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Basketball-Bundesliga

13.02.2020

Ratiopharm Um kann sich selbst trösten

Er ist einfach ein Großer in seinem Sport: Erst traf Peyton Siva den wichtigsten Wurf des gesamten Spiels, später tröstete der Spielmacher von Alba Berlin den Ulmer Debütanten Archie Goodwin.
Bild: Nordphoto/Hafner

Die Fans diskutieren immer noch über diese eine Szene im Spiel gegen Berlin. Der Ulmer Trainer spricht lieber über die positiven Erkenntnisse

Es ist diese Szene des Spiels der Basketball-Bundesliga zwischen Ratiopharm Ulm und Alba Berlin, über die sich die Fans seit Dienstagabend die Köpfe heißreden: Noch neun Sekunden in der regulären Spielzeit, Ulm führt 96:93, letzter Angriff Alba. Tyler Cavanaugh hat den Ball in der eigenen Hälfte, Seth Hinrichs foult nicht und geht sogar noch ein paar Schritte weg von seinem Gegenspieler. Weiter Pass zu Peyton Siva an der Dreierlinie. Grant Jerrett foult auch nicht, der Berliner Spielmacher trifft zum 96:96-Ausgleich. Verlängerung also und in der fünfminütigen Zusatzschicht gewinnt die abgezockte Mannschaft des deutschen Vizemeisters mit 112:106. Der Ulmer Trainer Jaka Lakovic wollte auch zwei Tage danach nicht verraten, ob er unmittelbar zuvor in einer Auszeit ein Foul bei diesem letzten Berliner Angriff angeordnet hat. Nur so viel: „Ich habe eine Entscheidung getroffen und die Spieler kannten diese Entscheidung.“

Ein Foul von Ratiopharm Ulm birgt auch Risiken

Nun ist es ja beileibe nicht so, dass ein Foul die unumstößlich richtige Maßnahme gewesen wäre. Auch diese Entscheidung birgt Risiken. Die Schiedsrichter könnten beispielsweise ein unsportliches Vergehen sehen. Macht dann zwei Freiwürfe plus Ballbesitz für den Gegner. Diese Gefahr ist nach Einschätzung von Lakovic allerdings gering: „Wir Trainer kommunizieren in so einer Situation mit den Schiris. Wenn wir ihnen sagen, dass wir foulen wollen, dann werden sie kein unsportliches Foul pfeifen.“ Aber daneben gibt es ja auch diese Option: Der gefoulte Spieler schleudert die Murmel noch irgendwie Richtung Korb und bekommt dafür drei Freiwürfe. Es ist wie so oft beim Basketball: Man kann über einzelne Szenen endlos diskutieren. Am Ende gilt: Wer gewinnt, der hat alles richtig gemacht.

Lesen Sie auch: So lief das Spiel von Ratiopharm Ulm gegen Alba Berlin

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Lakovic berichtet, dass die Spieler nach der Niederlage gegen Berlin gleichermaßen enttäuscht wie verärgert waren. Die Hoffnung des Ulmer Trainers: „Wir können aus diesem Spiel lernen, bessere Entscheidungen zu treffen.“ Eine Aussage, die vermuten lässt, dass Lakovic bei diesem letzten Angriff von Alba schon ganz gerne ein Foul gesehen hätte. Aber sehr viel länger will der Slowene über diese Sequenz auch nicht mehr reden. Viel lieber spricht er über die positiven Erkenntnisse an diesem dramatischen Basketballabend. Etwa darüber, dass seine Schützlinge gegen eine der besten deutschen Mannschaften 30 Minuten lang richtig gut gespielt haben. Oder über Tyler Harvey, der sieben Wochen lang verletzt raus war, sich mühsam wieder rangekämpft und gegen Alba sechs von neun Dreiern getroffen hat. Dann war da ja auch noch das Debüt von Archie Goodwin. Der neue Amerikaner präsentierte sich nach Einschätzung seines Trainers mit viel Athletik, großer Energie und positiver Ausstrahlung. Gleichzeitig hielt sich Goodwin eher unamerikanisch spürbar zurück und genau das hat seinem Trainer imponiert: „Er hat genau die Dinge gemacht, für die taktische Feinheiten nicht die große Rolle spielen. Diese Mentalität ist wichtig.“

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Die Ulmer haben nun postwendend Gelegenheit, sich selbst für die – viele sagen selbst verschuldete – Niederlage gegen Berlin zu trösten. Bereits am Freitag (20.30 Uhr) steht das nächste Heimspiel gegen Braunschweig auf dem Programm. Dann geht es wie immer in den Spielen gegen die Niedersachsen darum, irgendwie den Starcenter Scott Eatherton unter Kontrolle zu halten. Seinen Teil dazu beitragen soll Gavin Schilling, der gegen Berlin defensiv sowieso, aber auch offensiv eine starke Leistung abgeliefert hat. Die Braunschweiger unter dem früheren Ulmer Assistenztrainer Pete Strobl stecken übrigens in einer mittelschweren Krise. Die Ulmer würden daraus gerne eine richtig schwere machen.

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