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Tischtennis

25.10.2020

Nach mehr als vier Stunden kann der TTC Neu-Ulm feiern

Emmanuel Lebesson, Trainer Dimitrij Mazunov, Tiago Apolonia und Vladimir Sidorenko (von links) feiern in Pfaffenhofen.
Bild: Willi Baur

Plus Der TTC Neu-Ulm liefert in Pfaffenhofen gegen Saarbrücken einen Krimi ab und gewinnt glatt in Grenzau.

In der Tischtennis-Bundesliga sind nur noch drei Mannschaften unbesiegt: Rekordmeister Borussia Düsseldorf, der mehrfache Titelträger Ochsenhausen und der TTC Neu-Ulm. Mit Erfolgen über den amtierenden Meister Saarbrücken am Freitag in Pfaffenhofen (3:2 nach 0:2-Rückstand) und beim Traditionsverein TTC Grenzau (3:0) am Sonntag schob sich Deutschlands kleinster Tischtennisverein auf den zweiten Tabellenplatz.

„Ein optimaler Start in die Saison“, bilanzierte Trainer Dimitrij Mazunov nach dem dritten Auswärtssieg der Saison. Zwar wurde das TTC-Trio in knapp zwei Stunden seiner Favoritenrolle gerecht, geschenkt bekamen die Gäste im Westerwälder Brexbachtal allerdings nichts. Im Gegenteil. Vor allem „King Kara“, wie der 44-jährige Serbe Aleksandar Karakasevic in der Szene genannt wird, ließ Neu-Ulms Franzosen Emmanuel Lebesson immer wieder mit seinen unkonventionellen Kunstschlägen verzweifeln. Hart erarbeitet war auch Vladimir Sidorenkos erster Einzelerfolg in dieser Saison gegen den 20-jährigen Griechen Ioannis Souropoulos, seinen Vorgänger als Jugend-Europameister. „Die beiden ersten Sätze hat er etwas leichtfertig aus der Hand gegeben“, kritisierte Mazunov seinen russischen Landsmann, der schließlich aber mit einer überzeugenden Vorstellung den Neu-Ulmer Siegpunkt beisteuerte.

Tischtennis-Bundesliga: TTC Neu-Ulm besiegt den FC Saarbrücken

Am Freitagabend hatte das TTC-Trio sich und seinem Anhang ein emotionales Wechselbad verordnet. Neu-Ulms Portugiese Tiago Apolonia brachte es nach mehr als vierstündiger Spielzeit auf den Punkt: „Eine Sensation wie diese erlebt man nicht jeden Tag.“ Apolonia, inzwischen 34 Jahre alt, drehte seine Partie gegen den zwölf Jahre jüngeren Slowenen Jorgic mit seinen bewährten Mitteln: Geduld, viel Laufarbeit, Klugheit und Nervenstärke. „Tiago brachte uns mit seinem Sieg auf einen guten Weg“, bedankte sich Lebesson später. Damit hatte er selbst die Chance, unmittelbar danach die Niederlage im Eröffnungseinzel gegen Saarbrückens chinesischen Spitzenmann Shang Kun wieder auszubügeln. Lebessons ungestümem Siegeswillen, seinem druckvollen Offensivspiel und vor allem der knallharten Vorhand des Linkshänders hatte FC-Führungsspieler Patrick Franziska zwei Sätze lang kaum etwas entgegenzusetzen. Der dritte Durchgang ging dann an den 28-jährigen Deutschen, immerhin die Nummer drei im Lande hinter Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov. Satz vier bot schließlich viel Gesprächsstoff für den restlichen Abend und die Tage danach. 10:3 führte Franziska, hatte beim 11:10 einen weiteren Satzball, doch der in der Weltrangliste deutlich tiefer geführte Franzose führte mit seinem Sieg den TTC in das Schlussdoppel.

In diesem verlor das eingespielte Saarbrücker Duo Shang Kun/Darko Jorgic nach einer 7:4 Führung mit 7:11 im fünften Satz. „Wir spielten dagegen erst zum zweiten Mal zusammen“, freute sich Vladimir Sidorenko, der gemeinsam mit Apolonia schon in Bad Königshofen den Siegpunkt eingefahren hatte. „Wichtig war, dass wir cool geblieben sind“, sagte der erst 18-jährige Russe. Im Einzel hatte er sich zuvor der Routine Franziskas beugen müssen.

Der Markt Pfaffenhofen mit seiner schmucken Sporthalle war ein perfekter Gastgeber. „Klein, aber fein“, schwärmte Mazunov. „Für uns ist das Spiel hier ein besonderes Ereignis“, hatte Bürgermeister Sebastian Sparwasser eingangs beide Teams begrüßt. Weitere sollen folgen, sofern es Corona zulässt.

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