Nach einem Ransomware-Angriff auf die Wilken Software Group hat die Ulmer Firma am Mittwoch zur Sicherheit ihre Systeme heruntergefahren und auch das Kundenportal abgeschaltet. Damit sei Wilken derzeit weder über Mail noch andere internetbasierte Kanäle erreichbar, teilte das Unternehmen am Abend mit.
Nach ersten Prüfungen seien nur die internen Systeme von Wilken betroffen. Anomalien der Kundenumgebungen, die im Rechenzentrum der Wilken Data Service GmbH gehostet sind, seien bislang nicht erkennbar gewesen. Das TÜV-zertifizierte Rechenzentrum habe den Notfallplan ausgerufen. Zudem arbeite Wilken eng mit externen Spezialisten zusammen, die auf IT-Security und Cyber-Angriffe spezialisiert seien.
Wilken hat Strafanzeige bei der Polizei Ulm gestellt
"Noch ist das gesamte Ausmaß dieses Angriffs nicht absehbar. Wir haben jedoch die Hoffnung, dass die Systeme unserer Kunden nicht betroffen sind. Sicherheitshalber wurden auch die anderen Wilken-Standorte wie etwa Greven heruntergefahren", fasste Wilken-CEO Dominik Schwärzel die aktuelle Lage zusammen.
Wilken habe sofort nach dem Ransomware-Angriff eine Strafanzeige bei der Kriminalpolizei in Ulm gestellt und arbeite nun eng mit den entsprechenden Landesbehörden zusammen. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI sei informiert worden.
Da die Wilken Software Group aufgrund des Angriffs von jeglicher Kommunikationsmöglichkeit abgeschnitten ist, hat das Softwarehaus auf www.wilken.de alle Informationen zur derzeitigen Erreichbarkeit und zum Status der Cyberanalyse bereitgestellt. Diese werden dort fortlaufend aktualisiert. (AZ)