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Basketball-Eurocup

15.10.2020

Von jungen und älteren Liebhabern bei Ratiopharm Ulm

Die Mannschaften reisen kreuz und quer durch Europa, die Profis kommen sich während des Spiels und auch danach ziemlich nahe. Der Basketball-Eurocup ist in der Pandemie ein fragwürdiger Wettbewerb.
Bild: Horst Hörger

Plus Ulm verliert gegen Paris und Kapitän Per Günther zitiert Madonna. Daneben stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieses Wettbewerbs in den Pandemie.

Jaka Lakovic war vor Ort, Jure Zdovz war wegen eines positiven Corona-Tests in Paris geblieben. Das Wiedersehen zwischen dem Trainer von Ratiopharm Ulm und seinem slowenischen Landsmann, Kollegen und langjährigen Weggefährten fiel somit aus – und es stellt sich dringend die Frage nach der Sinnhaftigkeit von europäischen Basketball-Wettbewerben in Zeiten der Pandemie. Von Wettbewerben, in denen allwöchentlich Mannschaften kreuz und quer durch den Kontinent in Hochrisiko-Gebiete einreisen oder aus Hochrisiko-Gebieten wie eben der französischen Hauptstadt anreisen und natürlich vor Ort beherbergt werden. Zwischen Ulm und den Boulogne Metropolitans wurde jedenfalls vor den nur noch 600 zugelassenen Zuschauern in der Ratiopharm-Arena gespielt, der Bundesligist verlor mit 80:86.

Die Niederlage war so unnötig wie die eine Woche zuvor gegen die italienische Mannschaft aus Brescia. Der Ulmer Kapitän Per Günther deutete im Interview mit Magenta-Sport an, dass er nicht so wirklich einverstanden mit dem war, was einige seiner jungen Teamkollegen an diesem Abend ablieferten: „Es ist natürlich ein Lernprozess. Aber Du musst schnell lernen, dass Du immer die absolute Intensität bringst. Vor allem, wenn Dir zwei, drei Spieler fehlen und Du jung bist und unerfahren und bla bla bla ...“ Dann zitierte Günther noch die Sängerin Madonna. Die soll über junge Liebhaber mal gesagt haben: „Sie wissen nicht genau, was sie tun, aber sie tun das die ganze Nacht.“

Zwei Spieler fehlen bei Ratiopharm Ulm

Die fehlenden Spieler: Das waren erneut Isaiah Wilkins und der am Handgelenk verletzte Thomas Klepeisz. Der Österreicher zumindest hofft nach eigener Aussage, demnächst wieder voll ins Training einsteigen zu können. Was erfreulich wäre, denn am kommenden Samstag beginnen mit dem Pokalspiel gegen Bamberg die nationalen und damit wirklich wichtigen Wettbewerbe im Basketball. Patrick Heckmann gehörte gegen die Franzosen zwar zum Kader, eingesetzt wurde er nicht.

Das Ulmer Problem war, dass die bisher überragenden Spieler Dylan Osetkowski und Troy Caupain einen gebrauchten Abend erwischten und sich mit jeweils fünf Punkten begnügen mussten – und wenn es bei Osetkowski nicht läuft, dann hat die Mannschaft von Jaka Lakovic eine riesige Baustelle, denn sie hat eben nur diesen einen Center. Als Aushilfe durfte und musste gegen die Boulogne Metropolitans mehr als 20 Minuten lang Nat Diallo ran. Der 20-Jährige zahlte auf diesem Niveau vor allem in der Offensive Unsummen an Lehrgeld. Erfreulich war immerhin die Ulmer Dreierquote: Andreas Obst traf fünf von sechs Würfen von draußen, einen davon aus dem Mittelkreis. Aric Holman traf sogar alle seine sechs Dreier. Noch wichtiger für die Mannschaft wäre allerdings der 2,08-Meter-Mann als Rebounder und generell als Arbeiter direkt unter dem Korb.

Ein früherer Bundesliga-Spieler tut Ratiopharm Ulm weh

So einen Typ haben die Franzosen mit Assem Marei. Der aus seiner Zeit in Bayreuth und Bamberg in der Bundesliga bestens bekannte Ägypter lieferte in Ulm mit 15 Punkten und 13 Rebounds ein ganz fettes Double-Double ab. Außerdem haben sie noch Anthony Brown. Der Amerikaner mit seiner Erfahrung aus mehr als 40 Spielen in der NBA machte mit zwei Dreiern und insgesamt acht Punkten in der letzten Minute des Spiels endgültig alles klar für seine Mannschaft.

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