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Fußball

30.06.2018

FC Heidenheim stürmt in die Region Donau/Iller

Heidenheim-Kapitän Marc Schnatterer spielt seit 2008 für die Heidenheimer und ist einer der Publikumslieblinge an der Brenz. Jetzt kommt er mit seinem Team zu einem Testspiel zum SV Nersingen.
Bild: Axel Heimken/dpa

Innerhalb kurzer Zeit hat es der Klub vom kleinen Stadtverein zum etablierten Team in der 2. Bundesliga gebracht. Davon profitiert nun auch der SV Nersingen.

Es ist noch gar nicht so lange her, da war Heidenheim eine Randnotiz in Fußball-Deutschland. Die Stadt im Osten Baden-Württembergs mit ihren heute knapp 50000 Einwohnern stand nicht für Fußball auf Profi-Niveau. Dafür war der rund 50 Kilometer entfernte SSV Ulm zuständig oder der VfB Stuttgart. Heute sieht das anders aus. Im Sommer 2018 startet der FC Heidenheim in sein fünftes Jahr in der 2. Bundesliga. Ulm spielt zwei Klassen tiefer und der VfB war zwischenzeitlich als Zweitliga-Konkurrent zu Gast an der Brenz.

Die Entwicklung des FCH vom kleinen Stadtverein zum Profiteam ist das Ergebnis akkurater Planung und einer professionellen Herangehensweise an das Fußball-Geschäft. 2007 kapselte sich die Fußballabteilung – damals spielten die Heidenheimer in der Oberliga – vom Mutterverein Heidenheimer Sportbund ab und professionalisierte ihre Strukturen. Es folgte der Aufstieg in die Regionalliga, von dort nach einer Saison direkt der in die Dritte Liga und nach fünf weiteren Spielzeiten war das Team schließlich in der 2. Liga angekommen. „Der FC Heidenheim hat sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt“, sagt Markus Gamm, Bereichsleiter Kommunikation beim FCH. Ein Besuch auf dem Schlossberg verdeutlicht das. Dort thront die Voith-Arena. Ein modernes, reines Fußballstadion mit 15000 Plätzen, das stetig erweitert wurde und mit der Geschäftsstelle das Herz des Vereins bildet.

SV Nersingen bestreitet Testspiel gegen den FC Heidenheim

Der sportliche Erfolg hat den Heidenheimern sichtlich gut getan: „Mit dem Aufstieg in die zweite Liga hat sich das Interesse am Verein auch außerhalb der Stadt und des Landkreises stark entwickelt. Das spüren wir auch an der Zahl der Sponsoren“, erklärt Gamm. An die 500 Geldgeber hat der FCH. Anders als es der SSV Ulm 1846 Fußball plant, setzten die Heidenheimer bei ihrer Professionalisierung nicht auf eine Kapitalgesellschaft. Trotzdem machte der plötzliche Erfolg des FCH einige Fans in Deutschland stutzig. Da die beiden Konzerne Voith und Hartmann Großsponsoren sind, stellen viele Fans den FCH auf eine Ebene mit RB Leipzig oder Bayer Leverkusen, die ebenfalls große Unternehmen hinter sich haben. Bei den Anhängern der Spatzen stehen die Heidenheimer auch nicht hoch im Kurs.

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Den Brenz-Städtern dürfte das egal sein. Ihre Zuschauerzahlen liegen bei durchschnittlich rund 12000 Stadiongästen. Die meisten kommen aus der Heidenheimer Gegend, aber immer mehr auch aus dem Ulmer Raum, sagt Markus Gamm. Das gelte auch für Sponsoren. Deshalb ist die Region Donau/Iller mehr in den Blickpunkt des FCH geraten. Autogrammstunden in der Neu-Ulmer Glacis Galerie zeigen das, oder auch das Projekt „Wir für unsere Region“. In dem wollen die Profis der 2. Bundesliga Amateurmannschaften aus der Nachbarschaft unterstützen. Der Verein organisiert Info-Veranstaltungen für die Teams (die „Vereinsfreunde“) oder ermöglicht ihnen ein Testspiel gegen das Heidenheimer Profi-Team.

Für so eins hat der SV Nersingen nun den Zuschlag erhalten. Er ist einer der lokalen Vereinsfreunde, der TSV Langenau und FV Bellenberg sind auch dabei. Insgesamt sind es 26 Teams, die der FCH als Vereinsfreunde um sich schart. Am Sonntag, 8. Juli, steigt das Testspiel beim SV Nersingen (siehe Infokasten). Alexander Fritsch, Abteilungsleiter der Nersinger Fußballer, freut sich schon auf die Partie: „Das ist eine super Sache für den ganzen Verein, dass der FCH in seiner Saison-Vorbereitung einen Abstecher zu uns macht.“ Der FC Heidenheim wolle mit dem Projekt den Vereinen vor allem „Türen öffnen“, sagt Tobias Jochims, der die Initiative betreut. Über neue Fans würde sich der FCH sicher auch nicht beklagen.

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