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Tischtennis

21.10.2020

Nach 22 Jahren als Ulmer Bezirkschef hört Otto Simon auf

Otto Simon mit dem Präsent, das ihm das inzwischen verstorbene Ulmer Tischtennis-Urgestein Helmut Näter zum 50-jährigen Vereinsjubiläum gebastelt hat.
Bild: Willi Baur

Plus 22 Jahre lang war Otto Simon Chef des Tischtennis-Bezirks Ulm. In dieser langen Zeit hatte er viele schöne Erlebnisse – aber es gibt auch eine Entwicklung, die ihn schmerzt.

22 Jahre lang stand Otto Simon vom TTC Witzighausen an der Spitze des Tischtennis-Bezirks Ulm, kürzlich hat ihn nun Björn Thiele vom Nachbarverein TTC Senden-Höll in dieser Funktion abgelöst. Es war – vor allem wegen der Corona-Pandemie – gemessen an der Amtszeit von Simon, ein ziemlich geräuschloser Stabwechsel.

Schließlich hat der inzwischen 76-Jährige seit Mitte der 80er-Jahre den Tischtennis-Alltag zwischen Merklingen, Langenau, Illertissen und Weißenhorn mitgeprägt, vor allem als stellvertretender Vorsitzender und Organisator der Bezirksranglisten. „Es war stets ein gutes Miteinander“, resümiert Simon mit Blick auf diese Zeit. An nennenswerte Probleme mit einzelnen Vereinen kann er sich nicht erinnern. Wobei die Wertschätzung fraglos auf Gegenseitigkeit beruht hat, wie ihm von Vereinsseite vielfach bestätigt wird. „Vielen konnte ich ja bei unterschiedlichen Anliegen helfen“, meint denn auch der bisherige Bezirkschef.

Was für die Kommunikation mit der Basis womöglich aber noch wichtiger war: Otto Simon, geboren und aufgewachsen im Sendener Ortsteil Hittistetten, wo er seit rund 40 Jahren eine Werkzeugschleiferei betreibt, war immer selbst Teil dieser Basis. Er hat nie vergessen, wie ein Verein als Keimzelle einer Sportorganisation tickt und was er braucht.

Tischtennis-Bezirk Ulm: Otto Simon hört auf

Jeder seiner Kollegen wusste um seine Verdienste beim 1960 gegründeten TTC Witzighausen, einem der ältesten Tischtennisvereine des Bezirks. Simon ist ihm schon in jungen Jahren beigetreten, hat im legendären Saal der ehemaligen Bahnhofswirtschaft selbst noch um Punkte geschmettert, im Jahr 1979 den Vorsitz übernommen und war als „Macher“ maßgeblich am Bau der 1997 bezogenen Gemeinschaftshalle beteiligt. Den TTC führt er bis heute und wirkt überdies noch regelmäßig beim Jugendtraining mit.

Dass solche Kompetenzen und Erfahrungen auch auf Fachverbandsebene geschätzt werden, unterstrich seine Wahl in dessen vierköpfigen Beirat kurz nach der Berufung zum Bezirksvorsitzenden. Rückblickend spricht Otto Simon auch für die Verbandsgremien von einer „guten und konstruktiven Zusammenarbeit“.

Das generell nicht immer spannungsfreie Verhältnis zwischen Dachverband und Basis sei jedenfalls in „seinem Bezirk“ nicht spürbar gewesen, meint der frühere Vorsitzende. Dabei hatte er den Klubs in seiner Amtszeit nicht wenige organisatorische Reformen und vor allem sportliche Regeländerungen zu vermitteln: Eine neue Zählweise etwa, den größeren Ball, vormals aus Zelluloid und nun aus Plastik und andere Spielsysteme.

"Das war richtig so": Streit um Ballgröße im Tischtennis

Ein Beleg für die vor allem auf Bundes- und Landesebene konfliktbeladene Umstellung auf den 40-Millimeter-Ball: Eine saftige Geldstrafe des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) für die rebellierenden Württemberger, die an einer einheitlichen Lösung festgehalten haben. „Und das war richtig so“, ist Otto Simon noch heute überzeugt. Andernfalls hätten in Holzheim beispielsweise die seinerzeit höherklassig spielenden Frauen mit größeren Bällen trainieren müssen als die Männer.

Inzwischen wäre dieses Problem ohnehin keines: Wie in Simons eigenem Verein, gibt es vielfach keine Damenteams mehr, starke Frauen spielen bei den Männern mit.

Noch mehr schmerzen Tischtennis-Freund Simon freilich die insgesamt rückläufigen Mannschaftszahlen, auch im Bezirk. Zehn bis zwölf weniger seien es pro Jahr, sagt er und weiß indes durchaus: „Davon sind auch andere Sportarten betroffen.“ Simon sieht dafür, neben der demografischen Entwicklung, auch ortsspezifische Ursachen: „Die Vereinsführung vielleicht, die Jugendarbeit oder Hallenprobleme.“

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