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Hallenturnier

24.01.2020

Stadtpokal Ulm/Neu-Ulm: Entscheidung des Sportgerichts in wenigen Tagen

Die Vorfälle beim Stadtpokal schlugen hohe Wellen.
Foto: Horst Hörger

Plus Der Fußballbezirk Donau/Iller hat die Berichte bekommen, um eine Entscheidung über die Vorfälle beim Stadtpokal zu fällen. Srbija Ulm zieht weitere Konsequenzen.

Dass wegen der Vorfälle beim Hallenfußball-Stadtpokal der Städte Ulm und Neu-Ulm eine Strafe auf den Bezirksligisten Srbija Ulm zukommen wird, gilt als so gut wie sicher. Jetzt steht fest, wann es eine Entscheidung des Sportgerichts im Bezirk Donau/Iller dazu geben wird.

Lesen Sie dazu auch: Nach Eklat im Stadtpokal Ulm/Neu-Ulm: Srbija Ulm wirft Spieler raus

Hans-Peter Füller, Vorsitzender des Gremiums, sagte unserer Zeitung, dass er das Urteil für Ende nächster Woche erwarte. Die nötigen Berichte zu den Geschehnissen am Sonntag hat er mittlerweile erhalten. „Jetzt hat der Verein (Srbija Ulm, Anm. d. Red.) noch die Möglichkeit, sich zu den Vorfällen zu äußern“, sagt Füller. „Rechtliches Gehör“ heißt das im Fachjargon. Bis Mittwoch haben die Ulmer Zeit, dem nachzukommen.

In der Kuhberghalle hatte es während des Finales zwischen der TSG Söflingen und dem SV Ljiljan Ulm Tumulte an der Seitenlinie gegeben, während der ein dunkelhäutiger Söflinger Spieler von einem Fußballer Srbija Ulms eine Banane überreicht bekommen hat und so rassistisch beleidigt wurde. Ein anderer wurde von einer Plastikflasche getroffen und musste mit einer Platzwunde ins Krankenhaus gebracht werden. Die Flasche war von einem weiteren Srbija-Vereinsmitglied geworfen worden. Ihr Team hatte sich über Schiedsrichterentscheidungen in einem vorhergegangenen Spiel geärgert. Beide Männer wurden aus dem Verein geworfen und zumindest einer muss mit juristischen Konsequenzen rechnen. Im Fall des Flaschenwurfs laufen Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung. Um auch die Beleidigung untersuchen zu lassen, bedarf es eines Strafantrags des Söflinger Spielers, der beleidigt wurde. Will er diesen stellen, hat er drei Monate dazu Zeit. Darüber, ob er das bereits getan hat, wollte die Polizei aber keine Auskunft geben, Strafanträge seien Privatsache, hieß es auf Anfrage.

Stadtpokal Ulm/Neu-Ulm: Strafe für Srbija Ulm ist sehr wahrscheinlich

Wird dieser Strafantrag theoretisch gestellt, muss erst ermittelt werden, ob die Beleidigung tatsächlich rassistisch motiviert war, der ganze Kontext wie Vorstrafen des Beschuldigten und die Begleitumstände muss betrachtet werden. Eine Rolle spielt auch das Umfeld, in dem die Beleidigung stattgefunden hat. Im Fall des Stadtpokals ist die Frage besonders relevant, weil sich die Vorfälle in der Kuhberghalle vor einem großen Publikum und damit in der Öffentlichkeit ereignet haben. Beleidigungen, die wirklich politisch motiviert sind, werden besonders hart geahndet.

„In dem Maß habe ich das noch nie gesehen“, sagt der Sportgerichts-Vorsitzende Hans-Peter Füller. Er war am Sonntag auch in der Halle. Zugute kommen wird Srbija Ulm offenbar, dass der Verein kooperiert und sich reuig zeigt. Wie berichtet hatte er kurz nach den Vorfällen eine Stellungnahme veröffentlicht und sich ausdrücklich gegen Rassismus positioniert. Der Fall schlug hohe Wellen, mittlerweile sei es aber etwas ruhiger geworden, sagt der Klubchef Andreas Markovic. Er und seine Vorstandsmitglieder hatten sich zu Beginn der Woche zusammengesetzt, um über das, was passiert ist, zu sprechen. Eine Konsequenz ist, dass bei Heimspielen mehr Ordner vor Ort sein sollen, falls die Stimmung zu hitzig wird. „Da darf gar nichts mehr passieren“, sagt Markovic.

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