Ratiopharm Ulm hat sich auch im intensiven, hochklassigen und dramatischen zweiten Spiel der Viertelfinalserie um die deutsche Basketball-Meisterschaft sehr gut verkauft. Aber in den letzten Sekunden sicherte sich Bamberg am späten Montagabend nach mehreren Ulmer Comebacks einen knappen 90:87-Sieg, den Ausschlag gaben letztlich ein paar Winzigkeiten. Die Mannschaft von Trainer Anton Gavel hat damit jedenfalls am kommenden Samstag (Spielbeginn 16.30 Uhr) in der Ratiopharm-Arena den ersten Matchball. Mit einem weiteren Sieg würde Bamberg ins Halbfinale einziehen und die Ulmer in den Sommerurlaub schicken.
Zwei Tage zuvor war es den Ulmern noch gelungen, den Gegner zu Beginn zu überraschen. In Spiel eins hatten sie im ersten Spielabschnitt hoch mit 16 Punkten Vorsprung geführt. Diesmal fand Bamberg vom Start weg bessere Lösungen gegen die starke Defensive des deutschen Vizemeisters. Die Partie war deswegen zunächst durchgehend eng, nach dem Eröffnungsviertel lag der Tabellendritte der Hauptrunde mit 22:18 vorne. Unschön für die Ulmer war außerdem das zweite Foul gegen Chris Ledlum nach bereits dreieinhalb Minuten. Ihr im Schnitt bester Werfer und Rebounder saß daraufhin bis weit in den zweiten Spielabschnitt hinein auf der Bank. Ledlums Teamkollegen hielten ungeachtet dieses Problemchens weiter dagegen. Beide Mannschaften beharkten sich auch im zweiten Spielabschnitt mit hoher Intensität und ganz viel Physis. Zur Halbzeit hatte die Führung bereits zehnmal gewechselt und die Ulmer hatten das Ergebnis in einen eigenen 42:41-Vorsprung gedreht. Den Unterschied machten bis dahin vor allem die Freiwürfe aus: 14 für Ulm und von denen waren 13 drin. Nur fünf für Bamberg und von denen passte lediglich ein einziger.
Höchste personelle Alarmstufe dann kurzzeitig gleich nach Wiederbeginn für die Bamberger. Zunächst verdrehte sich EJ Onu ohne Einwirkung eines Gegenspielers den Knöchel und ging in die Kabine, gleich darauf humpelte auch Ibi Watson aus dem Innenraum der Brose-Arena. Sonderlich schlimm hatte es den besten Verteidiger der Bundesliga und die Nummer zwei der MVP-Wahl aber nicht erwischt. Nach kurzer Behandlung gehörten Onu und Watson wieder zu den Hauptdarstellern in diesem packenden Play-off-Fight.
Der näherte sich allmählich der Phase, in der die Mannschaft von Trainer Anton Gavel sich zwei Tage zuvor entscheidend abgesetzt hatte. Diesmal gaben die Bamberger ein paar Minuten früher Zwischengas. Aus einem 58:58-Gleichstand machten sie in den letzten knapp vier Minuten des dritten Viertels eine 73:60-Führung. Die Entscheidung? Mitnichten. Ulm konterte zu Beginn des Schlussabschnitts mit einem 12:0-Lauf und war wieder bis auf einen Punkt dran am Gegner (73:72), Ledlum besorgte dann Mitte dieses Viertels mit einem Korbleger sogar den 74:74-Ausgleich. Beinahe postwendend folgte der zweite Zwischenspurt der Bamberger. Mit acht Punkten in Folge zogen sie weg von 76:76 auf 84:76. Ein letztes Ulmer Aufbäumen brachte zuerst den 87:84-Anschluss durch einen Dreier von Mark Smith und sogar das 89:87 durch einen weiteren Dreier von Tommy Klepeisz. Da waren nur noch fünf Sekunden auf der Uhr. Ulm musste also foulen und Demarcus Demonia traf tatsächlich nur einen von zwei Freiwürfen. Also noch eine Chance für Ulm, zumindest die Verlängerung zu erzwingen. Aber beim letzten und tatsächlich sogar halbwegs freien Dreierversuch von Klepeisz landete der Ball am Ring.
Ratiopharm Ulm: Smith (29 Punkte), Sengfelder (12), Jensen (10), Ledlum (10), Simon (8), Soriano (6), Klepeisz (6), Weidemann (2), Milicic (2), Diakite (2), Anigbata, Osborne.
Bester Ulmer Dreierschütze: Smith (6/11).
Beste Ulmer Rebounder: Ledlum (14), Smith (6), Soriano (6).
Ulmer Trefferquote: 41 Prozent (27/66).
Ulmer Dreierquote: 37 Prozent (13/35).
Ulmer Freiwurfquote: 80 Prozent (20/25).
Beste Bamberger Werfer: Williams (18 Punkte), Crowley (14), Balint (14), Demonia (13).
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