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Amateurfußball

07.04.2021

Gewinner und Verlierer eines Saisonabbruchs im Amateurfußball

Trainer Sebastiano Pirrello hätte sich mit dem FV Senden gerne aus der Kreisliga A Iller verabschiedet. Wegen Corona wird daraus zumindest in dieser Saison ziemlich sicher nichts.
Foto: Horst Hörger

Plus In dieser Saison wird es wohl wegen Corona keine Aufsteiger und keine Absteiger geben. Ein paar Vereinen kommt das sehr gelegen, anderen nicht

Wenn nicht noch irgend jemandem ein Königsweg aus der Corona-Krise einfällt, dann wird am Freitag unausweichlich dieser Entschluss fallen: Die Saison im Amateurfußball wird abgebrochen, es gibt keine Aufsteiger und wie schon in der vergangenen Saison auch keine Absteiger. Rein sportlich gibt es Gewinner und Verlierer eines Abbruchs. Wir stellen ein paar von ihnen vor.

FV Senden: Es ist nicht ganz fünf Jahre her, dass der FV Senden im dritten und letzten Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Landesliga unglücklich mit 1:2 gegen den TSV Köngen verlor. In der nächsten Spielzeit folgte der nie und nimmer erwartete Abstieg in die Kreisliga A Iller, seitdem träumt man beim FV Senden zumindest von der Rückkehr in die Bezirksliga. Die wäre in diesem Jahr vermutlich Realität geworden: Sechs Siege und ein Unentschieden aus den sieben Spielen im Spätsommer und Herbst, fünf Punkte Vorsprung auf die Verfolger SV Beuren und FV Weißenhorn, mit 24 Toren so viele geschossen wie keine andere Mannschaft, mit fünf Gegentreffern so wenige kassiert wie sonst nur der Lokalrivale FV Ay. Die Fachwelt war sich einig: Meister kann nur der FV Senden werden – zumindest in dieser Saison. Was in der nächsten sein wird, das weiß auch Andre Lutz nicht. „Ich bin kein Hellseher“, sagt der Vereinschef. Für ihn steht gar nicht einmal so sehr der sportliche Erfolg im Vordergrund: „Entscheidend ist doch, dass wir überhaupt irgendwann wieder Fußball spielen können.“ Trotzdem hätte es nach Ansicht von Lutz auch eine Alternative zum Abbruch gegeben – nämlich das sogenannte bayerische Modell, nachdem die Spielzeit nicht ab-, sondern lediglich unterbrochen und im Herbst sowie im Frühjahr des kommenden Jahres beendet wird. Das allerdings steht beim Württembergischen Fußball-Verband nicht zur Debatte.

SV Oberroth: Dass man als Traditionsverein in die allerunterste Klasse abrutschen kann, wenn es ganz blöd läuft, das weiß man beim SV Oberroth, seit es der FV Weißenhorn vor ein paar Jahren vorgemacht hat. In dieser Saison hätte es den früheren Landeslisten erwischen können: Nur ein Sieg aus sechs Spielen, vorletzter Tabellenplatz. Der SV Oberroth war im Herbst als erster Verein überhaupt im Bezirk von Spielabsagen nach einem positiven Corona-Test bei einem seiner Spieler betroffen, Trainer Andreas Betz und Abwehrchef Michael Morath waren verletzt. Dadurch kommt eben so ein Fehlstart zustande. Ein Vereinssprecher ist sich aber sicher: „Wenn wir eine komplette Saison Zeit dafür gehabt hätten, dann hätten wir das noch ausgebügelt.“ Diese Zeit aber hätte es so oder so nicht gegeben, der SV Oberroth ist deswegen einer der Gewinner des Abbruchs.

TSV Buch: Eigentlich verbietet es sich, beim Landesligisten aus dem südlichen Rothtal von einem Gewinner des Abbruchs zu sprechen. Im Fall des TSV Buch handelt es sich vielmehr um einen Akt der sportlichen Fairness. Als im Februar der Plan entwickelt wurde, die Vorrunde zu Ende zu spielen und dann eine Relegation auszutragen, sagte Langzeit-Trainer Harry Haug schon damals: „Mir fehlt jedes Verständnis dafür, dass man auf Gedeih und Verderb noch Auf- und Absteiger ermitteln will.“ Hintergrund seiner Verärgerung: Zwischen dem 23. August und dem 25. Oktober des vergangenen Jahres hat der TSV Buch elf Punktspiele ausgetragen, nur zwei davon im heimischen Felsenstadion und nur diese zwei hat er gewonnen. Bei einer Umsetzung der Pläne vom Februar wären es in der Summe sechs Partien auf eigenem Geläuf und zwölf auf fremden Plätzen. Der Kommentar von Haug: „Auch der TSV Buch würde gerne weiterhin in der Landesliga spielen. Ich hätte trotzdem kein Problem mit einem Abstieg – aber nur am Ende einer kompletten und sportlich fairen Saison mit 36 Spieltagen, an denen wir 18 Mal Heimrecht haben.“ Wegen des absehbaren Abbruchs steht praktisch aber jetzt fest, dass er auch im 13. Jahr seiner Amtszeit Trainer einer Landesliga-Mannschaft ist.

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