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Basketball-Eurocup
14.01.2022

Sie springen ins Leere

Es sieht in dieser Szene nicht besonders elegant aus – aber zumindest vor der Pause hat der Einsatz gestimmt bei Cristiano Felicio, Jaron Blossomgame (von links in orangenen Trikots) und ihren Ulmer Teamkollegen.
Foto: Horst Hörger

Die Ulmer vergeben ihre Siegchance gegen eines der Schwergewichte in diesem Wettbewerb. Dabei wird ihnen das Alles-oder-nichts-Prinzip zum Verhängnis.

Zehn Spiele hätten in dieser Woche im Basketball-Eurocup ausgetragen werden sollen, drei wurden wegen Corona abgesagt. Das macht auch den Spielern Sorgen, deren Mannschaften (noch) nicht betroffen sind. „Natürlich denkt man darüber nach und gefühlt kommt es immer näher“, gestand Philipp Herkenhoff am Mittwochabend im Halbzeit-Interview mit Magenta-Sport. Ratiopharm Ulm hatte zuvor eine tolle erste Halbzeit gegen Valencia aufs Parkett gelegt und mit 42:27 geführt, am Ende setzte sich dann doch der Favorit mit 76:70 durch.

Valencia hat vor dieser Saison zwei Jahre lang in der Königsklasse Euroleague gespielt und den Eurocup schon zweimal gewonnen. Die Mannschaft aus der 800.000-Einwohner-Stadt am Mittelmeer ist sicher eines der Schwergewichte in diesem Wettbewerb, aber sie hatte in der Ratiopharm-Arena einen schwachen Tag erwischt und sie wäre zu schlagen gewesen. Die Gäste schafften das seltene Kunststück, ihre ersten 18 Dreier samt und sonders vorbei zu werfen und sie trafen insgesamt bei 32 Versuchen von draußen lediglich vier Mal. Aber wenn es vorne nicht läuft, dann müssen eben zumindest die Pflicht und die harte Arbeit erledigt werden – Valencia hat dieses Prinzip verinnerlicht. Beleg dafür sind die 18 offensiven Rebounds der Spanier. Alleine Jasiel Rivero schnappte sich acht vom Ulmer Brett abprallende Bälle – nur einen Offensiv-Rebound mehr hatte die komplette Mannschaft des Bundesligisten. Dessen Trainer Jaka Lakovic und der Spieler Thomas Klepeisz waren sich hinterher einig in ihrer Analyse: Wenn es bei Ratiopharm Ulm vorne läuft, dann wird auch in der Defensive geackert. Wenn der Angriff stockt, dann wird oft auch nachlässig verteidigt. „Das ist nicht akzeptabel“, befand Lakovic.

Das Spiel gegen Valencia verlief exakt nach diesem Alles-oder-nichts-Prinzip. Ulm überrollte den Gegner im ersten Viertel, spektakuläre Höhepunkte waren zwei Alley-Oops, die jeweils Cristiano Felicio auf Zuspiel von Semaj Christon abschloss. Der gegnerische Trainer Joan Penarroya nahm bereits in diesem Spielabschnitt die beiden Auszeiten, die ihm in der kompletten ersten Halbzeit zustehen. Genutzt hat es nichts, Ulm dominierte auch das zweite Viertel.

Nach der Pause ging dann plötzlich nichts mehr beim Bundesligisten, und zwar an beiden Enden des Feldes. Valencia robbte sich bis zum Ende des dritten Viertels auf 55:52 heran und ging wenig später mit dem erst zweiten erfolgreichen Dreier mit 57:55 in Führung. Hinzu kamen ein paar eher merkwürdige als einseitige Entscheidungen des Schiedsrichter-Gespanns, von denen sich vor allem der ohnehin gerne lamentierende Felicio komplett aus dem Konzept bringen ließ. Dennoch hatten die Ulmer fast bis zum Schluss eine Siegchance, die durch eine an diesem Abend typische Szene zunichtegemacht wurde: Christon fand beim Stand von 65:67 beim Einwurf nicht innerhalb der vorgeschriebenen fünf Sekunden einen Anspielpartner, Ballbesitz Valencia also und das in erster Linie erkämpfte Comeback der Spanier war perfekt.

Ratiopharm Ulm schließt die erste Hälfte der aufgeblähten Vorrunde dieses Wettbewerbs also mit vier Siegen und fünf Niederlagen ab. Das deutet immerhin darauf hin, dass der Bundesligist es als eine von acht Mannschaften in seiner Gruppe ins Achtelfinale schafft.

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