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Fußball

20.02.2019

Warum Stephan Baierl zum SSV Ulm 1846 Fußball zurück kehrt

Das Donaustadion ist die zweite Heimat von Stephan Baierl (rechts). Hier hat er jahrelang als Co-Trainer und Trainer gearbeitet, in der kommenden Saison kehrt er als Sportdirektor zurück.
Bild: Alexander Kaya

Stephan Baierl war Trainer in Ulm, jetzt verlässt er Memmingen und wird Sportdirektor. Warum er diese Entscheidung getroffen hat und wo er bei den Spatzen Nachholbedarf sieht

Sie hören zum Saisonende als Trainer beim bayerischen Regionalligisten FC Memmingen auf und kehren als Sportdirektor zum Südwest-Regionalligisten SSV Ulm 1846 Fußball zurück. Was sind die Gründe für diese Entscheidung, Herr Baierl?

Stephan Baierl: Es sind in erster Linie persönliche Gründe. Meine Kinder sind drei und sieben Jahre alt, meine Frau arbeitet in Vollzeit als Ärztin im Bundeswehrkrankenhaus und ich bin ja nicht nur Trainer, sondern auch Lehrer an der Grund- und Hauptschule. Ich stehe trotzdem immer um 18 Uhr am Trainingsplatz, ich bin bei jedem Spiel, alle warten auf mich. Das war fast nicht mehr unter einen Hut zu kriegen. Regionalligatrainer in Teilzeit, das geht eigentlich nicht. Als Sportdirektor muss ich zumindest nicht mehr bei jeder Trainingseinheit anwesend sein und das gibt mir mehr Flexibilität. Abgesehen davon reizt es mich auch, nach 13 Jahren als Trainer mal etwas anderes im Fußball zu machen.

In Ulm haben Sie jahrelang als Co- und Cheftrainer gearbeitet, irgendwie ist das auch Ihr Verein. Wie sehr haben Sie sich darüber gefreut, dass Sie künftig gerade hier als Sportdirektor tätig sein werden?

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Baierl: Das ist natürlich ein Stück weit eine glückliche Fügung. Ich kenne den Verein, die handelnden Personen, die Stadt und zu einem großen Teil auch die Mannschaft. Es sieht also ganz so aus, als wäre ich ein weiteres Mal in meinem Leben eine Treppe hoch und nicht runter gefallen. In erster Linie freue ich mich aber darüber, dass die Entwicklung in Ulm in die absolut richtige Richtung geht. Schließlich habe ich diese Entwicklung vor ein paar Jahren selbst mit angestoßen. Eine meiner Aufgaben wird es jetzt sein, die professionellen Strukturen weiter zu stärken.

Bis zum Ende dieser Saison sind Sie aber noch Trainer in Memmingen. Ist Ihre Arbeit künftig schwieriger? Schließlich wissen auch die Spieler, dass Sie bald weg sind.

Baierl: Ich habe auch lange über den perfekten Zeitpunkt der Bekanntgabe meines Wechsels nachgedacht. Letztlich war es ein Gebot der Fairness, es sofort zu sagen. Die Memminger müssen ja auch Gelegenheit haben, die Nachfolge zu regeln. Und wenn einer der Spieler meint, dass er jetzt langsamer machen kann, dann wird er mich von einer ganz anderen Seite kennenlernen.

Vielleicht setzt Ihr Wechsel ja sogar zusätzliche Motivation frei. Gibt es Memminger Spieler, die für Ulm interessant wären?

Baierl: Wir haben ein paar talentierte, junge Burschen. Aber über eventuelle Wechsel von Memmingen nach Ulm zu spekulieren, das wäre zum jetzigen Zeitpunkt beiden Vereinen gegenüber unfair.

Wo sehen Sie bei den Ulmern personellen Nachholbedarf?

Baierl: Ich kann mir momentan noch kein genaues Urteil erlauben. Aber die bisherigen Ergebnisse in dieser Saison zeigen, dass die Ulmer ihr Potenzial im Spiel nach vorne wohl nicht immer restlos ausschöpfen. Es ist ständig die Rede davon, dass die Mannschaft mit jedem Gegner mithält, aber ihre Chancen nicht ausreichend nutzt. Wir brauchen also einen oder mehrere Spieler, die in der Lage sind, Spiele zu entscheiden. Wir brauchen jemanden, der in der Lage ist, 15 Tore pro Saison zu schießen. Es ist künftig unter anderem meine Aufgabe, diese Spieler zu finden.

Wie gut kennen Sie den Ulmer Trainer Holger Bachthaler?

Baierl: Wir sind ungefähr ein Jahrgang, wir sind uns als Trainer immer wieder begegnet und auch schon als Aktive, auch wenn wir nie in einer Mannschaft gespielt haben. Wir denken ähnlich über Fußball und wir kommen auch persönlich gut miteinander klar.

Schließen Sie aus, jemals wieder als Trainer zu arbeiten?

Baierl: Natürlich nicht. Aber zunächst freue ich mich jetzt darauf, den Fußball einmal aus einer anderen Perspektive zu erleben. 

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