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Leichtathletik

17.02.2021

Zielstrebig und selbstbewusst: Sprinterin Svenja Pfetsch vom SC Vöhringen

Svenja Pfetsch und ihr Trainer Eugen Buchmüller beim Training in der Halle. Die Sprinterin des SC Vöhringen bereitet sich aktuell auf de U23-Meisterschaften in Koblenz vor. Eine Verletzung aus dem vergangenen Jahr hat sie mittlerweile gut überstanden.
Bild: Stefan Kümmritz

Plus Einen Außenbandriss im vergangenen Jahr hat die Vöhringer Leichtathletin Svenja Pfetsch gut überstanden. Jetzt bereitet sie sich auf ihre ambitionierten Ziele vor – und auf einen Traum.

Die Hallensaison, die wegen Corona eh dürftiger als sonst ausfällt, hat Sprinterin Svenja Pfetsch vom SC Vöhringen für sich komplett gestrichen. Das liegt weniger daran, dass sich die 19-jährige Leichtathletin am 1. Juli vergangenen Jahres im Training einen Außenbandriss im linken Sprunggelenk zugezogen hatte, sondern mehr daran, dass sie sich lieber intensiv auf die deutschen U23-Meisterschaften am 26. und 27. Juni in Koblenz vorbereitet. Da will die junge Vöhringerin, die im Gespräch zwischen einer sympathischen Schüchternheit und einem realistischen Maß an Selbstbewusstsein schwankt und dabei ihre ausgeprägte Zielstrebigkeit, aber auch den einen oder anderen Selbstzweifel erkennen lässt, über 100 und 200 Meter voll dabei sein.

Die Bestzeiten von Pfetsch, die zuletzt wegen der Kälte vorwiegend in der Halle Einzeltraining mit ihrem Trainer Eugen Buchmüller absolvierte, liegen über die 100-Meter bei 11,65 Sekunden (2019 im Freien) und über die 200 Meter (2020 in der Halle) bei 23,81 Sekunden. Zudem hält sie die Vöhringer Vereinsrekorde im Sprint. „Unter die besten Zehn müsste sie bei der U23-DM kommen“, sagt Buchmüller, wobei sich sein Schützling noch mehr vorgenommen hat: „Ich will auf beiden Distanzen vorne mitlaufen und möglichst eine Medaille holen.“

Svenja Pfetsch vom SC Vöhringen träumt vom Olympia 2024 in Paris

Dass sie trotz der starken Konkurrenz das Potenzial dazu hat, hat sie schon ein ums andere Mal bewiesen. Bei der U18-DM 2018 wurde sie deutsche Meisterin, bei der Europameisterschaft 2019 holte sie mit der deutschen 4x100-Meter-Staffel Bronze und bei der Vorjahres-Hallen-DM wurde sie bei den Frauen über 200 Meter Vierte sowie bei der U20-DM Zweite über die gleiche Distanz. Nun setzt die Leichtathletin, die fünf- bis sechsmal pro Woche trainiert, ihre Hoffnungen auf die deutsche U23-Freiluftmeisterschaft. Wobei sie durchaus andere Titelkämpfe im Kopf hat: die U23-EM im Juli im norwegischen Bergen. „Es wäre super, wenn ich es dahin schaffen könnte. Damit wäre mein größtes Ziel dieses Jahr schon erreicht.“ Die Entscheidung, wer nominiert wird, fällt in Koblenz.

Aber der Weg nach Bergen ist weit und steinig. „Um sich für die Europameisterschaft zu qualifizieren, muss man bei der Deutschen unter den besten Dreien sein und die Norm geschafft haben“, erklärt Eugen Buchmüller. Diese Norm beträgt über 100 Meter 11,50 Sekunden und über 200 Meter 23,45 Sekunden. Um diese Zeiten zu schaffen, muss Svenja Pfetsch noch etwas zulegen. Vor allem über die längere Sprintstrecke traut der Trainer der 19-Jährigen dies zu: „In der Regel steigert sich die Leistung, wenn die Athletin älter wird. Außerdem hat sie ihre 200-Meter-Bestzeit in der Halle aufgestellt. Da sind die Kurven enger und so ist man etwas langsamer als draußen.“ Aber: Buchmüller und Pfetsch sind sich einig, dass vor allem über 100 Meter mehr als drei Athletinnen die Norm schaffen werden, voraussichtlich werde das Gleiche über 200 Meter passieren.

Vöhringens Sprinttalent Svenja Pfetsch im Porträt

Ihren Bänderriss hat Pfetsch indes schnell und gut überwunden. Immerhin reichte es im September schon wieder, um mit der Vöhringer Staffel bayrischer Meister über 4x100 Meter zu werden. „Das war nichts Gravierendes“, sagt das Sprinttalent über die Verletzung. Pfetsch arbeitet nun intensiv an ihrer Formverbesserung. „Momentan mache ich vorwiegend Grundlagen-Ausdauertraining“, erzählt sie. Und fügt selbstkritisch an: „Die Schnelligkeit fehlt noch etwas. Wenn ich erst wieder bei größerer Wärme draußen trainieren kann, wird es besser.“ Buchmüller fügt an: „Und an der Beschleunigung müssen wir noch arbeiten.“

Was Svenja Pfetsch, die vergangenes Jahr ihr Abitur gemacht hat und derzeit in einer Bäckerei in Teilzeit mitarbeitet, zum Anlass nimmt, um zu sagen: „Bei den 200 Metern brauche ich noch mehr Stehvermögen. Da geht mir nach 150 Metern ein bisschen die Luft aus.“ Je länger die Strecke, umso mehr muss sie kämpfen, weshalb sie bislang noch keinen Versuch über die 400 Meter gestartet hat. „Kommt vielleicht irgendwann auch noch“, so Pfetsch. Der Sport wird bei ihr weiter an erster Stelle stehen, aber sie möchte im Wintersemester ein Psychologiestudium beginnen. Möglichst in Ulm, denn dann kann sie weiter in Vöhringen bei Eugen Buchmüller trainieren, mit dem sie sich gut versteht und dem sie viel zu verdanken hat. Ein ambitioniertes Fernziel hat die Leichtathletin auch: „Die Olympischen Spiele 2024 in Paris. Das wäre ein Traum.“

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