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Basketball-Pokal

13.01.2020

Killian Hayes und die NBA-Scouts - ein unglückliches Verhältnis

Ulms Killian Hayes (Mitte) wurde im Pokal gegen Oldenburg mal wieder von NBA-Scouts begutachtet.
Bild: Horst Hörger (Archiv)

Bei der Ulmer Niederlage im Pokal-Halbfinale ist wieder Besuch aus der NBA vor Ort, um sich Killian Hayes anzuschauen. Doch der bleibt wieder blass.

Killian Hayes kann einem fast schon leidtun. Regelmäßig machen sich Vertreter der nordamerikanischen Profiliga NBA auf den Weg nach Neu-Ulm, um sich den 18-jährigen Ulmer Spielmacher anzuschauen und sich davon zu überzeugen, dass in dem US-Franzosen ein künftiger NBA-Star schlummert. Dass er das Potenzial dazu hat, dürfte unbestritten sein, nur leider gehören die Spiele, in denen NBA-Personal auf den Rängen der Ratiopharm-Arena sitzt, oft zu seinen schwächeren. So war das im Dezember im Eurocup gegen Monaco, und so war das auch im Pokal-Halbfinale der Ulmer gegen Oldenburg. Mit 76:84 verlor das Team von Jaka Lakovic gegen die Niedersachsen und verpasste so den Einzug ins Finale.

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Auf der eins, der Spielmacher-Position, setzte Lakovic etwas länger auf den erfahrenen Per Günther als auf Hayes, der mit sieben Punkten, drei Rebounds und zwei Assists zwar keine überragende Leistung aufbot, aber auch nicht wirklich schlecht war. Günther machte drei Punkte mehr, war Hayes aber dafür bei den Rebounds und den Assists unterlegen. Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel wurde Lakovic gefragt, ob er den erfahrenen Oldenburgern bewusst den Routinier Günther entgegensetzen wollte. Doch der findige Slowene roch den Braten. „Per hat mehr gespielt, weil er gut war“, lautete seine Antwort. Auf Hayes kam Lakovic von selbst zu sprechen: „Killian lernt gerade noch, wie er mit solchen Situationen umgehen muss.“ Mit solchen Situationen meinte der Trainer den Druck, der im K.-o.-Spiel gegen Oldenburg herrschte.Gleichzeitig lobte er Hayes’ gute Leistungen, die er durchaus im Laufe der Saison gezeigt hat. Dass Ulm den Finaleinzug verpasst hat, lag – wie auch die Niederlage gegen Monaco – nicht an Hayes, sondern am kompletten Team. Und daran, dass Oldenburg Spieler wie Rickey Paulding hat.

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Beim Ulmer Pokalspiel gegen Oldenburg waren wieder NBA-Scouts vor Ort

„Mein Deutsch reicht nicht aus, um Rickey zu beschreiben“, sagte Oldenburgs Trainer Mladen Drijencic nach dem Spiel. „Die Fans in Ulm sind jetzt enttäuscht, sehen aber auch, welche Qualitäten er hat.“ Im Gegensatz zum überraschenden 104:91-Sieg der Ulmer vor rund einem Monat, als Paulding von seinem Gegenspieler Zoran Dragic übertrumpft wurde, hatte der 37-jährige US-Amerikaner am Sonntagnachmittag die besseren Karten in der Hand. 21 Punkte (darunter fünf von sechs verwandelten Dreiern), drei Rebounds und drei Assists standen sechs Punkte, zwei Rebounds und immerhin fünf Vorlagen von Zoran Dragic gegenüber. Der Slowene war nicht ansatzweise so dominant wie gewohnt, was offenbarte, wie abhängig Ratiopharm Ulm derzeit von den Punkten des 30-Jährigen ist. Gleichzeitig ist Dragic einer, der sein Team antreiben kann und darüber entscheidet, ob seine Mannschaft gerade das „Momentum“ auf ihrer Seite hat, wie es Jaka Lakovic gerne beschreibt. Bis zur Halbzeit wechselte dieses Momentum von einem Team zum anderen, genau wie die Führungen. Mal zeigte Ulm ein gutes und intensives Spiel, dann konterte Oldenburg mit Punkteserien und raubte den Gegnern so die Chance, selbst ins Endspiel des Pokals einzuziehen.

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„Wir haben nicht clever gespielt“, sagte Jaka Lakovic und monierte überhastete Aktionen seiner Basketballer, die in vermeidbare Fehler resultierten. Besonders monierte er aber die Wurfgenauigkeit seiner Mannschaft. Zwar war Ratiopharm Ulm den Oldenburgern bei den Zweierwürfen um zwei Prozentpunkte überlegen, doch bei den Drei-Punkte-Würfen machte die Differenz zwischen den 36 Prozent der Ulmer und der Oldenburger Quote von 58 Prozent den großen Unterschied aus. Dabei probierten es die Gastgeber häufiger von außerhalb – ihre Hektik in Anbetracht der drohenden Niederlage ging aber auf Kosten der Genauigkeit.

Das sei jedoch alles „Teil des Erwachsenwerdens“, sagte Lakovic über seine junge Ulmer Mannschaft. Für Killian Hayes dürfte das Gleiche gelten.

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