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Regionalliga Südwest

11.11.2018

Hitziges Spiel des SSV Ulm gerät zur Nebensache

Luigi Campagna vom SSV Ulm (links) Kopf an Kopf mit Nikola Trkulja vom TSV Steinbach. Die beiden gerieten nach einem Zweikampf aneinander und sahen dafür jeweils Gelb.
Bild: Eibner/Achberger

Zum Zustand des Zuschauers, der im Ulmer Donaustadion reanimiert werden musste, gibt es Neuigkeiten. So spielte sich das Geschehen ab.

Es war um die 70. Spielminute im letzten Vorrundenspiel der Regionalliga zwischen dem SSV Ulm 1846 Fußball und dem TSV Steinbach Haiger, als es nicht mehr um Fußball ging. Von der Gegentribüne hallten Rufe aus dem Publikum, einige Gäste winkten und gestikulierten wild, auf dem Platz wussten die Spieler nicht, was gerade los ist. Doch Ulms Teamarzt Christoph Buck schaltete blitzschnell und nahm den Weg zur Gegentribüne im Vollsprint. Ein Zuschauer hatte während des Spiels eine Herzattacke erlitten und musste reanimiert werden. Sanitäter halfen Buck bei der Wiederbelebung und zwei Ärzte, die als Zuschauer ins Stadion gekommen waren, sprangen ebenfalls ein.

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Es dauerte insgesamt rund eine halbe Stunde, ehe das Herz des Zuschauers beim angeblich siebten Reanimationsversuch wieder zu schlagen begann. Das Spiel war dann schon lange vorbei und dass Ulm mit 3:2 (2:0) gewann, war Nebensache. Keine Musik im Stadion, keine Musik in der Ulmer Kabine und auch sonst keine Siegesfeier – der Erfolg der Spatzen geriet zu einem der traurigsten. „Die Jungs stehen noch unter dem Eindruck des Vorfalls“, sagte SSV-Trainer Holger Bachthaler nach dem Spiel. „Wir hoffen, dass dieser Fußballnachmittag auch für den Fan gut zu Ende geht.“ Am Sonntag hieß es dann, der Zustand des Zuschauers im Krankenhaus sei stabil. Zum Alter und der Herkunft des Mannes war nichts bekannt.

Nach Reanimaton im Ulmer Fußballstadion: Zustand des Zuschauers ist stabil

Begonnen hatte der Fußballnachmittag am Samstag mit einer ersten Halbzeit, die voll war mit denkwürdigen Szenen. Es spielten der Tabellenzweite gegen den bis dahin Vierten und das merkte man der hitzigen Stimmung auf dem Platz an. Den Beginn des Spiels mussten die Spatzen allerdings in Unterzahl bestreiten, denn Stürmer Vitalij Lux hatte nach zwei Minuten den Ball unglücklich ins Gesicht bekommen und musste wegen Nasenblutens lange behandelt werden. Erst zur 12. Minute kam er wieder in die Partie. In der Zeit seiner Abwesenheit wirkten seine Mitspieler etwas neben sich. Ein missglückter Abwurf von Torwart Christian Ortag wäre beinahe vor die Füße der Steinbacher Angreifer gelandet (10.), doch Ortag bügelte seinen Fehler wieder aus.

Der nächste Aufreger folgte kurz darauf (14.). Ein Schuss von Vitalij Lux im Strafraum sprang Steinbachs Nico Herzog an den Oberkörper. Ulm reklamierte Handspiel, Schiedsrichter Jonas Brombacher ließ weiterlaufen und wurde dann von seinem Assistenten über Funk informiert, dass es doch ein Handspiel gewesen sei. Brombacher entschied auf Elfmeter – zu Recht, wie sich nach dem Spiel herausstellte. Die Proteste der Steinbacher, von denen Teammitglieder von der Auswechselbank zum Schiedsrichter gestürmt waren, waren laut. In der Folge musste Torwarttrainer Bernd Jayme auf die Tribüne.

SSV Ulm 1846 Fußball gewinnt gegen TSV Steinbach Haiger

Den Elfmeter verwandelte David Braig zum 1:0 der Ulmer (16.). Bis zur Halbzeitpause waren die Gäste im Angriff etwas aktiver und hatten kleinere Chancen, das Tor machten aber die Spatzen. Michael Schindele traf nach einer Ecke zum 2:0 (35.). Nächster und letzter Aufreger vor dem Seitenwechsel war eine Rudelbildung nach einem Steinbacher Foul, in deren Mittelpunkt Ulms Luigi Campagna und Steinbachs Nikola Trkulja standen, die beide Gelb für ihre Kabbelei sahen.

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Bis zum Notarzteinsatz zeichnete die zweite Hälfte ein ganz anderes Bild. Ulm war nun überlegen und hatte einige gute Möglichkeiten. Besonders die Defensive machte einen stärkeren Eindruck. Das 3:0 fiel in der 74. Minute durch den eingewechselten Ardian Morina, der per Kopf nach einer Flanke von Aron Viventi traf. Viventi hatte auch schon das 2:0 vorbereitet. Den Spielern auf dem Platz merkte man aber an, dass sie wegen dem, was auf der Gegentribüne passierte, logischerweise nicht mehr ganz bei der Sache waren. Der starke Fatih Candan erzielte noch die beiden Steinbacher Anschlusstreffer (78. und 90.+4).

SSV Ulm 1846 Fußball: Ortag – Krebs, Schindele, Reichert, Schmidts – Viventi (77. Nierichlo), Campagna, Gutjahr, Beck – Lux (64. Morina), Braig (88. Bradara).

Stimmen zum Spiel SSV Ulm gegen TSV Steinbach Haiger

Holger Bachthaler (Trainer SSV Ulm): „Bei uns ist die Stimmung natürlich gedrückt, die obligatorische Siegesfeier in der Kabine hat es auch nicht gegeben. Zum Spiel selber: Nach der blutigen Nase von Vitalij haben wir ein bisschen den Rhythmus verloren. Trotzdem haben wir zwei Tore aus Standardsituationen erzielen können, was mich besonders freut, weil wir immer wieder daran arbeiten. Wir haben jetzt nach der Vorrunde 33 Punkte und ich denke, das hat in dieser Form niemand erwartet.“

Matthias Mink (Trainer TSV Steinbach Haiger): „Fußball tritt in den Hintergrund bei dem, was auf der Gegengeraden passiert ist. Trotzdem wurde das Spiel gut zu Ende gespielt. Das Schiedsrichtergespann war aber nicht so im Bilde.“ (gioe)


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