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Leichtathletik

09.08.2020

Stefanie Dauber vom SSV Ulm 1846 wird Deutsche Meisterin im Stabhochsprung

Ulms Stabhochspringerin Stefanie Dauber (links) freut sich mit Ria Möllers von Bayer Leverkusen über ihren gemeinsamen ersten Platz bei der Deutschen Meisterschaft in Braunschweig. Allerdings fehlten nur ein paar Zentimeter, dann hätte Dauber den Titel exklusiv gehabt.
Bild: Michael Kappeler/dpa

Plus Den Titel bei der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft in Braunschweig hat Stefanie Dauber vom SSV Ulm 1846 schon vor dem letzten Sprung sicher. Sie hat ihn aber nicht alleine. Auch Alina Reh holt Gold.

Es fehlten nur ein paar Zentimeter und dann hätte es diese Premiere in der deutschen Leichtathletik gar nicht gegeben. Zum ersten Mal teilen sich zwei Sportlerinnen den Titel der Deutschen Meisterin im Stabhochsprung: Ria Möllers von Bayer Leverkusen – und Stefanie Dauber vom SSV Ulm 1846. Doch Dauber hätte sich den Titel am Samstag alleine schnappen können, wenn da nicht diese paar Zentimeter gewesen wären.

Die Deutsche Meisterschaft in Braunschweig war die Prestige-Veranstaltung des Leichtathletikverbandes DLV, die einerseits den Sportlern signalisieren sollte: es geht wieder was nach der Corona-Pause; und die andererseits nach außen transportieren sollte: der Verband ist in der Lage, ein wirksames Hygienekonzept zu erarbeiten. Die Folge war ein sehr leeres Stadion. Den Enthusiasmus der Athleten bremste das aber keineswegs. Stefanie Dauber war so gut drauf wie Stefanie Dauber nun mal immer gut drauf ist und daran änderte auch die Tatsache nichts, dass sie sich den obersten Platz auf dem Treppchen mit einer Konkurrentin teilen musste. „Geteilte Freude ist doppelte Freude“, sagte sie ins Mikrofon der ARD nach ihrem Titelgewinn. Dass es letztlich ein Zweikampf zwischen der Ulmerin und Ria Möllers wurde, war im Voraus der Meisterschaften nicht unbedingt klar gewesen.

Bei der DM in Braunschweig: Stefanie Dauber und Ria Möllers holen Titel

Als Daubers größere Konkurrentin galt Lisa Ryzih (Ludwigshafen), doch die hatte den ganzen Wettbewerb über Probleme. Die 4,20 Meter überwand sie erst im dritten und damit letzten Versuch, schließlich scheiterte sie an der 4,40-Meter-Hürde. Damit musste sie sich hinter Dauber und Möllers einreihen, die diese Höhe zwar bewältigten, aber auch Probleme hatten. Möllers sprang vor Dauber und sorgte so für den größtmöglichen Spannungsbogen, den die Ulmer Delegation ertragen musste. Alle drei Versuche setzte sie in den Sand und Stefanie Dauber scheiterte zweimal. Das hieß: Es musste der dritte und letzte Sprung entscheiden. Die Meisterschaft war ihr da schon sicher, aber vermutlich wäre es ihr auch nicht unrecht gewesen, auf die doppelte Freude zu verzichten und alleinige Meisterin zu werden.

Stefanie Dauber vom SSV Ulm 1846 wird Deutsche Meisterin im Stabhochsprung

Ihr Sprung sah dann auch sehr gut aus. Die Höhe passte, die Bewegung über die Latte eigentlich auch und dann touchierte sie im Fallen die Stange doch noch mit dem Oberkörper. Ganz knapp zwar, doch es reichte, um die Latte zu reißen. „Oh nein“, schrie Dauber, als sie auf der Matte lag (was durch die Leere im Stadion gut durch die TV-Mikrofone zu hören war). Es beschäftigte die 33-Jährige aber nicht sonderlich. Sie sprang auf, winkte ins Rund und freute sich. „Ganz habe ich noch gar nicht begriffen, dass ich mich jetzt Deutsche Meisterin nennen darf“, sagte sie hinterher. Bei der Deutschen Meisterschaft im vergangenen Jahr hatte sie Silber gewonnen. „Es ist eine komische Saison dieses Jahr und umso mehr freue ich mich, nicht nur Silber verteidigt, sondern auch Gold gewonnen zu haben.“

Auch ihre Teamkollegin Alina Reh hat eine Goldmedaille geholt - bei den 5000 Metern. Das war erwartet worden und warum, das zeigte sich beim Rennen. Mit einem Vorsprung von zehn Sekunden auf Rabea Schöneborn ( LG Nord Berlin) kam sie mit 16:08,33 Minuten ins Ziel. Dass sie eigentlich in dieser Saison die 15-Minuten-Marke knacken wollte, offenbarte ihren großen Vorsprung auf die deutsche Konkurrenz. Allerdings war auch ihre größte Konkurrentin Konstanze Klosterhalfen in Braunschweig nicht an den Start gegangen. "Die Taktik war es eigentlich, am Anfang im Pulk zu laufen, nach zwei Kilometern habe ich dann auf die Tube gedrückt", sagte Reh im ZDF. Das Laufen in der Gruppe habe nicht so gut funktioniert. Außerdem hatte sie etwas mit der Hitze zu kämpfen. Ihre SSV-Kollegin Marlene Gomez Islinger wurde Sechste (16:40,74).

Antonia Kinzel vom SSV Ulm 1846 wird Sechste bei DM in Braunschweig

Chancen auf Gold hatte sich die erst 19-jährige SSV-Diskuswerferin Antonia Kinzel keine ausgerechnet. Die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft in Braunschweig war ihre erste im Feld der Erwachsenen. Am Sonntagnachmittag wurde sie im acht Teilnehmerinnen umfassenden Feld Sechste mit einer Weite von 54,03 Metern. Ihre persönliche Bestweite liegt bei 55,12 Metern, die Tatsache, dass sie mit dieser Weite in Braunschweig immernoch Sechste geblieben wäre, zeigt, dass sie noch etwas Arbeit vor sich hat. Trotzdem war es ein guter Einstand. Erste wurde Kristin Pudenz (Potsdam) mit 62,30 Metern.

Der Hochspringer Benno Freitag vom SSV Ulm 1846 hat in Braunschweig das Treppchen knapp verpasst. Eine persönliche Bestleistung von 2,15 Metern reichte ihm nicht für einen Podiumsplatz. Er wurde letztlich Vierter. An der Höhe von 2,20 Metern scheiterte er. Den Titel sicherte sich wenig überraschend Mateusz Przybylko von Bayer 04 Leverkusen mit 2,28 Meter.

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