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Neu-Ulm
12.05.2022

Kunstmäzen Werner Schneider eröffnet neue Galerie in Neu-Ulm

Im Venet-Haus eröffnet Werner Schneider am 2. Juni seinen "Kunstraum". Noch ist offen, was mit den Büroräumen in dem Gebäude passieren wird.
Foto: Dagmar Hub

In den Galerieräumen des Venet-Hauses in Neu-Ulm entsteht der "Kunstraum Werner Schneider". Im Gespräch mit unserer Redaktion spricht er über seine Pläne.

Aus dem, was Werner Schneider bislang „eine angenehme Nebenbeschäftigung“ nannte, die aber eben nur eine zeitlich limitierte Nebenbeschäftigung war, wird am 2. Juni eine Hauptbeschäftigung. Seine Kunstleidenschaft wird der bekannte Wirtschaftsprüfer und Insolvenzverwalter Werner Schneider jetzt ausleben. Und im Venet-Haus in Neu-Ulm beginnt eine neue Epoche: Schneider, der sein Berufsleben lang moderne Kunst sammelte, wird sich – unterstützt von der Kunsthistorikerin und Kuratorin Katrin Großpeter – als Galerist und Kunsthändler betätigen. Die Galerieräume im Venet-Haus werden ab Juni von ihm selbst für den "Kunstraum Werner Schneider" genützt werden.

Schneider will Menschen für Gegenwartskunst begeistern

Viele Künstlerinnen und Künstler sowie deren Arbeiten lernte Werner Schneider im Lauf seiner Berufstätigkeit im In- und Ausland kennen. Das Sammeln moderner Kunst ist die eine Seite seiner Begeisterung, die andere aber: Schneider will bei Menschen Interesse an der Gegenwartskunst wecken. So ist das Venet-Haus, das zur Hälfte Werner Schneider und zur Hälfte seinem Sohn gehört, mit seiner von Bernar Venet geschaffenen 37 Meter hohen Skulptur aus korrodiertem Stahl an der Außenwand im Grunde selbst ein Kunstwerk.

In seinem Inneren birgt es die Venet-Haus-Galerie mit Kunstwerken von internationalem Rang. Über die Zukunft des Hauses wird viel gerätselt, seitdem bekannt wurde, dass der geschäftsführende Gesellschafter von Schneider Geiwitz und Partner (SGP), Arndt Geiwitz, am Ulmer Donauufer ein großes Verwaltungsgebäude für SGP baut und die Großkanzlei damit Neu-Ulm verlässt. Noch sei über die zukünftige Nutzung des Venet-Hauses keine Entscheidung gefallen, so Werner Schneider.

Mit dem Venet-Haus verbunden ist die Werner-Schneider-Kunststiftung, die jedes Jahr jeweils 25.000 Euro dem Edwin-Scharff-Museum und dem Museum Ulm für den Ankauf moderner Kunst zur Verfügung stellt; in diese Stiftung hat Werner Schneider auch Kunstwerke wie Bernar Venets Bogen am Venet-Haus eingebracht. Offen ist, was mit der Kunst in den Büroräumen geschehen wird – ob sie an ihren jeweiligen Orten verbleiben werden oder ob Werner Schneider sie in den Kunsthandel bringen wird. Wichtig ist ihm auf jeden Fall, dass die Kunst nicht in Magazinen verschwindet, wo sie nicht mehr sichtbar sein würde. Das wäre für ihn die unglücklichste Lösung, so der Kunstmäzen.

Die Galerieräume sollen auch ein Ort für darstellende Kunst werden

Schneiders Galerieräume – und der Skulpturenpark am Venet-Haus – sollen auch ein Ort für die darstellende Kunst werden, verrät der Sammler. Theater – beispielsweise biografische Soli – kann er sich dort vorstellen, auch Konzerte, Lesungen und Vorträge. „Ich wünsche mir, dass der Kunstraum Werner Schneider im Venet-Haus ein kultureller Hotspot in Neu-Ulm wird, und dass der Skulpturenpark bemerkbarer wird.“ Zur Eröffnung seiner Galerie plant er – in Kooperation mit einer Leipziger Galerie – eine Ausstellung mit Werken von fünf Künstlerinnen und Künstlern, deren Arbeiten er auch selbst sammelt.

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Nachfolgende Ausstellungen sollen sich dann im Wesentlichen auf jeweils einen Künstler oder eine Künstlerin konzentrieren – so Ende des Jahres eine Schau mit Arbeiten des 1935 geborenen Zero-Künstlers Uli Pohl. Von Werner Schneiders Galerie unabhängig ist die Venet-Haus-Galerie in Ulm, die von seiner ehemaligen Schwiegertochter Verena Wieland betrieben wird.

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