharm Ulm ist Per Günther nicht erst seit seinem starken Auftritt am Samstag eine Legende. Für den Trainer der Eisbären aus Bremerhaven ist er schlicht die Nummer sechs.
Bild: Horst Hörger

Ratiopharm Ulm müht sich nach starkem Start zum Sieg gegen Bremerhaven. Großen Anteil daran hat Per Günther, dessen Namen der gegnerische Trainer nicht nennt

Lothar Matthäus hat in seiner Karriere meist die Rückennummer zehn getragen. Im Weltfußball kannte man ihn trotzdem als Matthäus. Die 23 auf dem Dress von Michael „Air“ Jordan war sogar ein Mythos in der amerikanischen Profiliga NBA. Angesprochen wurde er dennoch mit seinem Namen. Wenn man das alles runter bricht auf die deutsche Basketball-Bundesliga, dann ist man bei Per Günther. Für Dan Panaggio ist der Kapitän von Ratiopharm Ulm schlicht „die Nummer sechs“. Am Samstag haben die Eisbären Bremerhaven mit dem 69:78 in Ulm die zwölfte Niederlage nacheinander kassiert und das lag vielleicht auch daran, dass ihr Trainer die wenigen Legenden im deutschen Basketball offensichtlich nicht besonders gut kennt.

Nur ein Amerikaner für Ratiopharm Ulm auf dem Feld

In der Sache lag Panaggio allerdings richtig. In den letzten Minuten der Partie hat nach seiner Analyse „die Nummer sechs die Fäden gezogen.“ Auf dem Feld standen in dieser Phase neben Per Günther noch Max Ugrai (Panaggio: „Die Nummer 30 hat ein paar wichtige Würfe getroffen“), David Krämer, Bogdan Radosavljevic und als einziger Amerikaner Javonte Green. Eine fast nur aus deutschen Spielern bestehende Formation sicherte den Ulmern also den Pflichtsieg in einer Partie, die sie durchaus hätten verlieren können, die allerdings auch nie und nimmer so spannend hätte werden dürfen.

Wie schon beim Heimspiel gegen den Mitteldeutschen BC vor gut zwei Wochen sah es nämlich lange danach aus, als würden die Ulmer endlich einmal einen Abstiegskandidaten aus der Halle schließen. Sie führten schon im zweiten Viertel mit 15 Punkten (35:20), aber dann folgte erneut der unerklärliche Einbruch. Bis zur großen Pause schmolz der Vorsprung auf 39:30, ins dritte Viertel startete Bremerhaven sogar mit einem 12:0-Lauf. Die Eisbären lagen damit vorne und verteidigten die Führung auch dank der 15 Punkte ihres Ausnahmespielers Chris Warren allein in diesem Abschnitt.

Trainer Thorsten Leibenath ist überfragt

Bei den Ulmern flatterten jetzt die Nerven und das Selbstvertrauen einzelner Spieler hatte gelitten. Symptomatisch war diese Szene zu Beginn des letzten Viertels: Ryan Thompson steht frei mit dem Ball an der Dreierlinie und er hat bis zu diesem Zeitpunkt an diesem Abend alles getroffen. Doch der Amerikaner passt den Ball weiter, Günther muss schließlich in Zeitnot einen wilden und schlechten Wurf nehmen, der natürlich daneben geht. Zu Thompsons Beweggründen gestand sein Trainer: „Ich würde es gerne erklären, aber ich kann es nicht. Da bin ich überfragt.“ Wichtig waren für Leibenath seine personellen Alternativen: „Wir haben mit David Krämer und Max Ugrai Spieler gefunden, die diese Situationen lesen können und denen es egal ist, wie gut sie bis dahin getroffen haben. Wenn ein Wurf offen ist, dann nehmen sie ihn.“

Sechs Minuten vor dem Ende des Spiels lagen die Ulmer noch mit 55:63 hinten. Dann traf Günther einen Dreier, Ugrai legte zweimal von draußen nach, für Dreier Nummer vier in Folge war Krämer verantwortlich und aus dem Rückstand war eine 67:63-Führung geworden, die Ulm dann tatsächlich sicher ins Ziel brachte. Die Nummern sechs und 30 von Ratiopharm Ulm kennt Dan Panaggio ja inzwischen. Die 44 von David Krämer sollte sich der Trainer von Bremerhaven ebenfalls einprägen.

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