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Leichtathletik

21.05.2019

Wo die Zuschauer auf der Bahn stehen

Das gibt es nur in Karlsruhe: Die Zuschauer stehen auf der Bahn und feuern die Läufer an. Alina Reh (vorne) hat davon profitiert.
Bild: Imago-Images/Beautiful-Sports

Das Publikum trägt Alina Reh bei ihrem Solo zur WM-Norm über 5000 Meter

Die Zuschauer stehen auf Bahn vier und feuern die Läufer an. Laute Musik dröhnt aus den Boxen. Dazu auf Mittel- und Langstrecken abgestimmte Zeitpläne spät am Abend: Die „Lange Karlsruher Laufnacht“ hat auch bei ihrer vierten Auflage viele Spitzenläufer und Athleten aus der zweiten Reihe begeistert. Für den absoluten Höhepunkt am Samstagabend sorgte gegen 22:15 Uhr Alina Reh. Die Langstreckenläuferin vom SSV Ulm 1846 legte im Carl-Kaufmann-Stadion über 5000 Meter ein beeindruckendes Solo hin und blieb in 15:12,96 Minuten knapp neun Sekunden unter der Norm für einen Start bei der Weltmeisterschaft in Doha im Herbst. Ihre Bestzeit verpasste die 22-Jährige dabei lediglich um knapp drei Sekunden. Im Ziel fand die EM-Vierte trotz der beinharten 12,5 Runden schnell wieder Luft. „Man soll ja ehrlich sein: Ich habe die WM-Norm schon erwartet. Ich wäre sogar gern noch einen Tick schneller gelaufen“, sagte Alina Reh nach ihrer geglückten Attacke auf die Norm.

Begleitung hatte sie dabei nur kurz. Nach 600 Metern konnte Tempomacherin Jana Reinert (LG Region Karlsruhe), die eine Stunde zuvor über 1500 Meter Platz drei erreicht hatte, Alina Reh nicht mehr folgen. So wurde es für die 22-Jährige ein Rennen gegen die Uhr. Und die hatte das Langstrecken-Ass immer unter Kontrolle. Nach Kilometer-Abschnitten von etwa 3:01, 3:03, 3:02 und 3.06 Minuten legte Alina Reh den finalen Kilometer in genau drei Minuten zurück. Die schnellen letzten Runden zeigen ihr Potenzial über diese Distanz. Außerdem musste sie etwa 20 Läuferinnen im Rennen überrunden, einige von ihnen sogar zweimal. Das kostete natürlich einige Meter und damit Sekunden.

Hinter Alina Reh blieben drei weitere Läuferinnen unter 16 Minuten: Anna Gehring (ASV Köln/ 15:48,02), Moira Stewartova (Tschechien/15:53,83) und Diane van Es (Niederlande/15:59,68). „Das Publikum hat mich über die Runden getragen“, beschrieb Alina Reh das Rennen zur WM-Norm. Nun hat die Langstrecklerin drei Wochen Zeit, um sich auf die Deutschen Meisterschaften über 10000 Meter in Essen vorzubereiten. Auch über die längste Bahn-Distanz will sich die 22-Jährige für die WM empfehlen. Dafür sind 31:50,00 Minuten gefordert. Eine sehr schwierige, aber für Alina Reh durchaus lösbare Aufgabe. (az)

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