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Ulm
15.01.2022

Einblicke in das Elend von Guantánamo: Podiumsdiskussion im Stadthaus Ulm

Fotos wie diese, die Debi Cornwall in Guantánamo auf Kuba aufgenommen hat, zeigt aktuell das Stadthaus Ulm. An der Podiumsdiskussion am 20. Januar wird die Fotografin teilnehmen.
Foto: Debi Cornwall

Das Stadthaus Ulm zeigt Fotos des Gefangenenlagers Guantánamo. In einer Debatte treffen nun die Fotografin, Menschenrechtler und ein Ex-Häftling aufeinander.

Die Ausstellung "Welcome to Camp America: Inside Guantánamo Bay" ist im Ulmer Stadthaus noch bis zum 13. März 2022 zu erleben. Begleitend zur Schau mit Fotos von Debi Cornwall findet nun am Donnerstag, 20. Januar, 19.30 Uhr im Stadthaus eine Podiumsdiskussion statt. Mit dabei - die Fotografin und ehemalige Menschenrechts-Anwältin Debi Cornwall selbst, aber auch der ehemalige Guantánamo-Häftling Mohamedou Ould Slahi.

Eine Podiumsdiskussion in Ulm blickt auf Guantánamo und die Menschenrechte

Als weitere Teilnehmer kündigt das Stadthaus Andreas Schüller an, vom European Center for Constitutional and Human Rights, sowie Urs Fiechtner vom Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm/Amnesty International. Die Diskussion moderiert Daniela Yvonne Baumann. Diese Veranstaltung wird hybrid und kostenlos angeboten: Wer vor Ort im Stadthaus-Saal der Diskussion folgen möchte, kann sich auf der Stadthaus-Website anmelden, unter https://stadthaus.ulm.de/reservierungen. Zum Livestream über den Youtube-Kanal des Stadthauses gelangt man über den Link https://youtu.be/5vwIytt-JQU.

Am 11. Januar 2022 jährte sich die Eröffnung des Gefängnisses in Guantánamo Bay zum 20. Mal. 2002 erlangte der Stützpunkt internationale Bekanntheit, als das amerikanische Militär dort im Rahmen des globalen "Kriegs gegen den Terror" ein Gefangenenlager errichtete. Bilder von Insassen in oranger Häftlingskleidung, die in der prallen Sonne in Drahtkäfigen ausharren, gingen um die Welt und löste zusammen mit Berichten über Folter weltweite Kritik und Diskussionen aus, über die Menschenrechtslage vor Ort. Doch trotz der damals breiten Berichterstattung hat sich das Interesse an den Bedingungen für die derzeit 39 Gefangenen schnell verflüchtigt.

Mohamedou Ould Slahi spricht im Ulmer Stadthaus

Wie rechtfertigen die USA die Behandlung der Insassen von Guantánamo und den Betrieb einer Gefängnisanlage, die de facto außerhalb des Völkerrechts steht? Was ist über die Existenz anderer Geheimgefängnisse bekannt? Mit welchen Herausforderungen kämpfen Rechtsvertreter und Rechtsvertreterinnen? Haben die verantwortlichen Politiker und Politikerinnen, Geheimdienstmitarbeiter und Armeeangehörigen mit rechtlichen Konsequenzen zu rechnen? Diese Fragen sind Thema der Podiumsdiskussion. Die Teilnehmenden haben unterschiedliche Zugänge zum Thema: Debi Cornwall untersucht in ihrer Fotoserie "Welcome to Camp America" persönliche Erfahrungen des US-Militärgefängnisses in Guantánamo Bay, Kuba. Sie berichtet, wie der ehemalige Guantánamo-Häftling Mohamedou Ould Slahi von ihren persönlichen Erlebnissen dort, während Andreas Schüller und Urs Fiechtner die Diskussion um Perspektiven erweitern sollen, die über das Einzelschicksal hinausgehen.

Mohamedou Ould Slahi war von 2002 bis 2016 ein Gefangener in Guantánamo ohne je eines konkreten Verbrechens angeklagt worden zu sein. Während seiner Haft verfasste Slahi Tagebuch-Einträge, die seine Erlebnisse dort sowie die Erfahrung von Folter beschreiben. Slahis Geschichte wurde zwischenzeitlich verfilmt: Die Hollywood-Produktion "Der Mauretanier" wurde im Februar 2021 veröffentlicht. Infos unter www.stadthaus.ulm.de. (AZ)

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15.01.2022

Ein menschenrechtswidriges Folter Camp, gegen das die Politiker der "Werte Gemeinschaft" sich nicht trauen etwas zu sagen. Schäbig.

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