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DFB-Pokal

13.09.2020

Leere Ränge in Ulm: Die Fans wollen zurück ins Donaustadion

„Football belongs to the people“: Viele Fans stören die strengen Auflagen beim DFB-Pokal im Ulmer Donaustadion.
Bild: Horst Hörger

Plus Corona-Auflagen und Fußball passen für viele nicht zusammen: Nur rund 420 Zuschauer durften ins Stadion. So war die Stimmung beim Spiel gegen den FC Erzgebirge Aue.

Vereinzelt tröpfeln die Besucher herein. Vor dem Eingang entsteht nur kurz eine Warteschlange, Einlass ist erst eine Stunde vor dem Anpfiff. Der SSV Ulm 1846 Fußball gegen den FC Erzgebirge Aue – unter normalen Umständen wäre der Andrang groß. Viele Fans beschweren sich über die geltenden Auflagen - und feuern ihre Mannschaft trotzdem an.

Katrin Aumann und ihre Freundin stehen im Schatten und ärgern sich über die geltenden Bestimmungen. „Das ist einfach so komisch, Fußball lebt von der Stimmung“, sagt Aumann, die aus dem Allgäu angereist ist. Sie hat zwei Karten über einen befreundeten Spieler erhalten. „Schon beängstigend, wenn das für immer so bleiben sollte.“

DFBPokal SSV Ulm 1846 Fußball gegen FC Erzgebirge Aue im Ulmer Donaustadion.  Jubel bei den Ulmer Spielern nach dem Sieg über Zweitligist Aue.
12 Bilder
Die Bilder von der DFB-Pokalüberraschung des SSV Ulm 1846 gegen Aue
Bild: Horst Hörger

Abstand und Maskenpflicht: Daran mussten sich die Fußballfans beim DFB-Spiel halten

In dem Moment fährt ein „Bierbike“ vorbei, eine Art Gruppenfahrrad mit Theke in der Mitte. Etwa zehn Männer sitzen auf den Hockern und grölen. So richtig Stimmung und große Vorfreude auf das Spiel will nicht aufkommen. Gruppen gibt es bis auf wenige Ausnahmen nicht, die meisten kommen allein oder zu zweit. Im Stadion verteilen sich die rund 420 Besucher auf der Tribüne, alle müssen drei Sitze Abstand zueinander halten, ob sie zusammengehören oder nicht. Es herrscht Maskenpflicht bis zum Sitzplatz. Ein großes Transparent mit der Aufschrift „Football belongs to the people“, „Fußball gehört den Menschen“, hängt über den leeren Stehplatzrängen des Auswärtsblocks – gut sichtbar für die TV-Kameras. Die Hymne, welche die vergangenen Male von Jennifer Nunes gesungen wurde, schallt aufgezeichnet aus den Lautsprechern.

Die anwesenden Fans geben dennoch ihr Bestes, die Ulmer Spatzen beim Spiel anzufeuern. „S-S-SSV!“, dröhnt es immer wieder von den Rängen, und „Hier regiert der SSV!“. Dabei entwickeln die wenigen Stimmen eine überraschende Lautstärke, was bei den Spielern ankommt. Tobias Rühle zeigte sich im Anschluss an das Spiel dankbar: „Die Fans, die da waren, haben es echt gut gemacht, man hat sie auch gehört“, sagt er. „Das hat auch ein bisschen gepusht.“ Man müsse die Auflagen akzeptieren und in dieser Situation einfach das Beste daraus machen, ergänzt Rühle.

Die nächste Pokal-Sensation der Ulmer Spatzen: Am Samstagabend besiegten sie den Zweitligisten FC Erzgebirge Aue verdient. Tobias Rühle erzielte das 1:0 für den SSV Ulm 1846 Fußball. Wie er seinen Treffer erlebt hat.
Video: Michael Kroha

Auch vor dem Stadion haben sich Fans des SSV Ulm versammelt

Der Jubel über das 2:0 gegen Aue ist groß – und laut. Der Lärm steht im Kontrast zur spärlich besetzten Tribüne. Auch außerhalb vom Stadion schallen Siegesrufe zu den Spielern. Am nördlichen Tor hat sich eine Gruppe von Fans versammelt. Von dort aus haben sie das Spiel verfolgt, auch, wenn sie nur einen kleinen Ausschnitt des Fußballfelds sehen können. Die Fans stoßen auf das erfolgreiche Spiel an, ein Mann klettert den Zaun hinauf und stößt die Faust in die Luft.

„Wir wollen gar nicht ins Stadion“, sagt einer von ihnen. „Teure Tickets und wir dürfen nicht als Gruppe hinein – das wollen wir nicht.“ Dennoch versuchen sie, für den SSV Ulm Präsenz zu zeigen: „Wir sind trotz allem für unsere Mannschaft da.“

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