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Basketball-Bundesliga

25.10.2019

Ratiopharm Ulm verpflichtet Isaiah Briscoe aus der NBA

Ratiopharm Ulm hat einen neuen Spieler: Isaiah Briscoe.
Bild: BBU 01

Isaiah Briscoe soll den verletzten Tyler Harvey vertreten und könnte gegen Frankfurt spielen. Die Karriere des 23-Jährigen verläuft im Zick-Zack.

Manchmal geht es ganz schnell. Nach zuletzt sechs Niederlagen in Folge und dem Ausfall des Guards Tyler Harvey, der die letzten drei Spiele nicht auf dem Parkett stand, haben die Ulmer Basketballer am Donnerstag einen Neuzugang präsentiert. Isaiah Briscoe heißt der, ist 23 Jahre alt und hat in seiner jungen Karriere den ein oder anderen Umweg genommen, der ihn jetzt eben zu Ratiopharm Ulm geführt hat. „Der Ausfall von Tyler Harvey hat uns sehr wehgetan, weil uns damit ein ballsicherer Guard im Backcourt fehlt“, sagt Sportdirektor Thorsten Leibenath. „Die Verpflichtung von Isaiah Briscoe gibt Tyler die nötige Zeit, die er für sein Comeback braucht und uns mehr Flexibilität auf der Guard-Position.“

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Briscoe, der in Ulm einen Zeitvertrag unterschrieben hat über dessen Länge der Verein schweigt, ist in Newark im US-amerikanischen Bundesstaat New Jersey aufgewachsen und stammt aus einer Familie, in der der Basketball eine außerordentlich große Rolle spielt. Sein Cousin ist einer der Topstars der NBA: Kyrie Irving wechselte vor der aktuellen Saison von den Boston Celtics zu den Brooklyn Nets und erzielte jüngst 50 Punkte für sein neues Team. So rund lief es für den jüngeren Briscoe bei weitem nicht in seiner Laufbahn. Zwei Jahre lang spielte er Collegebasketball für die University of Kentucky unter dem sehr anerkannten Trainer John Calipari. Seine Statistik konnte sich sehen lassen und davon wohl etwas geblendet beschloss Briscoe, das College zu verlassen und sein Glück beim NBA-Draft zu suchen, sozusagen der Marktplatz für neue Spieler. 2017 war das. Nur: Ihn wollte niemand. So landete er in Estland beim BC Kalev-Cramo in Tallin.

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BBL: Ratiopharm Ulm trifft auf Fraport Skyliners

Was nach einem herben Schicksalsschlag für einen jungen Amerikaner klingt, der den großen Traum von der NBA träumt und mit den USA U18-Weltmeister geworden war, entpuppte sich als Glücksfall für Briscoe. Er wurde estnischer Meister und zum wichtigsten Spieler des estnischen Allstar-Spiels gekürt. Letztlich wurden dann doch Scouts der NBA auf ihn aufmerksam. Er bekam eine Einladung zur Summer League, in der Neuzugänge der großen Teams Erfahrungen sammeln sollen oder in der die Klubs austesten wollen, ob jemand für ihr Team geeignet ist. Briscoe war geeignet und bekam einen Vertrag bei den Orlando Magic. Dort machte sich der 1,91 Meter große Spieler einen Namen als kraftvoller Verteidiger. Sein Durchbruch in der NBA? Mitnichten, denn wieder bahnte sich bei Briscoe ein Umweg an. Im März dieses Jahres, kurz vor den Playoffs, riss bei ihm der Meniskus. Seine Saison war gelaufen und die Karriere bei den Magic auch. Etwas später lösten sie den Vertrag mit dem Guard auf.

Jetzt also Ulm. Am Donnerstag kam er hier an und absolvierte den Medizincheck, am Freitag trainierte er zum ersten Mal mit seinen neuen Teamkollegen (wobei er Derek Willis schon aus Kentucky kennt). Weil gesundheitlich alles okay bei ihm ist und er eine Spielberechtigung besitzt, dürfte er ziemlich sicher am Sonntag (18 Uhr) auf dem Feld stehen. Dann spielen die Ulmer, die jüngst wettbewerbsübergreifend sechs Spiele nacheinander verloren haben, in der Bundesliga zuhause gegen die Fraport Skyliners aus Frankfurt. „Es stehen wichtige Spiele an und weil die Lage bei Tyler Harvey unsicher ist, brauchten wir Hilfe von einem Guard“, sagt Trainer Jaka Lakovic. Mehr Kontrolle im zuletzt etwas unsteten Spiel der Donaustädter wünscht sich Lakovic vom Neuankömmling. Als „ultimativen Heilsbringer“ in der aktuell schwierigen Phase möchte er ihn aber nicht sehen. Eher als „Hilfe“ oder „Ergänzung“. Lakovic: „Wir glauben immer noch an unsere Spieler. Briscoe ist aber die Hilfe, die wir gerade brauchen. Zurzeit sind wir nicht auf dem höchsten Selbstbewusstseinslevel.“

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Ein ähnlicher Satz könnte auch aus den Mündern der Frankfurter kommen, denn wie Ulm haben sie bisher erst eine Partie gewonnen, bei einem Spiel mehr. Dafür standen auf ihrem Spielplan aber Kaliber wie Alba Berlin, Bayern München oder Bonn. Zudem vereinen sie mit Lamont Jones oder Tez Robertson hochwertige Spieler in ihren Reihen. Gegen die kann sich Isaiah Briscoe gleich beweisen. Wenn er es gut macht ist Ulm vielleicht auch nur ein Umweg.

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