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Triathlon

22.06.2019

Joggen ist erst der Anfang - so trainieren die Ulmer Triathleten

Lauftraining kann bei den Triathleten des SSV Ulm individuell oder im Team stattfinden, genau wie das Schwimmtraining und ganz besonders wichtig das Stabilisationstraining.

So abwechslungsreich wie ein Triathlon ist die Vorbereitung darauf. Die Sportler des SSV Ulm 1846 tun einiges für einen ganz bestimmten Traum.

Wie viele andere träumen auch die Triathleten des SSV Ulm 1846 davon, einmal bei der Königin aller Wettbewerbe in ihrer Sportart zu starten: dem Ironman auf Hawaii. Heiko Stalzer, Sportlicher Leiter der SSV-Triathleten, schwärmt: „Dort dabei zu sein, ist für die meisten das Höchste. Das ist wie die Teilnahme bei Olympia.“ Wenn da nur nicht die hohen Kosten für Anreise, Unterkunft und Verpflegung wären und vor allem die brutalen Distanzen bei den drei Disziplinen, oft unter sengender Sonne. Nach 3,86 Kilometern Schwimmen heißt es 180,2 Kilometer Radfahren, um dann noch laufenderweise die Marathondistanz von 42,195 Kilometern zu meistern, um ins Ziel zu kommen. Und zwar nicht bummelnd, sondern mit viel oder gar ganz scharfem Tempo. Den aktuellen Rekord für den Hawaiianischen Ironman hält seit vergangenem Jahr der Deutsche Patrick Lange mit 7:52,39 Stunden.

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So eine Zeit gehört für die allermeisten Triathleten auf der Welt ins absolute Reich der Fantasie, so auch für die des SSV Ulm 1846. Aber es gibt ja auch kürzere Distanzen. Auf der Sprintdistanz zum Beispiel heißt es bis zu 0,75 Kilometer Schwimmen, bis zu 20 Kilometer Radfahren und bis zu fünf Kilometer Laufen. Bei der olympischen Distanz geht es um 1,5 Kilometer, 40 Kilometer und zehn Kilometer, was für „normale“ Sportler schon heftig genug ist. „Standard“, so einer der SSV-Trainer, Chris Voß, „sind 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen.“

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So bereiten sich die Triathleten des SSV Ulm 1846 auf Wettkämpfe vor

Um selbst diesen noch recht kurzen Triathlon schnell zu bewältigen, müssen die Sportler absolut fit sein. Das heißt, sie müssen viel, gut und gezielt trainieren. „Fünfmal die Woche Training ist bei uns üblich“, erzählt Voß. „Es gibt aber auch Leute, die sieben Mal ranklotzen. In der Regel wird speziell vor der Wettkampfzeit drei Wochen hart trainiert und dann eine Woche lang auf 50 bis 60 Prozent heruntergefahren.“ Wer glaubt, Triathleten würden nur alles für eine gute Kondition tun, irrt. Natürlich ist Triathlon eine Sportart, bei der gute Ausdauer unerlässlich ist. „Konditionstraining“, sagt Voß, „gehört für uns dazu wie das tägliche Zähneputzen.“ Die Kondition erarbeiten sich die Athleten teils in Gemeinschaft, teils jeder für sich alleine. „Das fängt zum Beispiel schon damit an, dass man oft mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt“, erläutert Alexandra König, Mitglied des Frauenteams und Pressewartin der Ulmer Triathletin. Ein Angebot für gemeinsames Schwimmtraining gibt es immer am Dienstagabend, für gemeinsames Lauftraining im Donaustadion am Mittwochabend. Radausfahrten stehen dann am Wochenende auf dem Programm. Voß: „Triathlon ist eine einsame Sportart, da muss man eben auch viel individuell trainieren.“

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Doch damit ist es längst nicht getan. Sehr wichtig nehmen die SSV-Dreikämpfer das Stabilisationstraining, das gelegentlich zur Abwechslung durch Yoga ersetzt wird. Zu Besuch bei den Triathleten im Hans-Lorenser-Zentrum registriert der Besucher schnell, dass diese Form des Trainings eine anstrengende, schweißtreibende Sache ist. Trainerin Esther Mayer hat in Form eines Zirkeltrainings acht Stationen errichtet, an denen zwei Sportler gleichzeitig die jeweilige Übung absolvieren. Zweimal muss dieser Zirkel von jedem bewältigt werden. „Bei diesem Training geht es vorzugsweise darum, dass die Position von Rumpf und Hüfte beim Radfahren stabil bleibt“, erklärt Chris Voß. „Man beugt Beschwerden vor und kann dann beim Laufen, der Disziplin, in der man den Wettkampf gewinnt, ordentlich Gas geben. Und beim Schwimmen braucht man eine stabile Wasserlage, einen starken Nacken.“

Das Wechseln ist ein wichtiger Part beim Triathlon

Übungen, die Geschicklichkeit, Kraft und Gleichgewichthalten erfordern, sind beispielsweise Seilhüpfen, Übungen mit dehnbaren Bändern oder einfach Gymnastik und Dehnen. Das schafft die Grundlage für einen fitten Körper, der den Belastungen im Wettkampf standhält. Schon beim Schwimmen sind diese enorm. „Das ist die technisch schwierigste der drei Disziplinen“, erklärt Manfred Seibold, der sich als Trainer aufs Schwimmen spezialisiert hat.

Gelegentlich steht auch Wechseltraining bei den SSV-Triathleten auf dem Programm, damit vor allem beim Wechsel vom Schwimmen aufs Rad, aber auch vom Radfahren zum Laufen alles klappt. „Das Wechseln wird oft vierte Disziplin genannt“, erklärt Alexandra König die Wichtigkeit des guten Wechselns auf, „denn da kann man viel Zeit gewinnen oder verlieren – auch den gesamten Wettkampf.“

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