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Basketball

03.11.2017

Eine blutige Eurocup-Schlacht

Ist Basketball tatsächlich ein körperloses Spiel: Der Amerikaner Drew Gordon von Zenit Sankt Petersburg würde dieser These wohl heftig widersprechen.
Bild: Fotostand/Gelhot

Sankt Petersburg hat den Sieg in Ulm unter hohen Verlusten erkämpft. Die Verlierer hätten sich in der letzten Szene des Spiels einen Pfiff der Schiris gewünscht

Zenit Sankt Petersburg hat sich den ersten Auswärtssieg im Basketball-Eurocup unter hohen Verlusten erkämpft. Bereits im zweiten Viertel zog sich Drew Gordon bei einem Zusammenprall mit Luke Harangody eine stark blutende Platzwunde unter dem rechten Auge zu. Und als in der letzten Szene des Spiels Ryan Thompson mit dem Ball unter dem Korb von Sankt Petersburg auftauchte, da stürzten sich gleich mehrere Spieler der Russen auf ihn. Im Gewühl brach das Nasenbein von Evgeny Voronov, die Schiedsrichter verzichteten in dieser unübersichtlichen Situation auf einen Pfiff. Den hätte sich der Ulmer Trainer Thorsten Leibenath durchaus gewünscht: „Es wäre in meinen Augen fair gewesen, wenn man Ryan Thompson an die Linie geschickt hätte.“ Der hätte in dem Fall mit zwei Freiwürfen seine Mannschaft in die Verlängerung retten können, so aber blieb es bei der 93:95-Niederlage von Ratiopharm Ulm. Kleiner Trost für den Bundesligisten: Alle Spieler haben den Abend gesund überstanden, was man in Sankt Petersburg eben nicht behaupten kann.

Wenn einem der Ulmer etwas passiert, dann gibt es seit einigen Tagen mit Jerrelle Benimon ja sogar eine Alternative. Da im Eurocup beliebig viele Ausländer eingesetzt werden dürfen, sollte der 2,03 Meter große Amerikaner eigentlich schon am Mittwoch spielen. Das hat letztlich nicht geklappt, weil noch keine Freigabe aus China vorliegt, wo Benimon zuletzt zwei Jahre lang sein Geld verdient hat. Das Spiel gegen Sankt Petersburg hat er deswegen in eine rote Jacke gekleidet und relativ emotionslos von der Bank aus verfolgt und ob er am Samstag (20.30 Uhr) in Tübingen seinen Einstand feiert, das ist zumindest sehr fraglich.

In der Bundesliga dürfen schließlich nur sechs Ausländer spielen und Benimons Konkurrenten waren gegen Sankt Petersburg eigentlich trotz der Niederlage alle gut drauf. Das gilt vor allem für Ryan Thompson, der mit 28 Punkten bester Ulmer Werfer und außerdem bester Rebounder war und der mit einem Dreier kurz vor dem Ende seine Mannschaft wieder zurück ins Spiel brachte, ehe dann diese unglückliche letzte Szene unter dem Korb der Russen folgte.

Entschieden ist in der Vorrundengruppe D des Eurocups nach dem vierten Spieltag sowieso noch gar nichts. Mit jeweils zwei Siegen und zwei Niederlagen liegen vier Mannschaften gleichauf, darunter auch die Ulmer. Tabellenführer ist mit drei Siegen und einer Niederlage jetzt Tofas Bursa. Den knappen 82:81-Sieg am Mittwoch gegen Villeurbanne haben die Türken übrigens zu einem großen Teil einem ehemaligen Ulmer zu verdanken. Raymar Morgan legte gegen die Franzosen mit 18 Punkten und zehn Rebounds ein Double-Double auf, zudem erzielte er fünf Sekunden vor Spielende den entscheidenden Korb.

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