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Basketball

29.03.2021

Wegen Gehaltsobergrenze: Ex-Ulmer Theis und Green verlassen Boston Celtics

Der ehemalige Ulmer und deutsche Nationalspieler Daniel Theis (rechts, noch im Bostoner Trikot) wechselte zu den Chicago Bulls.
Foto: Gash/picture alliance/dpa/AP

Plus Die ehemaligen Ulmer Basketballer Daniel Theis und Javonte Green sind Teil eines irren Wechselkonstrukts in der NBA. Was dahinter steckt.

Sechs Deutsche tummeln sich aktuell in der besten Basketball-Liga der Welt, der NBA: Dennis Schröder, Daniel Theis, Moritz Wagner, Maximilian Kleber, Isaac Bonga und Isaiah Hartenstein. Alle mit unterschiedlichem Erfolg, doch einer schien in der abgelaufenen Saison das Potenzial zu haben, Schröder den Rang abzulaufen in der Rolle des wichtigsten Deutschen. Daniel Theis (spielte von 2012 bis 2014 für Ratiopharm Ulm) gehörte fest zur Stammformation der Boston Celtics und schaffte es mit ihnen bis ins Finale der Eastern Conference. Doch nun ist die Erfolgsgeschichte vorbei, Theis musste den Klub verlassen. Und mit ihm ein zweiter ehemaliger Ulmer, Javonte Green.

Denn die Celtics haben einen Doppelpack aus Theis und Javonte Green geschnürt und den an die Chicago Bulls weitergereicht. Im Gegenzug kommt unter anderem Moritz Wagner nach Boston, der von den Bulls aus Washington geholt worden war, nur um ihn postwendend zu den Celtics weiterzuleiten. Klingt merkwürdig für europäische Ohren, ist in den USA aber normal. Auf Theis und Green mussten die Bostoner verzichten, weil sie durch den Transfer von Evan Fournier über die Gehaltsobergrenze rutschten.

NBA: Daniel Theis und Javonte Green wechseln zu den Chicago Bulls

Laut Harz Kurier, Theis’ Heimatzeitung, war der 28-Jährige überrascht von dem plötzlichen Transfer am letzten Tag der Wechselfrist. Ein Mitspracherecht haben die NBA-Profis in solchen Fällen keines, wenn sie nicht gerade zu den Topstars der Liga gehören. Da blieb dann auch keine Zeit für viele Interviews, stattdessen hat Theis seine Abschiedsbotschaft auf Instagram verschickt: "Während der letzten vier Jahre wurde Boston meine Heimat und meine Familie! Ich bin dankbar für all die Siege, Niederlagen und Momente, doch am meisten für die Menschen und Freunde fürs Leben, die ich dort getroffen habe!"

Da schwingt Wehmut mit und vielleicht auch etwas Unsicherheit, denn ob er auch in Chicago die wichtige Rolle spielen wird, die er zuletzt in Boston innehatte, steht noch in den Sternen. Das ehemalige Team der Basketball-Legende Michael Jordan hat zusätzlich den Center Nikola Vucevic verpflichtet, der Theis den Stammplatz auf der Position recht sicher nehmen wird. Eine Alternative wäre es, den Deutschen als Power Forward einzusetzen. Die Möglichkeit sieht auch Bundestrainer Henrik Rödl: "Vielleicht fangen die auch zusammen an", sagte er dem SID. Davon abgesehen ist Rödl von Theis’ Qualitäten überzeugt: "Daniel wird auch da [in Chicago] eine gute Rolle spielen." Egal sei es, "wo er hingeht. Dafür ist er zu gut. Er macht ja sein Ding."


Ex-Ulmer Killian Hayes soll zum NBA-Saisonfinale zurück sein

Davon, sein Ding zu machen, war Theis’ Teamkollege Green in Boston ein gutes Stück entfernt. Von 2018 bis 2019 spielte er in Ulm spektakulär und kam dann in die USA, wo er aber nicht ansatzweise an die Einsatzzeit von Daniel Theis herankam und dementsprechend auch nicht die Punkte ablieferte, die man sich von ihm erhofft hatte. Es gilt als unwahrscheinlich, dass sich das bei den Chicago Bulls großartig ändern wird.

Killian Hayes, der im Herbst von Ulm nach Detroit gewechselt war, erholt sich gerade von einer Schulterverletzung.
Foto: Horst Hörger (Archivbild)

Viel mehr Hoffnungen liegen in der Liga auf einem dritten ehemaligen Ulmer: Killian Hayes. Der war im vergangenen Herbst vom Bundesligisten zu den Detroit Pistons gewechselt, nachdem er sich schon einige Monate lang in den USA befunden und auch schon das Finalturnier der deutschen Liga in München nicht mitgespielt hatte. Der erst 19 Jahre alte Hayes spielte in Detroit von Beginn an auf der wichtigsten Position als Spielmacher – es war ein großer Druck, der auf ihm lastete. Im Januar verletzte er sich dann schwer an der Schulter und muss seitdem pausieren. Immerhin haben die Pistons mittlerweile verkündet, dass er zur heißen Phase der Saison wieder fit sein werde. Ein genaueres Datum nannte der Klub allerdings nicht.

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