Newsticker

USA: Fünf Millionen gemeldete Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie

Porträt

30.01.2020

Wehe, wenn sie abzieht

Wenn Alicia Staigmüller aus dem Rückraum abzieht, dann hat jede Torhüterin ein Problem.
Bild: Alexander Kaya

Der Vöhringerin Alicia Staigmüller steht „die Handballwelt total offen“. Doch in die zieht es sie gar nicht so sehr

Lässig, von oben bis unten in Handball-Schale geworfen, betritt Alicia Staigmüller die Sporthalle des SC Vöhringen. Dort fühlt sie sich wohl. Seit etwa zehn Jahren spielt die 15-Jährige schon Handball , und das überaus erfolgreich. Erst kürzlich hat sie mit der Auswahlmannschaft des bayerischen Verbands den vierten Platz beim Deutschland-Cup in Sindelfingen und Böblingen erreicht.

Begonnen hat alles mit einer Handball-AG in der Schule. Seitdem brennt Alicia Staigmüller für diesen Sport, und ihre Begeisterung überträgt sich auf die Teamkolleginnen. Trainerin Katharina Vogel schwärmt davon, dass Staigmüller die anderen Mädchen mitzieht, aufbaut und motiviert. Entdeckt wurde ihr Talent während eines Spiels, bei dem auch Landestrainer vor Ort waren. Anschließend gehörte sie drei Jahre lang zur bayerischen Landesauswahl und feierte mit dieser Mannschaft große Erfolge. Mit einem Grinsen im Gesicht erzählt Alicia Staigmüller von all den schönen Momenten und Siegen. Unter anderem waren da der Sieg bei einem Turnier in Hoyerswerda und Platz zwei bei einem Turnier in Berlin. Handball war für Staigmüller immer verbunden mit Reisen. Trotzdem gefällt es ihr in Vöhringen am besten.

Dem SCV wird sie deshalb wohl noch eine lange Zeit erhalten bleiben. Trotz aller Erfolge und glänzender Aussichten auf eine Handballkarriere will die 15-Jährige ihren Verein vorerst nicht verlassen. „Hier kenne ich halt jeden“, sagt sie lapidar und reibt sich verlegen die Hände. Ihre Trainerin Katharina Vogel freut das. „Da geht mir das Herz auf“, sagt sie mit einem stolzen Blick auf ihre Mädchen. Die 24-Jährige trainiert die weibliche B-Jugend, die aktuell in der Landesliga Süd den ersten Platz belegt, nun seit etwa einem Jahr. Aus dieser Mannschaft ist Staigmüller kaum noch wegzudenken, auch wenn ihre Trainerin feststellt: „Grundsätzlich steht der Alicia die Handballwelt total offen.“ Sie schwärmt regelrecht von ihrer Rückraumspielerin. Die sei eine zuverlässige und motivierte Spielerin – alles in allem „eine 100-Prozent-Frau, auf die man sich verlassen kann.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Sich mal beruflich mit dem Handball zu beschäftigen, kann sich die 15-Jährige allerdings noch nicht so recht vorstellen. Sie fühlt sich wohl in Vöhringen. Dort, wo ihre Mannschaft, Familie und Freunde sind. Katharina Vogel bringt es auf den Punkt: „Da ist der Erfolg manchmal dann eben nicht so wichtig wie das soziale Umfeld.“

Alicia Staigmüller denkt an ein freiwilliges soziales Jahr beim SC Vöhringen , konkrete Pläne hat sie aber noch nicht. Momentan steht ohnehin die Schule im Vordergrund. In zwei Jahren macht sie ihr Abitur , für andere Hobbys neben Schule und Handball bleibt da keine Zeit. Zu den zwei Trainingseinheiten pro Woche kommen schließlich regelmäßig die Spiele am Wochenende.

Auf die Unterstützung ihrer Eltern kann sich Alicia Staigmüller dabei verlassen. Die fiebern mit, feuern an und übernehmen Fahrdienste. Auch ihre Mannschaftskolleginnen freuen sich für Alicia und unterstützen sie. Unterm dem Strich sind das gute Gründe, beim SC Vöhringen zu bleiben.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren