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WFV-Pokal

09.04.2019

Ulmer Spatzen sind voller Freude, stehen aber unter Druck

Winter-Neuzugang Felix Higl (Mitte) erzielte gegen die TSG 1899 Hoffenheim II sein zweites Tor für die Spatzen. Sein Trainer Holger Bachthaler sagt: „Er entwickelt sich so, wie wir das erhofft haben und hat bestätigt, was er im Training angedeutet hat.“
Bild: imago/Eibner/Weiss

Nach dem „sehr angenehmen“ Spiel gegen Hoffenheim herrscht bei den Ulmer Spatzen Zuversicht. Doch im Verbandswettbewerb lastet auch Druck auf ihnen.

Normalerweise liest sich die Geschichte der meisten Spatzen-Spiele in dieser Saison ja so: Die Ulmer sind die meiste Zeit auf dem Platz dominant, spielen sich Chancen im Überfluss heraus, nutzen die dann aber nicht. Oft reicht es trotzdem für einen knappen Sieg und oft genug verlieren die Donaustädter, obwohl sie eigentlich alle Vorteile auf ihrer Seite haben.

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Am vergangenen Samstag wurde dieser Erzählung ein Kapitel hinzugefügt, das der vertrauten Geschichte einen ordentlichen Twist verpasste. Mit seinem 4:0 bei der TSG 1899 Hoffenheim II in der Regionalliga Südwest bewies der SSV Ulm 1846 Fußball, dass er dominant auftreten und viele Tore schießen kann. Eine Erkenntnis, die genau zur richtigen Zeit kam. Heute (17 Uhr) treffen die Spatzen im Viertelfinale des WFV-Pokals nämlich auf den Verbandsligisten Calcio Leinfelden-Echterdingen. Weil es ein K.O.-Spiel ist, wäre es ganz hilfreich, dominant aufzutreten und viele Tore zu schießen. Mindestens eines mehr als der Gegner sollte es schon sein.

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WFV-Pokal: SSV Ulm 1846 Fußball trifft auf Calcio Leinfelden-Echterdingen

Die Ulmer fahren jedenfalls mit einem wohligen Gefühl in der Magengrube zum Sportzentrum nach Leinfelden. „Richtig angenehm“ sei die Partie gegen Hoffenheim gewesen, sagt Ulms Trainer Holger Bachthaler. Angenehm dürfte für ihn auch sicherlich gewesen sein, nicht schon wieder erklären zu müssen, weshalb seine Mannschaft trotz vieler Chancen so selten getroffen hat. Denn vier Tore, das kann sich schon sehen lassen. Als Regionalliga-Trainer hatte Bachthaler bislang noch nicht so viele Treffer seiner Ulmer in einem Spiel bejubeln dürfen. „Wir haben jetzt zweimal hintereinander mehr als ein Tor erzielt. Das gibt uns natürlich Sicherheit“, sagte er und fügte hinzu: „Die Qualität, mehr Tore zu erzielen, haben wir. Ich bin froh, dass es endlich mal funktioniert hat, mit unserer Dominanz auch die Torchancen zu nutzen.“ Zeit wurde es und pünktlich zur entscheidenden Phase der Saison scheint es, als kämen die Ulmer wieder in Fahrt.

Das Thema Aufstieg ist zwar keines für die Spatzen, Ziele gibt es aber trotzdem noch. Zum einen natürlich, das Halbfinale des WFV-Pokals zu erreichen, zumal mit dem SSV Reutlingen der Erzfeind der Spatzen-Fans mit einem 1:0 gegen die TSG Backnang schon den Sprung in die nächste Runde geschafft hat. Zum anderen geht es für die Verantwortlichen der Ulmer darum, für die nächste Saison zu planen und wichtige Stammkräfte an der Donau zu halten sowie Neuzugänge anzulocken. Das funktioniert mit schönem und erfolgreichem Fußball besser als mit Minimalismus. Immerhin verlängerte der Verein schon die Verträge von Marcel Schmidts, Christian Ortag und Albano Gashi. Ihr Trainer freute sich: „Es ist immer schön, wenn etablierte Spieler an Bord sind.“ Mehr dürften folgen.

Ulms hoher Sieg gegen Hoffenheim sorgte für Sicherheit

Für die Vertragsverhandlungen dürfte auch der WFV-Pokal interessant sein. Der Sieger qualifiziert sich für die erste Runde des DFB-Pokals, was den Spatzen durchaus vertraut ist, die als Titelverteidiger der WFV-Trophäe im Sommer und Herbst Eintracht Frankfurt und Fortuna Düsseldorf im Donaustadion begrüßen durften. Eine schöne Möglichkeit für junge Spieler, sich einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

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Bis dahin wartet aber mindestens noch die Hürde Calcio Leinfelden-Echterdingen. Obwohl sich der Sieg gegen die Hoffenheimer so gut anfühlt, tritt Holger Bachthaler auf die Bremse. „Es gibt keinen Grund, euphorisch zu werden“, sagt er. Er hat eine hohe Meinung vom kommenden Gegner und bereitete seine Mannschaft auf den Verbandsligisten so vor, wie auf jeden Regionalliga-Vertreter. Soll heißen: Das Trainerteam war ein paar Mal selbst vor Ort und studierte obendrein noch Videomaterial. „Wenn es uns gelingt, unsere Stärken auszuspielen, bin ich mir sicher, dass wir gewinnen“, meint Bachthaler. Gegen einen Regionalligisten klingt das in der Regel anders. Als klassenhöchstes Team wird von den Spatzen aber auch viel erwartet. Nach dem angenehmen Hoffenheim-Spiel vielleicht sogar noch mehr. Weniger angenehm ist es, dass weiterhin Stürmer David Braig und Torwart Christian Ortag fehlen werden.

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