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Regionalliga Südwest

18.10.2019

Wird ein Ex-Spatz zur Spaßbremse für den SSV Ulm 1846 Fußball?

Andreas Ludwig bejubelt seinen ersten Treffer im Spatzen-Dress. Im Jahr 2009 war das. Der heute 29-Jährige spielte anschließend unter anderem für 1860 München, Aalen oder Utrecht in den Niederlanden. Heute trifft er für die TSG Hoffenheim II in der Regionalliga Südwest.
Bild: Horst Hörger (Archiv)

Nach drei Siegen in Folge hebt sich die Laune der Spatzen. Am Samstag kommt Hoffenheim II – mit einem Torjäger, den sie an der Donau kennen.

Stimmungen im Fußball sind schwankende Gebilde, die sich aber ziemlich leicht auf einen Nenner bringen lassen, wie es Spatzen-Trainer Holger Bachthaler getan hat: „Nach Siegen ist die Stimmung immer gut.“ Heißt im Umkehrschluss, dass die Laune nach Niederlagen nicht sehr rosig ist – das hatten die Spatzen in den vergangenen Wochen ja selbst zu spüren bekommen. Wobei der Trainer und auch Spieler wie Nico Gutjahr betonten, dass die Stimmungslage trotz der Rückschläge positiv war. Wobei die Sache mit der Stimmung ähnlich wenig greifbar ist wie die Mentalitätsdebatte, die jüngst in der Bundesliga geführt wurde. Dennoch knabberten die Ergebnisse natürlich an den Fußballern. Den ersten, zweiten und letztlich dritten Schritt zur Besserung haben die Ulmer in den vergangenen zwei Wochen gemacht, mit Siegen gegen Alzenau, Bissingen und jüngst Gießen. Mit 3:0 gewann der SSV Ulm 1846 Fußball am Sonntag bei den Hessen, und das in angespannter personeller Situation.

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Denn die Offensive war aufgrund von Verletzungen bei Ardian Morina, Steffen Kienle und David Braig ausgedünnt. Noch dazu fehlte Vitalij Lux. Er war mit der kirgisischen Nationalmannschaft in Sachen WM-Qualifikation unterwegs. Seit Donnerstag ist er wieder zurück und dürfte ebenfalls gute Laune haben. Beide Spiele gegen Myanmar und die Mongolei gewann das Team, wodurch es in seiner Qualifikationsgruppe auf Platz zwei hinter Japan steht. Getroffen hat Lux in den Partien zwar nicht, vielleicht hat er aber ein Stück dieser guten Stimmung mitgebracht an die Donau. Für die Offensive stehen Holger Bachthaler so jedenfalls wieder ein paar Optionen mehr zur Verfügung, denn neben Lux kam auch Morina nach einer Blessur am Knie zurück in den Kader der Spatzen. Braig hat unter der Woche wieder individuell trainiert. Florian Krebs, der gegen Gießen einen Pferdekuss kassiert hatte, steht für die kommende Aufgabe ebenfalls wieder zur Verfügung. Und diese Aufgabe ist am Samstag (14 Uhr) im Donaustadion die TSG 1899 Hoffenheim II. Die kleine Schwester des Bundesligateams ist in der Regionalliga Südwest ähnlich schwankend unterwegs wie die Stimmung der Ulmer Spatzen. Nach gutem Start mit zwei Siegen aus drei Partien haben die Hoffenheimer zuletzt sechs Spiele in Folge nicht gewonnen, dabei aber viermal Remis gespielt. In der Tabelle sind sie den Spatzen mit zwei Punkten Rückstand auf den Fersen, wirklich überzeugend sind sie in der Rolle der Verfolger jedoch nicht.

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Regionalliga Südwest: SSV Ulm trifft auf die TSG Hoffenheim II

Einen Trumpf haben die Kraichgauer allerdings im Ärmel: Offensivmann Andreas Ludwig zählt mit seinen sechs Saisontoren zu den neun besten Torschützen der Liga und trägt einen Lebenslauf mit sich, der sich sehen lassen kann. In der Bundesliga spielte er für die erste Hoffenheimer Riege, in der zweiten Liga für 1860 München und Aalen, in der 3. Liga für Magdeburg und in den Niederlanden zwei Saisons lang für den Erstligisten FC Utrecht. Eine Vergangenheit beim SSV Ulm 1846 Fußball ist in diesem Lebenslauf ebenfalls vermerkt. Bis 2009 spielte Ludwig bei den Spatzen. Ihn nennt Holger Bachthaler als einen der Spieler, auf die es zu achten gilt.

Achtsamkeit ist ohnehin gefragt am Samstag, die zuletzt guten Resultate sollen seine Mannschaft nicht in Sicherheit wiegen, sagt der Ulmer Trainer: „Ich warne davor, jetzt übermütig zu werden.“ Zwar sei er mit der Effizienz seiner Spieler gegen Gießen grundsätzlich zufrieden und seine Mannschaft habe den Sieg „in einer schwierigen Situation erarbeitet“, es sei bei der Chancenverwertung aber noch etwas mehr drin gewesen. Dafür gefiel ihm die Defensivarbeit deutlich besser als in den vorangegangenen Partien: „Zuletzt hat uns die Stabilität gefehlt, jetzt hatten wir sie wieder.“ Wirklich gefährliche Möglichkeiten haben die Ulmer Abwehrspieler den Gegnern nicht gegönnt. Trotzdem: Allzu euphorisch möchte er in die samstägliche Aufgabe nicht gehen, zu präsent ist noch die schwierige, wenig erfolgreiche Phase, die die Spatzen zuletzt überstehen mussten. Deshalb ist Bachthalers Ziel klar: „Wir wollen das Heimspiel gewinnen und positiv gestalten.“

Schließlich – und das weiß Holger Bachthaler – reicht eine Niederlage, um das fragile Stimmungsgebilde im Fußball wieder ins Schwanken zu bringen.

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