Newsticker
RKI-Chef Wieler: "Wird noch schwieriger, das Virus im Zaum zu halten"
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Lokalsport
  4. Fanclub-Chef im Interview: „Es ist nicht immer leicht, ein Bayern-Fan zu sein“

Landkreis Neu-Ulm

18.02.2021

Fanclub-Chef im Interview: „Es ist nicht immer leicht, ein Bayern-Fan zu sein“

Ein Bayern-Fan und Bayern-Versteher: Roland Held mit dem damaligen Präsidenten Uli Hoeneß bei dessen Besuch des Fanclubs Red-White Dynamite vor etwas mehr als drei Jahren.
Bild: Stefan Kümmritz (Archivfoto)

Plus Der Vorsitzende des FC Bayern Fanclubs Schießen, Roland Held, spricht über die Gemütslage der Bayern-Anhänger zwischen Sixpack und dem Zoff mit Gesundheitsexperte Lauterbach.

Sechs Titel in einer Saison – der FC Bayern München scheint derzeit noch erfolgreicher als sonst. Doch es gibt auch Kritik am Rekordmeister und die hat mit dem Verhalten in der Corona-Pandemie zu tun. Und dann sind da noch Hass und Häme der anderen Bundesliga-Vereine. Nein, es ist nicht immer leicht ein Fan des FC Bayern München zu sein – darüber und über vieles mehr spricht der Vorsitzende des Fanclubs Red-White Dynamite Schießen in unserem Interview.

Es ist normalerweise ja nicht schwer, Fan des FC Bayern München zu sein. Meistens gewinnt die eigene Mannschaft und wird deutscher Meister, man muss sehr selten Spott und Häme ertragen ...

Roland Held: Stopp, da muss ich sofort einhaken. Nehmen wir doch als Vergleich mal die Schalker, die gerade unten drin stehen. Die haben halt ihre Riesen-Rivalität mit Dortmund, aber das war es auch. Wir Bayern haben eine Fan-Freundschaft mit Bochum und in der Bundesliga mit Hertha BSC Berlin. Die Anhänger aller anderen 16 Vereine sind gegen Bayern München. Wir im Schießener Fanclub Red-White Dynamite halten das zwar gut aus, wir tragen schließlich auch das Mia-san-mia-Gen in uns. Aber es ist nicht immer leicht, ein Bayern-Fan zu sein.

Roland Held ist Vorsitzender des FC-bayern-Fanclubs Red White Dynamite Schießen.
Bild: Stefan Kümmritz (Archivfoto)

Derzeit ist es besonders schwer. Da gab es zum Beispiel diese heftigen Beschwerden, weil die Herrschaften nicht in der Nacht von Berlin nach Katar fliegen durften. Uli Hoeneß sah darin sogar einen Skandal ...

Held: Versetzen wir uns mal in einen Menschen rein, der vor Corona in den Urlaub hätte reisen wollen, dessen Maschine wegen ein paar Minuten keine Starterlaubnis bekommen hätte und der deswegen die ganze Nacht am Flughafen verbringen musste. Der hätte sich auch geärgert. Die Spieler des FC Bayern München waren nicht als Touristen unterwegs, sondern beruflich. Man hatte sogar das Bundesligaspiel gegen Hertha BSC Berlin vorverlegt, damit das mit dem Nachtflug nach Katar noch klappt.

Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern München will Fußballprofis impfen

Machen wir weiter: Karl-Heinz Rummenigge hat eine vorzeitige Corona-Impfung für Fußballprofis ins Gespräch gebracht.

Held: Ich habe natürlich damit gerechnet, dass sie mich darauf ansprechen. Rummenigge hat diesen Vorschlag doch präzisiert: Fußballprofis sollen natürlich erst dann geimpft werden, wenn sie dran sind. Aber dann darf das gern öffentlich passieren und sie gehen voran, um Vorbilder für Impfskeptiker zu sein.

So kennt man ihn: Claudio Pizarro mit Tornetz. Nach dieser Saison wird "Pizza" seine Karriere beenden. Die Bilder.
13 Bilder
Abschied einer Legende: Claudio Pizarros Karriere in Bildern
Bild: Andreas Gebert, dpa (Archiv)

Wie wäre es dann damit: Trainer Hansi Flick geht auf den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach los, der seinerseits die Bayern wegen der Katar-Reise kritisiert hatte ...

Held: Der Hansi Flick ist normalerweise ein besonnener Trainer. Bis der mal aus der Haut fährt, da sind viele Kollegen im deutschen oder internationalen Fußball schon längst explodiert. Bezeichnend ist ja, dass er von sich aus eine Aussprache angeboten hat. Diese Eskalation hätte sicher vermieden werden können, hätte etwa der Herr Lauterbach auch ein persönliches Gespräch gesucht, anstatt sich ständig in Talkshows negativ über Bayern München zu äußern.

Oliver Kahn ist neues Vorstandsmitglied beim FC Bayern.
16 Bilder
Weiter, immer weiter: Oliver Kahns nächster Karriereschritt
Bild: Andreas Gebert, dpa

Selbst Menschen, die ansonsten in roten Leibchen ins Bett gehen, haben sich nicht besonders für die Team-WM in Katar interessiert. Konnten Sie sich über den Sieg der Bayern bei dieser Veranstaltung von Herzen freuen?

Held: Ich muss sagen, dass ich schon mitgefiebert habe. Sechs Titel in einer Saison und damit den Sixpack – das hat schließlich zuvor nur der FC Barcelona gepackt und ob das in den nächsten zehn Jahren irgendein Verein schafft, das wird man ja sehen.

FC Bayern München nach dem Sieg in der Uefa Champions League

Sechs Titel in einer Saison und dann ein Unentschieden gegen Bielefeld. Entschuldigen Sie, falls das nach Spott und Häme klingt ...

Held: Damit habe ich kein Problem. Gegen Bielefeld hat sich gezeigt, dass auch bei den Bayern die Spieler aus der zweiten Reihe nicht ganz so gut sind wie die aus der ersten. Die heftigen Schneefälle haben dem Gegner sicher auch in die Karten gespielt. Aber generell muss ich sagen: Hut ab davor, wie sich unsere Mannschaft in der Saison nach dem Sieg in der Champions-League präsentiert. In so einem Jahr ist ansonsten oft die Luft ein bisschen raus. Ich erinnere an das Jahr 2002, als wir in der Liga nur Dritter geworden sind. Mit einer Mannschaft mit Oliver Kahn, Stefan Effenberg und Giovane Elber.

Lesen Sie auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren