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Ulm
29.05.2022

Gregor Meyle hat das Ulmer Zelt im Griff

Gregor Meyle im Ulmer Zelt: Rund 600 Fans im Ulmer Zelt lauschten seinem Auftritt.
Foto: Daniel M. Grafberger

Von Stefan Raab einst entdeckt, zeigt der 43-jährige Gregor Meyle in der Ulmer Au, warum er längst einen festen Platz in der bundesdeutschen Musiklandschaft hat.

Das Zelt war ein bisschen zweigeteilt: Die einen, die dicht gedrängt standen, hüpften und ihrem Star Gregor Meyle ein Bad in winkenden Armen schenkten. Die anderen, die am Rande des Runds auf den Holzbänken saßen, glücklich-entrückt und romantisch aneinandergekuschelt einfach nur zuhörten. Die Stimmung jedenfalls war bestens im voll besetzen Zelt, und der aus Backnang stammende Schwabe Gregor Meyle mit seiner Band genoss das Konzert sichtlich und ohne Pause und erzählte zwischen den Liedern in breitem Schwäbisch.

Von Stefan Raab einst entdeckt

„Tutto andrà bene“ - die italienische Variante von „Alles wird gut“ - steht über dem Best of-Album von Gregor Meyle, das Ende 2020 erschien. Der Titel passt irgendwie zu dem 43-jährigen Sänger und Songwriter mit Hut und Gitarre, der von Stefan Raab quasi entdeckt wurde und der mit Stars wie Sarah Connor, Xavier Naidoo, Roger Cicero und Andreas Gabalier zusammenarbeitete. Er ist ein Träumer, ein Mutmacher, einer, dem seine Fans abnehmen, authentisch zu sein und unkompliziert, bodenständig und grundehrlich, und der ihnen die Hoffnung gibt, dass eben doch alles gut werden kann, irgendwann.

Gregor Meyle begeistert mit neuen und alten Songs im Ulmer Zelt

Obwohl Gregor Meyle im Zelt auch seinen erst im März veröffentlichten neuen Song „Komm kurz rüber“ singt, und da kratzen die Weltläufe in ihrer Unerbittlichkeit schon am sonnigen Positivismus Meyles. Ganz still wird es im Zelt bei diesem Text, in dem Gregor Meyle singt, die Welt stehe auf dem Kopf, und er mache angesichts der vielen schlechten Nachrichten den Fernseher nicht mehr an. Das trotzige lyrische Ich erzählt dabei von einem, der nie aufgegeben hat, jetzt aber ratlos ist und jemanden braucht, der zuhört.

Ansonsten ist da der Stilmix, für den Gregor Meyle bekannt ist. Mal jazzig, mal rockig, mal ein Reggae, aber immer unplugged, jeder Ton live gespielt. Darauf legt er Wert. Mit einem schwäbischen „Sodele!“ hat er die Fans im Zelt, die größtenteils seiner Generation angehören, deren Altersbandbreite aber von etwa zehn bis etwa 80 Jahren reicht, begrüßt. 600 lächelnde Gesichter will er sehen, sagt er. „So ehrlich wie´s goht!“ Meyle äußert sich gegen das Maskentragen, wobei in der dichtgedrängten Enge des Zeltes einige durchaus Mund-Nasen-Schutz aufhaben.

Die Normalität ist zurück im Ulmer Zelt

Aber natürlich wollen die Fans mitsingen, sie wollen die Normalität zurück, über die auch Gregor Meyle so glücklich ist. Ehrlich erzählt er, dass die Pandemie auch ihn vor die Frage stellte, was er tun könne, wenn es nie wieder so werden sollte wie vor Corona. „Aber ich kann auch nix anderes!“, sagt er über sich und die Musik. Und er singt die Songs, die das Publikum auswendig kann – „Die wunderschönsten Dinge“ zum Beispiel, „Stolz auf uns“, das er nach dem Tod seiner Mutter schrieb, „Keine ist wie du“ oder „Dann bin ich zuhaus“. „Schau mich nicht so an“, das verständlicherweise nach einem Besuch in einem schwedischen Möbelhaus entstand. Die lächelnden Gesichter, die er sich wünschte, bekommt Gregor Meyle auf jeden Fall.


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