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SSV Ulm 1846 Fußball

30.07.2020

Konkurrenzkampf im Tor der Ulmer Spatzen

„Relativ normal“ sei das Training des SSV Ulm 1846 Fußball in den vergangenen Tagen abgelaufen, sagt SSV-Coach Holger Bachthaler. Er und sein Team stehen am Samstag im Viertelfinale des WFV-Pokals. Gegner ist dann der Oberligist FV Ravensburg.
Bild: Horst Hörger

Plus Erstmals seit März stehen die Ulmer Spatzen vor einem Pflichtspiel, dem Viertelfinale des WFV-Pokals gegen Ravensburg. Trainer Holger Bachthaler spricht über die Neuzugänge – und den Konkurrenzkampf im Tor.

Am Terminkalender von Sportvereinen lässt sich ziemlich gut ablesen, wie lange und wie sehr das Corona-Virus die Klubs beeinträchtigt hat und es immer noch tut. So ist das letzte Pflichtspiel des SSV Ulm 1846 Fußball nun schon fast fünf Monate her. Nahezu genau so weit muss man zurückrechnen, um sich an die letzte Pressekonferenz des Klubs zu erinnern. Am Donnerstag, 12. März, hatte der Verein zur vorerst letzten PK geladen. Damals standen die Spatzen vor dem Heimspiel in der Regionalliga Südwest gegen den FSV Frankfurt und es deutete sich etwas Historisches an: ein Geisterspiel im Donaustadion. Geschichtsträchtig wurde es letztlich auch, denn wegen Corona fand das Spiel gar nicht statt. Und auch keines danach. An diesem Donnerstag, 30. Juli, hat sich die Gemengelage geändert. Der SSV Ulm 1846 Fußball hat Medienvertreter ins Donaustadion geladen, um tatsächlich über ein Pflichtspiel zu sprechen. Am Samstag (15.30 Uhr) fahren die Ulmer für das Viertelfinale des WFV-Pokals zum FV Ravensburg.

Es ist ein Spiel unter besonderen Vorzeichen, denn auch der Oberligist Ravensburg war natürlich zu einer Pause gezwungen und konnte sich auf die Partie gegen Ulm nur mit einem Testspiel vorbereiten – einem 0:4 gegen den FV Illertissen. Die Spatzen brachten es immerhin auf drei und gewannen die allesamt teils deutlich: 8:0 gegen Illertissen, 10:0 gegen Berg und 2:1 gegen Göppingen. Die Aussagekraft von Testspielen ist zwar ein zweischneidiges Schwert, die Resultate beweisen aber: Eingespielt sind die Spatzen. SSV-Trainer Holger Bachthaler sieht das auch so. „Man hat in den Abläufen gesehen, dass wir gut drin sind.“ Dass er zufrieden sein kann, liegt auch an den Neuzugängen, die sich „sehr gut integriert“ hätten. Von ihnen ist Anton Fink vom Karlsruher SC der Schillerndste, zumindest, was die Karriere des 33-Jährigen angeht. Er muss zwar noch etwas kürzer treten, weil er leicht angeschlagen ist, hat laut Holger Bachthaler in der ersten Trainingswoche mit den Spatzen aber schon gezeigt, „was er fußballerisch draufhat“. Am Samstag wird er noch geschont. Auch Timo Baier, der von der eigenen A-Jugend zu den Profis aufgestiegen ist, kann in Ravensburg nicht dabei sein. Selbes gilt für Lukas Kiefer, der vom VfB Stuttgart II kam und sich im Test gegen Göppingen eine Muskelverletzung zuzog. Im Ulmer Mittelfeld soll er zentral spielen und dort Vinko Sapina ergänzen.

SSV Ulm 1846 Fußball steht vor dem Viertelfinale im WFV-Pokal

Dann gibt es bei den Neuen im SSV-Kader noch Robin Heußer, der zwar erst 22 Jahre alt ist, beim FC Nürnberg II als Kapitän aber schon viel Verantwortung übernommen hat (Bachthaler: „Wir versprechen uns einiges von ihm.“) sowie Jonas Kehl, ein Außenverteidiger, der vom FC Bayern ausgebildet wurde und Marvin Seybold, ein junger Torwart aus dem Ulmer Nachwuchs. Im Torhüter-Trio ist er der Jüngste, aber nicht der einzige Neuzugang. Vom SV Rödinghausen (Regionalliga West) kam Niclas Heimann, ein Schlussmann mit viel Erfahrung. Neben Anton Fink ist der 29-Jährige der Nächste, der noch viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen könnte. Der Transfer ist auch eine Ansage an Christian Ortag, dem dritten Torhüter im Bunde, der eigentlich als klare Nummer eins feststand – bis jetzt. Mit Heimann bekommt er Konkurrenz, die vom Trainerteam ausdrücklich so gewünscht ist. „Uns war wichtig, dass wir den Konkurrenzkampf im Tor erhöhen“, erklärt Holger Bachthaler. „Niclas Heimann ist ein Torhüter auf Top-Regionalliga-Niveau.“ Eine Stammplatzgarantie gebe es für niemanden. „Wer im Tor stehen wird, das wird die Zeit ergeben.“ Ortag war den Ulmern in den vergangenen Saisons ein starker Rückhalt, seine Position wird er nicht ohne Weiteres hergeben, am Samstag muss er verletzungsbedingt jedoch für Heimann Platz machen.

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Gewinnen die Ulmer, stehen sie im Halbfinale gegen den VfB Stuttgart II oder Sonnenhof Großaspach. Termin wäre Samstag, der 8. August. Genau dann, wenn die erste Runde der neuen WFV-Pokalsaison beginnt. Eigentlich würde die SSG Ulm als Gegner der Spatzen warten. Im Falle eines Halbfinaleinzugs des SSV müsste diese Partie jedoch verschoben werden. Als Ersatztermin gilt der 12. August. Die zweite Runde des Pokals steht am 15. August an, die dritte am 19. und das Finale der aktuellen Pokalrunde am 22. – unter Umständen warten auf die Spatzen also ereignisreiche Wochen. Um dafür Planungssicherheit zu haben, mussten sie einigen potenziellen Testspielgegnern absagen, was Holger Bachthaler bedauert. So wird es Ulm in der Vorbereitung nämlich hauptsächlich mit niedrigklassigen Teams zu tun bekommen.

In Ravensburg werden knapp über 300 Zuschauer zugelassen sein. Die Karten sind personalisiert und festen Sitzplätzen zugeordnet. Alle sind ausverkauft, meldete der Verein. Die Ulmer haben ebenfalls ein kleines Kontingent bekommen, das sie größtenteils an Aufsichtsratsmitglieder oder Sponsoren weitergegeben haben. Eventuelle Rückläufer werden unter Umständen kurzfristig in den Verkauf gehen, heißt es vom Klub.

Übertragung: Einen Livestream zum Spiel gibt es auf sporttotal.tv.

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