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Basketball-Bundesliga
08.05.2022

Waffen von Ratiopharm Ulm gegen Bayern München wirkungslos

Jaron Blossomgame (rechts) musste sich im Spiel gegen Bayern München mit für ihn bescheidenen acht Punkten begnügen. Hier fährt ihm der frühere Ulmer Augustine Rubit in die Parade.
Foto: Horst Hörger

Mehr als ein respektables Ergebnis gegen die Bayern ist für die Ulmer nicht drin. Wenigstens bleibt ihnen dieser Gegner im Viertelfinale der Play-offs erspart.

Der Dank von Ratiopharm Ulm geht nach Crailsheim. Der Sieg des Nachbarn gegen Chemnitz am Samstagabend war natürlich in erster Linie in dessen eigenem Interesse. Doch gleichzeitig hat Crailsheim damit den Ulmern einen Riesengefallen getan. Hätte nämlich Chemnitz gewonnen, dann hätte Ulm im Viertelfinale der Play-offs der Basketball-Bundesliga gegen Bayern München gespielt. Spätestens nach der vorletzten Partie der Hauptrunde muss man davon ausgehen, dass diese Serie recht schnell beendet gewesen wäre und das nicht im Sinne der Ulmer.

In diesem vorletzten Hauptrundenspiel hatten es die Ulmer bereits mit der Basketball-Filiale des Fußball-Rekordmeisters zu tun und sie unterlagen in der mit 5700 Zuschauern beinahe ausverkauften Ratiopharm-Arena mit 65:77. Dieses Ergebnis ist natürlich alles andere als eine Demütigung und dennoch kam spätestens in der zweiten Halbzeit nie mehr das Gefühl auf, als könne eine ohne Cristiano Felicio, Philipp Herkenhoff und Karim Jallow spielende Ulmer Mannschaft gegen den mit der kompletten Kapelle angetretenen Euroleague-Viertelfinalisten mehr erreichen als eben dieses respektable Resultat.

Der Kader der Bayern ist eben so breit wie eine Dampfwalze und mit der Wucht einer Dampfwalze machen sie dann viele Gegner irgendwann platt. Trainer Andrea Trinchieri kann praktisch nach Belieben und in kurzen Intervallen wechseln, ohne dass die Qualität darunter leidet. Von der Bank der Bayern kamen im Spiel gegen Ulm zum Beispiel Hochkaräter wie Vladimir Lucic und Deshaun Thomas. Dennoch ging das bis zur großen Pause aus Ulmer Sicht noch einigermaßen gut (32:39), aber bereits im dritten Viertel legten die Bayern einen 17:4-Lauf aufs Parkett und im letzten Spielabschnitt hatten sie die Partie unter Kontrolle. Was auch daran lag, dass einige der Ulmer Protagonisten nicht ihren besten Basketball spielten: Semaj Christon traf nur fünf seiner 17 Würfe aus dem Feld, Jaron Blossomgame musste sich mit acht Punkten begnügen und Thomas Klepeisz mit einem Dreier bei fünf Versuchen. Für Trainer Jaka Lakovic eine Sache von Ursache und Wirkung: „Die Bayern kennen natürlich unsere Waffen und sie versuchen, uns die zu nehmen.“

Der Ulmer 88:71-Sieg gegen Absteiger Gießen am Sonntag war dann wie erwartet Formsache. Was das für die Play-offs bedeutet, das entscheidet sich am kommenden Mittwoch im Nachholspiel zwischen Ludwigsburg und Heidelberg. Gewinnt Ludwigsburg, dann ist Ulm Tabellenfünfter und tritt zunächst zweimal auswärts gegen den württembergischen Rivalen an – das ist die wahrscheinlichste Variante. Gewinnt Heidelberg, dann rückt Ulm aufgrund eines Dreiervergleichs sogar auf Platz vier vor und hat Heimrecht gegen Chemnitz.

Ratiopharm Ulm: Christon (18 Punkte), Thornwell (17), Blossomgame (8), Evans (6), Bretzel (5), Zugic (5), Klepeisz (4), Krimmer (2), Günther, Philipps, Stoll, Diallo.

Bester Ulmer Dreierschütze: Thornwell (3/5).

Bester Ulmer Rebounder: Blossomgame (9).

Ulmer Trefferquote: 38 Prozent (24/63).

Ulmer Dreierquote: 31 Prozent (5/18).

Ulmer Freiwurfquote: 60 Prozent (12/20).

Beste Werfer der Bayern: Lucic (17), Obst (12), Rubit (12), Thomas (11).

Beste Ulmer Werfer gegen Gießen: Zugic (16), Christon (16), Thornwell (14), Blossomgame (13), Bretzel (10).

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